Freitag, 23. Juli 2010

Hansdampf in allen Gassen

Steam scheidet die Geister. Seit des Erscheinens der (Zwangs-)SpielePlattform waren wir gespalten - von „egal, man gibt eh alles preis“ bis „Totale Kontrolle“, auch ein „hey, echt guter Service und alles so wie es bei einem Onlinevertrieb gehört“ bis „Sammeln heißt, DVD ins Regal stellen und nicht Nicht-Physikalisch!“

Bis heute fristet Steam bei mir ein stiefmütterliches Dasein. Etwas vernachlässigt, aber so weit ich erkennen kann, schwer in Ordnung. Geschenke gibts zwar eigentlich nur an Geburtstagen, aber eine Überraschung ist eine Überraschung. Valve schenkt einen Shooter der verwöhnten Zockergemeinde, basierend auf Unreal-Engine, früher wars ein Mod, heute eine Entwicklung. Als Vertriebskanal für Games hat sich Steam ganz schön gemausert, Herstellerunabhängig krieg ich gdurchwegs gute Preise und bei den ganzen Aktionen ist schon das eine oder das andere (Super, endlcih auch diese Formulierung verheizt) Schnäppchen dabei. Was vielleicht nicht unerwähnenswert bleiben sollte: Ich kann mich an jeden Computer der Welt setzten, Steam installieren und alle Spiele zoggen, die ich über Steam erworben habe. Oftmalige Installation inklusive. Valve setzt uns das Programm vor und wir können frei entscheiden, ob wir damit leben können.

Zurück zum Free4all: Bei dem gehts WEM? Na, den Aliens im WER? Schwarm an den Kragen. Alien Swarm heisst das COOP-Game (!Hola!) für bis zu vier Spieler und sieht WAS? gut aus. Voraussetzung ist WARUM? Steam. Alles klar?

P.s. Nichts ist umsonst! ...brzzz...wakeup...brzzz...

P.p.s Recommended for fantastic Zeitvergeudung:
OS: Windows® 7 / Vista / Vista64 / XP, MAC? no!
Processor: Intel core 2 duo 2.4GHz
Memory: 1 GB for XP / 2GB for Vista
Graphics: DirectX 9 compatible video card with Shader model 3.0. NVidia 7600, ATI X1600 or better
Hard Drive: At least 2.5 GB of free space
Sound: DirectX 9.0c compatible sound card

Mittwoch, 21. Juli 2010

Einmal König sein

Manchmal möchte ich mit bestimmten Personen, bevorzugt Autoren tauschen. Nur für diese eine Geschichte, bei der man hofft, Sie in echt erleben zu dürfen, oder darüber zu berichten. Keine Romane, auch wenn sie nur einen Tag im Leben eines französischen Dandys beschreiben, zu dem kann ich mich noch nicht aufschwingen. Mein Etappenziel sind Kurzgeschichten.

Stefan Wimmers „König von Mexiko“ war so ein Austauschprogramm. Ich, in Mexiko, in irgendwelchen Cantinas, die in genau jenem Moment die Welt bedeuten, weil es nichts gibt, dass mehr Welt sein kann. Gute Freunde, deren Leben dem eigenen um nichts unterscheiden. Wir könnten tauschen. Tun wir aber nicht, weil jeder glücklich mit dem bisschen Leben ist; eben glücklich und freudig erregt, der strahlenden Zukunft entgegensieht, die der Alkohol verleiht. Und dann ist da ja noch diese ganze andere Welt. Die da draußen vor der Cantina. In das man eintaucht sobald einen der Schleier des Nebels frei lässt. Man tritt nach draußen und sieht seit Tagen die Sonne wieder, die schelmisch ins Gesicht lacht und muss blinzeln, vom Staub, der von den vorbeizischenden Rollern aufgewirbelt wird und sich dabei in flimmernde Sterne verwandelt. Man muss wohl noch betrunken sein. Auch an dieser Welt kann man sich besaufen. Viele Umstände hauchen Leben ein. Und dann gibts ja noch Frauen, Verbrecher, Abenteuer...und einen zweiten Teil, in dem Buch. Der ganz und gar nicht Mann in Mexiko erzählen lässt. Es ist ein tristes Fristen in einem Bürokomplex. Das holt einen runter. Da fühlt man sich pudelwohl, mit Sprit, dem Turbo und den Geschichten und dann klatscht einem das Deutschtum übers Gesicht, dass ich fast meine, mich im Buch zu irren. Ich prüfe mal nach: Nein ist der selbe Einband, der selbe Geruch, nur mir wird ganz pluster von der Schreibe, die sich nicht nur in der Geschichte irrte, sondern auch in der Schreibe. Wollte ich sowas lesen, so seh ich mir meine Leseliste der letzten fünf Jahre an, repetiere die Titel, erinerr mich, schaudere und bin froh, als die letzte Seite umgelegt, schnell geblättert. Das ist mir ja noch nie passiert.

Wie gut dass ich nicht getauscht habe (können).

Zweifelhafte Empfehlung: König von Mexiko, auf eigene Gefahr!

