Dienstag, 31. März 2009

Nichtszutun!

Hier gibt es nichts zu sehen,...


...bitte nicht lesen...


...nicht >hier< klicken!


Tun sie nichts, motoBlog tut´s auch nicht!


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P.s.: Wer es WIRKLICH nicht mitkriegt (oder auch nicht wahrhaben kann): Sonntag die Uhr eine Stunde vorgedreht (jaja, leider) bzw. heute die Sommeruhr aus dem Schrank nehmen (Winteruhr einwintern!) – Laaangsam, aber auch wirklich ganz langsam auf Hell umstellen (lassen)...

Dienstag, 17. März 2009

Auf so etwas muss man erst einmal kommen

Ich steh auf bunt, wenn die Alternative dazu grau ist. Ich steh auf bunte Wände, statt urbancitygrau: Graffiti bitte, wo nur geht - hohe Kunst und fein fürs Auge; leider auch verabscheut, nicht ganz unverständlich – und es gibt fast nichts Blöderes als stupides „tagging“, Lackstift und Schwung, mehr kommt da nicht, aber das werde ich sicher noch mal verdammen, jetzt nicht.

Zurück zu den ungedachten Gedanken: Willkommen im 21. Jahrhundert – in den ersten Jahren zumindest, die skurrile Blüten hervorbringen.

Heute am Speiseplan

Urban Knittinggestrickte(!) Kunstgraffitis: klug und bunt die Welt in Besitz nehmen

Niemand, ich betone niemand kann gegen so eine Form der Subversion was haben – da schau ich mir die Bilder an und muss schon verschmitzt lächeln, wenn ich so etwas in der freien Natur (Ha! City!) entdecke(n würde) – sicher erst in Europa zu entdecken, wenn es wieder zu spät ist.

Auswahl mit vielen Bildern und den KünstlerInnen ;)

One - Two - Three - Four - Five - of a kind

Entdeckt auf (immer mal lesenswert): http://deputy-dog.com

Montag, 9. März 2009

digital game studies, one:

„Willkommen im 21. Jahrhundert! Das Genre der Computerspiele ist in der heutigen Kultur ein nicht mehr wegzudenkender Teil der Unterhaltungsmaschinerie geworden. Es stellt ein Freizeitvergnügen dar, das erst seit wenig mehr als 30 Jahren existiert und im Jahre 2006 die Filmbranche umsatzmäßig zum ersten Mal auf den zweiten Platz verwies - in immer mehr Lebensbereiche, beruflich oder privat eindringt und diese nach und nach erobert. Die Onlinewelt nimmt mehr und mehr Platz in unserem realen Leben ein und hat, bei entsprechend großem Einfluss, Auswirkungen auf diese reale Lebenswelt.“ (HighScore - Weltranglisten als neuer Leistungsmaßstab in Computerspielen, 2007)

Das ist jetzt fast zwei Jahre her. Bei einer Historie von nur 30 Jahren (wobei die ersten zehn innovativ waren, jedoch keine hohe Ausbeute boten) sind 2 Jahre eine halbe Ewigkeit, und es geht noch weiter. Was damals für mich unglaublich klang und auch der eigenen Rechtfertigung diente, hat bis heute noch Gültigkeit - mehr noch: Jedes Jahr um dieselbe Zeit erfahre ich aus unterschiedlichen Quellen, wie hoch (und nicht wie niedrig!) der Umsatz der Gamesbranche ist, welche Rekorde eingestellt wurden und wie viele Menschen sich mit dem Virus: ´Computerspielen´ infiziert haben (neben den Verkauszahlen der nicht mehr nicht-unrelevanten sondern bedeutend gewordenen Konsolen!). Diese Woche neu - Rekord: Games-Branche setzt 22 Mrd. Dollar um / Deutsche kauften 2008 um rund ein Viertel mehr Konsolenspiele (siehe: derstandard/web/games). Die Zahlen lassen sich aufgrund der Erfahrung direkt auf Österreich umlegen – von fast überall in der Wirtschaft vernehme ich Anfang 2009 die verzweifelten Schreie des Untergangs, die Spieleindustrie kann dazu ganz gegensätzlich gewaltig zulegen. Sind wir in der Krise bereit, noch mehr zu spielen? Brauchen wir in diesen Zeiten den Eskapismus, bis hin zum totalen Realitätsverlust?