Dienstag, 29. Juni 2010

evidence

again and again

"Spielen macht Menschen klüger"...

Dienstag, 8. Juni 2010

aufgräumt

Da will man was schreiben und das Textverarbeitungsmistding versagt seinen Dienst, der da wäre: leeres weisses Blatt mit blinkendem Cursor, Text aufnehmen und speichern. Das glaubt man nicht, würde man nicht das Leiden auf sich nehmen, dem Sat1-Ball zusehen und hoffen, dass sich endlich bitteee doch was tut. Man hat schliesslich viel zu Papier zu bringen, da gibts ganz vieles das raus muss, dass aufgeschoben wurde, aber jetzt ist der Knopf aufgegangen. Muss er ja wohl auch, bei diesen Sub-tropischen Temporaturen (ich liebe diesen Ausdruck, da uns der Wettergott bei einer Freiluftveranstaltung eins ausgewischt hatte; wir zuvor jeden Tag wie Kinder der 50er in so amerikanischen Sendungen, die in Filmen der 90er liefen(!), vor dem Radio hockten und der Wettersprechmann pausenlos von bäldigen sub-tropischen Verhältnissen palaverte. Ich brauchte genau eine Woche später eine Goretext-Jacke um den Brustkorb am zerfrieren zu hindern, der Regen prasselte pausenlos und weichte das letzte aufrechte Hirnlämpchen auf; aber meine Schuhe blieben trocken. Waren ja auch im Auto, und ich mit dem Rad barfüßig unterwegs.

Irgendwann musste es ja passieren - es gibt immer jemandes, der einem die Lieblingssendung, -Lied, -Menschen madig machen muss. Eine der coolsten Figuren (Ähnlichkeiten mit mir sind rein zufällig) wurde von einem kritischen Geist zerrissen - EARL, dein Name sei Ron L. Hubbard. Das ist schon fast so eine go-hoile Theorie, ein bisschen Neid muss sein. Man kann aber auch wirklich überall fliegende Elefanten sehen, die lt. Watzlawick ja durchs klatschen nicht zu sehen sind (siehe dazu: Anleitung). Zu sehen wirds in Bälde für mein verwöhntes Auge geben: mass-tourism ist angesagt. Flieger starten, rein mit dem Material und irgendwelche Städte damit bombardieren. Hatten wir alles schon, gibts aber noch Meer. Wie ich jetzt eine Brücke zu den rätselhaften Eiskreisen schaffen soll ist mir ein Rätsel. Wahrscheinlich bin ich zu viel Standard, um das zu schaffen. Killer - phrase, watt?

Freitag, 21. Mai 2010

Gesammeltes Unwissen

Wahrscheinlich wäre ich früher als Medizinmann herumgeirrt. Mit krudem, manchmal zusammenhanglosen, aber dennoch oft reichhaltigem Wissen hätte ich noch blödere Zeitgenossen natürlich ohne Beschwörungsmaske auf dem Kopf davon zu überzeugen versucht, für mich Beeren mit zu sammeln. In der Zwischenzeit dürfte ich meine Studien vorantreiben, Versuche und Irrtümer sein zu lassen, um die bekannte Menschheit ein gutes Stück im Wettlauf um die Krone der Vormacht bei Früchtesammeltechniken nach vorne zu bringen. Den Bauch hätte ich mir ob der Masse an Früchten halten müssen, manchmal diesen auch vor Lachen, aber satt, dann aber mit Schreckensmaske vor dem Gesicht - den Anschein wahren.
Mit Früher meine ich bevor sich die Menschheit dazu entschlossen hat, die Jahreszeitläufe, damit Erntezeitpunkte und anfallendes Zusatzwissen (Vergärung der überschüssigen Früchte nach ritueller Tötung des forschen Medizinmanns und anschließender Balsamierung durch gewonnenen Alkohol) als Kulturgut aufzuschreiben. Die Sammlung des Universellen auf einem Medium hätte mich (im Überlebensfall), das Medium, zu einer neuen Berufung gezwungen.

Vorstellbar wären als Übergangslösung: Consultant für die angesagtesten Steintafel - Verlagskaschemen, später Geschichte - Schreiber (keine Geschichten, die werden über einen geschrieben) und viel später, schlimmbestenfalls Klinkenputzer, bevorzugt in Einfamilienhäuser - Gegenden gehobenerer Art, mit Bewohnern, denen eine 22-bändige Exklusiv-Ausgabe des aktualisierten Weltalmanchs zur Hebung der eigenen gesellschaftlichen Stellung ganz klar noch fehlt. Wer füllt sich seine Leerstellen im Leben nicht mit dem Spiegel gutbürgerlichen Wissenstands, der spätestens kurz nach dem Ankauf sein Ablaufdatum erreichte? Gefüllt wären auf jeden Fall die Westentaschen des Klinkenputzers, der sich dann die Früchte seiner Arbeit wieder in den Bauch schieben darf, ohne schmerzlicher, ritueller Überführung in andere Wesenszustände, außer durch Vergärtes (dazu: siehe oben)

Scheinbar habens Lexika meinem Leben angetan - seit frühester Kinderlese an begleiten mich (und wahrscheinlich hunderttausend andere „Gschroppn“ auch) diese mal dicken, mal weniger umfangreichen Wälzer, die man aufschlagen kann, wo kind will, immer gibts gleich die Portion anscheinend nutzloses Wissen, interessante Bilder, Zusammenhänge, Welterklärungen und wenn Teilnehmer so will: Telefonjoker en masse. Natürlich sind die Nationalgrenzen kein Schabernack, auch ist es gut zu wissen, wo das limbische System sitzt, aber mit der komplizierten Färbung des Federkleids eine Sumpfdotteramsel hört das Millionenshow-Geldverdienen-Gedankenspiel auch schon wieder auf. Das jeweilige Buch voller Antworten harrt seiner in den eichenholzverbauten Wänden der Familien. Unberührt - höchstens angestaubt und abgestaubt. Fast schon Einrichtungsgegenstände selbst: man ließ sich klassischerweise auf effekthaschenden Messen von stumpfen Saufnasen zum Kauf einer ganzen Reihe Lexika überreden. Wenige Lese-racker (um nicht Ratten zu sagen) lesen die umfangreichen Kulturguttabernakel von A bis Z, die Werke sind wahrscheinlich auch nicht ganz diesem außergewöhnlichen Zweck gewidmet. Ja wer, außer einem kleinen Jungen, irgendwo am Rande einer Provinzstadt führt diese Meterbuch seiner Bestimmung zu, liest das auch wirklich, um sich sein junges unentwickeltes Hirn von Kindesbeinen an schon vollzumüllen. Kein Wunder also, wenn ich heute ausw(ä)endig die unlogische Reihenfolge wechselnder Dollarnoten in den ersten 9 Unionsstaaten zwischen 1844 und 1902 fehlerfrei aufsagen kann, aber mir im Gegensatz nicht einmal die drei wichtigsten Positionen, zumeist Nahrungsmittel für den täglichen Einkauf merken kann. Dem aktuellsten Problem einer Wissensgesellschaft nicht unähnlich: Aufgrund der Fülle an Information müssen wir Filter entwickeln, wichtiges von unwichtiger Information unterscheiden, um nicht hoffnungslos im Meer der Uninformation zu ertrinken (Ungeachtet der Unwichtigkeit von 99% der Information des täglichen Lebens)

Das Lexikon der vergessenen Dinge, der Almanach der Mythologie (nein, nicht Motologie - kommt noch!), die Herrscherhäuser Europas und und und zu guter Letzt und immer wieder, das sehr umfangreiche Jugendlexikon, welches beim Chinesen um die Ecke aufliegt und bei fast jedem Mittagsmahl aufgeblättert wird, nur um sich über den Wissenstand von vor 25 Jahren ein Bild machen zu können - immer und überall, Listen, Abbildungen, Vergleiche, Tiefgehendes. Die Lexika unseres modernen Tuns unterscheiden sich in Farbe, Aussehen und Geschmack natürlich den vollkommen geleckten Buchrücken der 22-Bändigen Monster in den Regalen unserer Verwandten und Bekannten. Die Artikel nicht. Den Höhepunkt der privaten Sammlung bildet aber unbestritten die Fragebox von Trivial Pursuit, jener bekannte und gesellschaftliche Zeitvertreib mit mir spielen keinen Sinn mehr macht - andere haben die Titelsongs ihrer Teenie - helden auswendig gelernt, ich versuchte auf so ziemlich jede gestellte Frage, eine Antwort zum richtigen Zeitpunkt parat zu haben. Neugier war meine Triebfeder, die Enzyklopädie das Mittel zum Zweck einer Befriedigung, die heute noch nicht erfüllt ist. Wikipedia ist für ein Kind der späten Siebzieger nur eine trostlose Sammlung von Artikeln, zusammenhanglos schwimme ich mal da, mal dort in den Wissenstümpeln, entdecke weiße Flecken und schüttel jedesmal den Kopf, wieviel wir sammeln, und wie wenig mir das in dieser Form (heute?) gibt. Wiki ist wichtig. Zitieren würde ich keine Brockhaus mehr. Ach ja, Wikpedia auch nicht (mehr).

Mit der unseligen Gabe eines lexikalischen Wissensaufbaus ausgestattet, fülle ich offene Läden meiner grauen Hohlwelt durch die Masse an Notwendigem, um bei Bedarf den roten Knopf, wenn auch nur vorgestellt schneller als alle Anderen drücken zu können - dass diese Schubläden miteinander selten in Verbindung treten, d.h. das Wissen im Oberstübchen nur punktuell vorhanden ist und ich spätestens beim Thema Hausverstand nur zum Mittelmaß gehöre, ärgert mich nicht. Vielmehr stört, das sich da Hirn und Verstand, Wissen mit Intellekt einen Schlagabtausch auf Kosten meiner Kapazität machen, irgendwer oder -was zieht den Kürzeren. Die Folge ist ein herrlich verklärter Gesichtsausdruck, der das Gegenüber zum Schmunzeln einlädt. Ich lächle meist ob der dargereichten Pracht zurück. Es geht doch nichts über das Unwissen. In einer Form die ungeachtet des Wissensstands jeder versteht: Blödschau. Wird sicher einmal eine Antwort in einer der wichtigsten Enzyklopädien der zukünftigen Welt. Ganz bestimmt. Denn ich weiss es jetzt schon.

Mittwoch, 12. Mai 2010

Eyjaf--löll..aer.-jalla--joehh/cool...ah geh!

Ich habe gelächelt, als ich die wahren Ausmaße des größten europäischen Vulkanausbruchs des noch jungen Jahrhunderts erfasst habe - was da nicht so alles passiert und der natürliche Ernst hat auf jeden Einfluss. Geliked hab ich den Unaussprechbaren im FB nicht, schon gar nicht wurde ich Fan. Im Guten wie auch im Schlechten - nichts.
Die einen hängen am Hangar und möchten gerne abheben, die anderen heben ab, weil irgendwo im Norden Asche den Himmel verdunkelt. Schön ausgewogene Welt. Dass ich damals aber auch gar nicht und nur unter den Geringsten die wahren Außmasse erfassen konnte, auf das wäre ich nicht gekommen. Simulation hin oder her, geschätzte 100000 Artikelwörter später, von einer faszinierenden Bildergalerie zur nächsten geklickt, hat sich mein Lächeln nicht gewandelt, nur -
...
ich checke in gut einem Monat ein, verwarte dann meine Zeit im Zwischenbereich und werde hoffen, das ich per Billigstbomba gen Süden gehopst werde - so wie es derzeit ausschaut kreisen Millionen feinste Partikel über dem europäischen Festland und verdichten sich zu einem undurchfliegbaren gesichtslosem Monster, wenn - ja, wenn was? -> Schiefwetterlage. Jetzt ist fast eine Ewigkeit in aktuellem Zeitgefühltem seit dem Huster vergangen und über Teilen Europas wurde wieder Flugverbot erteilt. Es jubeln die vor Technikangst-ihr-Essen-über-Kerzenwachs-erwärmen, es kreischen nur selten Turbinen, verflucht sei der Unaussprechliche auf vielen Flughäfen des vereinten Abendlands.
Ich lächle noch immer, weil ich erkannt habe, dass es so oder so passieren wird. Fliegen oder Rumsitzen, Verdichten oder Auflösen. Ich werde so oder so in das Land reisen, wo Milch und Honig fließt. FB ist der Unaussprechliche für die virtuelle Welt. Und die Asche die derzeit dieser rasant wachsende Moloch ausspuckt, wird sich so schnell nicht auflösen. Bitte lächeln.

Donnerstag, 6. Mai 2010

Ver-Lust

Im Schnitt werden so an die 5 Bikes pro Monat in Österreich gestohlen (klingt härter als geklaut!) – nehme ich an, anhand der Suchinfos auf dem größten österreichischen Moto-Portal (das auch angenommen) – wie groß der Rücklauf, also entwendetes zu wieder im Besitz befindliches Bike ist, kann ich wieder nur annehmen = 0. Ohne offizielle Kriminalstatistiken gewälzt zu haben.*
Wenn ich mir die Liste näher anschau, stelle ich mir eine große Anzahl an Fragen. Fakt ist, dass das nicht nur Bikes ohne hohem Wiedererkennungswert sind, d.h. da hilft nicht nur eine Dose Lack und schon erstrahlt der Neuerwerb im Superdupernuovo - Look.
Da sind Bikes dabei, die so niemals wieder gefahren werden dürften, also in einem Wohnzimmer stehen werden, weil sie so bekannt sind und ihr ehemaliger Besitzer sicher keine Mühen scheut, das Ding auf allen Märkten und Treffen zu suchen. Natürlich kenne ich verifizierte Storys vom Diebstahl aus der abgesperrten Garage, aber das muß (muss) zielgerichtet sein – und dann finde mal einen Abnehmer in Rumänien für ein 10000€ Bike.
Das geliebte Zweirad am abgestellten Platz nicht wieder zu sehen, löst bei mir jetzt schon schwere Auszucker des linken Auges aus – wenn ich den erwische, dem (Ihr?) hacke ich mehr als nur die Hände ab. Aber ich bremse mich schon ein, es ist ja noch nichts passiert. Also muss es der pöse Teilemarkt sein, für den da heftigst Angstschweiss ausgeschüttet wird - „Brauchst an Blinker?“ - Antwort: „5 Minuten Angst!“, oder auch beliebt: Verkaufe Havarie (Ringgerät, Unfall) in Teilen, da kann man sich dann den sehr günstigen Tank auf den Rahmen schnallen und sich übers Schnäppchen freuen. Für die Eisenschmelze was zu klauen, bleibt den unguten Zeitgenossen über, auch ein Klischee will bedient werden: Der Osten war es.

Genauer bitte - Nein! Muss man nicht, es reichen Zuschreibungen anVölker für Verbrechen aller Art. Den Verlust zu verschmerzen; da hilft Zeit und eine gute Versicherung - den ideellen Wert dabei zu ersetzen, manchmal unbezahlbar. Schön, wenn da mal wieder was gefunden wird, was man "verloren" hat. Vielleicht auch noch in dem Zustand, in dem es sich befunden hat. Vielleicht auch in besserem. Man darf ja noch hoffen - auf Diebe mit Sinn für Stil.

* Österreich. Zahlen. Daten. Fakten

Mittwoch, 5. Mai 2010

Schal(c)ko

Tausendsassa Schalko, Vorname David – Produzent wenn ich mich recht erinnere, einer meiner All-time-Favoriten - „Sendung ohne Namen“ (und wer einige dieser Goldstücke der TV-Unterhaltung sein eigen nennt, könnte mir doch bitte in Zukunft sein Archiv online zugänglich machen) - Schalko, als Filmproduzent schon eine fixe österreichische Größe hat mich mit seinem neuen? literarischen Werk aber so etwas von überrascht, sodaß es mir meine Vorurteile um die Ohren gwatschelt hat, dass mir die Hälfte bene dieser schon gereicht hätt für gsalzenes Ohrenschmauserl.
„Frühstück in Helsinki“ ist, und da ich mit Superlativen und Lobpreisungen an dieser Stelle nicht gerade zimperlich bin, muß ich also eh vorsichtig sein, durch zweierlei ein starkes Buch: Es half mir, eine gedankliche Misere in meinem Kopf hervorragend aufzulösen, kam also zur rechten Zeit und war trotzdem überfällig. Weiters ist es ein Buch, das den Zeitgeist auf uneigentümliche Weise präsentiert.
Wie jetzt? Die Geschichte dreht sich um einen wohlstandsverwahrlosten Jüngling nahe der Dreissiger, in einer lauen Beziehung irgendwo hängen geblieben zwischen Arbeitsjoch, Lebensunlust und Beziehungsbeendigungsproblemen. Seine Freundin trägt ihres zum Seitenfüllen bei, oder tut wie so oft, nichts (eben im Auge des Betrachters). Der Anti-Held schwingt sich aber auf, zumindest im Geiste, später auch so ganz real – um das Leben, dass ihm zusteht zu Leben. Dazu braucht es Kraft und Mut, Überzeugung, Chuzpe, Geld und die richtigen Personen, die einen indirekt eh sagen, wo es langgeht, den Weg gehen muß man aber wie immer selbst – und draufgekommen ist man selbst und selbst ist man selbst.
Klingt wie eine Berufsberatung, ist aber ein rundes Werk, dass sich aus der Hand an einem Stück durchlesen läßt – ja, so etwas gibt’s. Feine Ware für feine Menschen. Schalko sitzt nicht nur im Nacken, sein Held im Flieger nach London, Amsterdam und natürlich wieder Wien. Zum Schluss gibt’s auch noch was versöhnliches, aber lesen muß man und genießen und – eh klar, selbst.

Dienstag, 4. Mai 2010

Il postiglione

Ich kommuniziere mit meiner(m) BriefträgerIn. Nicht wie man meinen könnte verbal und als Krönung von Angesicht zu Angesicht – es ist mehr ein Geben und ein Nehmen beiderseits. Ich nehme die abgelehnten und mehrmals als ungewollt deklarierten Postwurfsendungen aus dem Briefkasten und lege sie auf den Postkasten, die BriefträgerInnen (vielleicht sind sie ja zu zwein?) haben seit kurzem heraussen, wer ihnen da Papiergeschenke angedeihen läßt und legen sie sehr unsäuberlich wieder in mein Fach. Müßig zu erwähnen, daß die normale Post zerknittert wird. Aber egal. Hauptsache Kommunikation, oder?

Auf der Tür zu meinem Postfach steht unübersehbar, dass ich unbestellte, unadressierte Werbung ablehne, ein roter Aufkleber weißt zusätzlich daraufhin – dass diese Zeichen eindeutiger Ablehnung mißachtet werden schmerzt gleich viel, als daß diese in ihrer Funktion somit als lächerlich herabgewürdigt werden. Das ich ein Spiel spiele, bei dem ich zwangsläufig verliere ist mir aber genauso bewußt, wie in gleichem Maße die Vertreter der Post auf meine Ruhe vor der Anzeigenflut verzichten und damit zuküftigem Augenkrebs ob der vielen Werbung hinarbeiten. Was muß ich tun, damit ich keine Schrottinformation an meiner Haustüre und/oder meinem Postfach erhalte – darüber hinaus, für wie blöd halten uns die Unternehmen, um uns fast jeden Tag mit den letzten, aber wirklich allerletzten Angeboten zu terrorisieren – Octave aus 39,90 hat sich die Mühe gemacht, auszurechnen wie oft wir von Geburt an, bis zum 18. Lebensjahr an Werbesujets aufnehmen - die Zahl war erschreckend hoch, der Film erschreckend ernüchternd. Vielleicht werde ich mal dem Postverteiler mal eine schöne Nachricht auf weißem Papier zukommen lassen, Buchstaben fein säuberlich aus den unzähligen Angeboten ausgeschnitten – Sie werden dann wissen, wer es war und was ich will. Vielleicht wird es sich dann aufhören. Schöne Kommunikation ist das.

Historisches: Als Kind konnte ich meinen Nachbarn beim Erzeugen von Papierbriketts zuschauen – tagelanges Einweichen von Zeitungspapier in Bottichen, dann Pressung von zylindrischen Stücken und anschließender Stapelung und Aus bzw. Durchtrockung. Geraucht haben die Dinger im Winter ganz schön, gewärmt haben sie auf jeden Fall – vielleicht sollte ich ja die Postwurf - Werbung einem höheren Verwendungszweck zuführen. Sehr Schönes zum Schluss: Der Film „il postiglione“ ist ein wunderbares Stück und auch traurig – sollte man gesehen haben.

Dienstag, 27. April 2010

A lot of...

Einmal die Woche verschaffe ich mir auf den üblichen Seiten einen guten Überblick dessen, was man an Bildern im Internet so gesehen haben muss, um mitreden zu können - bzw. um dem kollektiven Gedächtnis eine weitere Leerstelle zu füllen. Es sind zumeist Bilder die Sinn-frei sind, aber dennoch anzusehen, ach ja: eine der beiden Seiten ist doch gut!

A lot of Steampunk Pictures, A lot of crap, A lot of Lego creativity, A lot of nothing

Freitag, 23. April 2010

Mac-i

Vor manchen Konzernen muß man den Hut ziehen. Ob mann will oder nicht, mein Respekt geht dieses Mal an McDonald´s (mit Apostroph) – führt so mir nichts dir nichts eine grüne Linie in ihr so ziemlich wichtigstes Markenkapital (das M von McD…) und legen damit eine Neuausrichtung (wieder einmal) fest. Dem nicht genug bauen sie ihre Fresstempel nun auch zu gemütlichen Lounges um, die zum länger bleiben und verweilen einladen, W-Lan und Ambiente inklusive. Krallen sich eine bekannte Werbenudel und knallen dem geneigten Seher damit die Ohren zu. Sind das Unternehmen, dass die Sonntagnachmittage, ach, was sag ich, das Wochenende unser autofahrenden und zugleich tuningbegeisterten Jugend um einiges aufwertet.
Sozialer Treffpunkt und sättigendes Zuhause – Mutterherz was willste mehr? Und dann noch der Promotionfilm des Amerikaners für Supersize Me – Portionen. Wundern darf es da niemanden, daß McDonalds nicht nur eine Minidelle in der Blechkrise erwischte, sondern dieses Jahr mit zweistelligem Gewinn im ersten Quartal abschließen konnte – jaja, wundern darf es auch niemanden, daß wenn man sich nur von dem superb schmeckenden Zeugs ernährt, fetter wird. Unternehmen mit ähnlichem Image, deren Gewinne fetter werden: Coca-Cola, Apple, Johnson und Johnson, Mattel, Roche (und das sind nur einige der Gewinner in einer „Krise“, ha!)

Donnerstag, 22. April 2010

Heinzer Teufelskerl

Heinz Strunk schreibt so, wie ich gerne reden würde.

Jeder Artikel sollte mit einem so starken Satz anfangen dürfen. Auch wenn es sich, wie bei diesem um eine Buchbesprechung handelt. Nicht auch wenn, gerade deswegen. Was sag ich, Buchbesprechung? Ha, eine Lobeshymne wird das, auf einen der größten, nein, den größten Schriftenhersteller des 21. Jahrhunderts. Natürlich ist das leicht übertrieben, aber vor lauter Jubelschreie über meine Lese gehen mir die Superlative verloren. Da reichts nicht mehr, nur zu empfehlen, denn das will ja keiner lesen, selbst entdeckt will das Ganze werden. Auf der Suche nach „ihnen“, halt ich oft schnell inne und mir wird bewußt, das auch meine Schreibe begrenzt ist.
Nicht so unbegrenzt wie Strunkens Mache, der ich an den Lippen hänge, wie eben ausgesprochen. Die Zunge Europas, da kann sich ja jeder seinen Teil denken – und schon wieder erwischt, auch das hat dieser frische Bursche mir aus dem Mund genommen, erklärt dies und andere Interpretationsversuche auf mehren Stellen. Hach, wie irrsinnig der Versuch so etwas beschreiben zu wollen. Geht nicht. Klar. Heinzer (wie ich ihn seit meinem ersten Hörvergnügen nenne) durchlebt in diesem Werk als Protagonist (wie oft ich das wohl noch schreiben werde und vor allem warum weiter so unbekümmert) die Hölle einer toten Beziehung (die aber auch ihr Vorteile hat!) und lebt so dahin, mit den bekannten Höhepunkten einfachen Lebens (die ein einziger Tiefpunkt ist).
Vom ersten Satz weg heisst eintauchen, in die Geschichte, es gilt versetzt zu werden, in die Person, antizpierend, nicht mal traurig das das Buch enden wird, denn es lässt den Rahmen erkennen, miterleben, einen aber auch wieder aus der Geschichte entläßt. Die vielen Liedtexte, die Lyrics im Neusprech, sind ausgezeichnete Plätze der Kontemplation, Heinzer dieser Teufelskerl, hach. Verliebt in eine Phantasie, die nur allzu gern Wirklichkeit werden will. Und so schaut das aus, wenn ich rede und gerne schreiben würde.

P.s.: Heinz Strunk – die Zunge Europas, Rohwolt.

Donnerstag, 15. April 2010

Reinziehen, Ausziehen, Durchziehen: Hörbar im April

Spoon - Transference
Die wackeren Herren haben eine Produktionslust, von der ich mir gerne eine Scheibe abschneiden würde - kann keine wirklichen Schwächen ausmachen, der Sound ist gut wieder zu erkennen, Voice nervt nie, eher lässig-langsames Album - stellenweise wird ein kruder Soundteppich (endlich auch das im Blog erwähnt, ist aber geklaut!) ausgebreitet. Allgemein: Pro Album mind. 3 Nummern, die ich immer wieder hören kann, 21 Singles, 6 EPs und 7 komplette Alben (+3 Wiederveröffentlichungen) in 10 Jahren. Portfolio rocks. (Anspieltipp: Nobody gets me but you)

Eels - End Times
Ich hätte Stein und Bein behauptet, es heisst the eels (the the the), aber no - was für die Spoon - Scheibe gilt, hat auch hier seine Existenzberechtigung. Daher siehe oben...kluge Jungs obendrein, mit Texten, die eh wieder kein Schwein interessieren. Gibts genau ein Jahr länger als Spoon (1995) und haben 15 Alben gemacht. Unbelievable, und ich werde alt. (I need a mother)

Anouk - For bitter or worth
Ich hör jetzt meine Metal-Heads aufschrein und mich aus ihrer Telefonliste streichen - was soll denn das sein? Ich sag einfach nur, das jede Generation so etwas wie Tina Turner braucht. Für meine ist das die Frau Teuuwe. Tattoos inklusive. Neues Album, alte Power - nicht der gleiche Effekt wie beim ersten Mal. Aber bei wem ist das denn so. (lovedrunk)

Smokeblow - The Record
Du willst was Feines für den Frühling? Listen to Anouk, denn Smokeblow sind alles andere, aber eben ganz gut für eine Jahreszeit, die dem Winter dem Garaus zu machen hat. Reinziehen, Ausziehen, Durchziehen. Nicht ganz so schneller Punkrock (der diese Bezeichnung verdient), mit Abwechslung im Vocal, reicht für die Faust im Nacken. (proll?egal!)

Magnetic Fields - Realism
Der Titel ist eigentlich ganz schön bezeichnend - und dazu habe ich mir auch schon ein paar Rezensionen meines Top - Künstlers (lt. Last-Fm) durchgelesen. Was kann man nach 69 Love Songs noch machen, eben...ja...(Pause)...lass einfach laufen und schau was passiert. Trotzdem Gut. Punto. Ich mag den Kerl einfach. Und oft musste ich schon wieder und wieder beim hören schmunzeln, weil er es drauf hat. (Seduced and Abandoned)

Mayer Hawthorne - A strange Arrangement
Auf leisen Sohlen hat sich da jemand eingeschlichen, nach dem an gemeinsamen Abenden gefragt wird, wer denn das so sei, der einen als Gast so entspannt werden lässt (Jack Johnson ausgenommen). Yepp, ist zwar schwer gehypt, aber passt in jede halbwegs orientierte Plattensammlung, wie ein geliebter Turnschuh im besten Alter - klingt nach viel erlebt, aber aufgepasst, sonst kippts. (Make her mine; singt da ganz zufällig von „drivin a new mercedes“ :D)

Vampire Weekend - Contra
I love it, i love it - auch wenn ich den Rest der Welt damit nerve, ich könnts immer immer immer hören. Wurde an dieser Stelle eh schon viel darüber geschrieben - ich find das sind funny Jungs, und die Mucke regt mich einfach zum tanzen tanzen tanzen an (Run Run Run Run Run)

Enjoy!

mehr Weg als Ziel

Die Möglichkeit, mit Stil und Etikette zu reisen ist zumeist von finanziellen Aufwänden begleitet. Eine Flugreise kostet heute unter normalen Zuständen auch noch mehr Geld, als die Strecke mit dem Auto abzuspulen. Die abnormalen Zustände lauten dann Billigfliegertourismus a la den üblichen Verdächtigten. In den Fokus geraten sind in letzter Zeit Hotelreisezüge, die auf eine Klientel setzt, die sich dem Fliegen und dem Fahren zwar bedient, aber das System Schiene zu schätzen weiß. Auf mittleren Strecken in Geschwindigkeitskonkurrenz zum fliegenden Produkt, ermöglicht es eine Art stilvollen Reisens, die durch grenzüberschreitende Anbieter eine interessante Belebung erfährt. Da wird auf einmal die zu bewältigende Strecke nicht zum Hindernis, sondern ein Erlebnis. Die Preise liegen in einem für den gebotenen Service (erstklassiges Abendessen und Frühstück inkl.) vertretbaren Rahmen, die Kabine und der Zug strahlen Ambiente aus – wäre da nicht ein kleiner Haken: Es gibt diese Angebote nirgends von Österreich aus. Elipsos fahren von der Schweiz oder Italien in die südliche Welt, Frankreich hat eigens Service pour Paris und SpanierInnen können durch den El Transcantabrico gemütlichst rumschippern. Will ich z.B. nach Barcelona muß ich zuerst nach Mailand oder Zürich, d.h. ich muß wie in einem Touribomba eng und muffig Nachtzüglerisch aus dem Bahnhof rollen, komme gerädert an und darf dann erst Service genießen. Früher gabs da Attraktives, die D-A-CH – Vereinigung sorgte für Wohlbefinden und gutes Schlemmen an Bord auch in engsten Bögen (die Bahn kennt keine Kurven, nur Bögen!). Das war früher. In Österreich gibt’s jetzt den Railjet, der zwar nichts falsch macht, aber auch nichts richtig. Angenehme Reiseatmosphäre schaut anders aus. Schlimmer: Für Reisewillige verströmen Nachtzüge kein einladendes Aroma mehr. Die nächsten Flüge sind schon gebucht. In 2h reiner Reisezeit zum Ziel. Da halte ich auch engste Sitze locker aus. Ich wäre einfach mal gern mal stilvoll gereist.

Donnerstag, 8. April 2010

Automobiles

Meine Fahrzeuge werden älter – und sind es zunehmend auch schon. Was sich in jungen Jahren als ein leicht zu realisierendes Unterfangen anstellte, oft in Verbindung mit notorischem Geldmangel anzutreffen, wird mit zunehmenden Jahresringen ums Ränzlein ein schwierigeres Tun auf der Liste der Lebenslust. Vor allem dann, wenn die Kisten, mit denen wir die Straße hinter uns bringen nicht beim Einsteigen zerfallen sollen. Alte Karren knarren. Jung und neu ist das Diktat unserer Gesellschaft, dazu noch höher weiter schneller (teurer cooler besser) dem Jugendwahn gehorchend; kann das noch die meine sein? (siehe dazu: In welcher Gesellschaft leben wir eigentlich?, Armin Pongs, 1998)
Es soll sogar Narren geben, die sich bewußt ein richtig altes Auto suchen, daß sie dann wie Ur-Opi um die Ecke werfen können, mit Klopapier und Wackeldackel auf der Hutablage (die auch ihrem Namen gerecht wird). Seit kurzem darf ich mich rühmen, ein Klorollenabdeck-Strickzylinder – Kutschierer in historischem Fahrzeug mit Hut noch am Kopf zu sein. Jenen Zeitgenossen, die ihren fahrbaren Untersatz von den anderen Blechkisten vor und hinter sich nicht unterscheiden wollen oder können, sei verraten, daß Autofahren auch eine lustvolle Seite birgt, besonders in stilechtem Ambiente knapp unter 100 Km/h Reisegeschwindigkeit. Das gehört genauso wie gute Kleidung zum Lebensselbstkonzept einfach dazu. Das muß man sich wert sein.
Auf das indirekt proportionale Verhältnis von Alter, Zustand und Preis sei an dieser Stelle bewußt hingewesen, denn wir werden älter, nicht schöner aber teurer, fast wie Autos eben. Geht’s aber ums Alter bei unseren weiblichen Mitgenossinnen so hat man sich diskret in Schweigen zu hüllen, außer sie sind blechene Diven in mondänem Kleid, daß man tunlichst nur Sonn(en)tags auf ein frisches Limoneneis um den See chauffiert. Man lächle fröhlich vor sich hin, in weiblicher Begleitung die Strecke absolvieren zu dürfen.
Unzertrennlich mit historischen Fahrzeugen ist ihre Historie – zumeist geht’s dabei um bekannte Vorbesitzer (überregional zumindest), eine bewegte Fzg. - Vorgeschichte oder ähnliches. Etwas ungewöhnlich (für Oldie-fans wahrscheinlich: Fad!) gestaltet sich der Ablauf des gesamthaften Übertritts ins Eigentum. Geprägt und getauft ging das edle Stück in meine Hände, skurrile Bezeichnungen geben Auskunft – aber auch mitübergeben wurden Geschichten rund ums Auto, der restlichen Welt und vielem mehr, alles in allem etwa 2h Erzählzeit. Ich weiß jetzt was die Frau des Verkäufers so treibt, kenne seine weitgereiste Lebensgeschichte und so ziemlich jeder meiner Bekannten kennt den Mann durch meine ausschweifenden Erzählungen. Das gehört genau so dazu, wie auch die Erfahrung, daß man eben älter werden muß, um das Alter zu schätzen. Ach ja, in der Postmoderne kann ich mir meine Gesellschaft aussuchen. Mein neues altes Auto ist ein Er.