Anders gesehen: Wer aus der werberelevanten Zielgruppe (14-49 jährigen Consumer) kenn nicht folgendes Szenario: Eine Freundin/Bekannte/Mutter/wildfremde-aber-irgendwie-bekannte-Anquatscherin-im-Lift beschwert sich über das andauernd exzessive (laute?) Verhalten des Freundes/Sohnes/Nachbarn-aus-dem-unteren-Stock (mich?) vor dem Fernseh/Bild – Schirm. Keine Generation zuvor hat so viel Zeit mit dem interaktiven Medium verbracht, noch nie wurde so viel gespielt. Computerspiele (und dazu zähle ich auch Videospiele) gibt es erst 25 Jahre, und bereits jetzt haben sie die Wohnzimmer dieser Welt erobert. Sie regieren mittlwerweile die Unterhaltungsindustrie wie kein zweites Medium – bereits 2006 hat die Computerspielindustrie (inkl. Konsolen) das damalige Topmedium Film (und –industrie) hinter sich lassen können. Und letzte Studien bzw. Tipps aus einschlägiger Literatur verweisen auf die Möglichkeit, seine Spielerfahrungen in den Berwerbungsbogen mitaufzunehmen a la – kann gut organisieren, bin teamfähig und meine Konzentrationsfähigkeit hält sich über Stunden. Spielen für den Job, den Kritikern sei es gesagt. Den Personaler will ich sehen, der da nicht verschmitzt lächelt...

Dienstag, 3. März 2009

mehr von allem

Brandeins lesen!

Jetzt und für Immer!

Auch im Zeitschriftenladen...

...einem wachen Geist zuträglich.

Samstag, 28. Februar 2009

Einfach genial

Die Zentrale der „Lomographic Society International“ liegt in Wien - in irgendeinem Bezirk, Navi sei dank. Gar nicht so einfach, das Gebäude von den anderen im Umkreis zu unterscheiden, keine Plakate, keine Leuchtreklame aussen und wahrscheinlich (was weiss ich denn von Wiener Wahnsinns-Firmen) sehen sich die Häuser innen auch noch ähnlich aus. Nein, okay, erwischt, das glaube ich wieder nicht, denn so locker, so unkompliziert stellt man sich vielleicht Arbeitsplatzaussehen bei Google vor, dann noch in ein paar Alternative - Unternehmen und vielleicht die Zentrale der Grünen und der KPÖ, neee – die KPÖ nicht, die sind immer zu wenige und haben keine Schreibtische, sondern nur Einstellungen. Ich sitz also auf einer Couch, vor einem Schreibtisch und das Mäderl, dass mir unterschiedliche Kameras anpreist, könnte auch Rockabilly – Scheiben vertreiben. Tut sie aber nicht. Wir lächeln kurz, sie erinnert sich. Sie nahm vor gut zwei Wochen meinen Anruf entgegen, bei dem ich ihr mein Anliegen beschrieb, und auch versprach die Kamera direkt abzuholen (ach ja ganz schöne Geschichte, wenn man dann alles so von „innen“ beschreiben kann und im Blog steht: „Sie staunte über den Umstand, dass man „EXTRA“ wegen der Kamera nach Wien fuhr – tut man nicht wirklich, aber Fiktion ist Satisfaktion – daher: weiter)

Denn: Ganz verstehe ich meine Einstellung zum Fotografieren (an dieser Stelle irgendwas, z.B. Technik einsetzen) selbst nicht: Da arbeite ich jahrelang für einen Top-Cam-Hersteller, werde nicht zu selten mit Super-Material ausgestattet, hab das neueste vom Neuen in den Händen und schieße mich selbst ins vorige Jahrhundert – nach meinem Abenteuer in Portugal, erwarb ich eine LOMO-Kamera! Spacy, Freaky, Retro, Frenzy, Fucky, so what. Plastiklinse, ANALOGFILM, eine Einstellung – kein Zoom, nur noch Langzeit- und die Möglichkeit des Doppelbelichtens und Spaß! Hallo! Ja, Spass – wieder mal einfach gedankenlos abdrücken, knips, knips, es entstehen cirka 200 schrottige Pics, alles Wegwerfmaterial, aber: who cares! Lomo ist so ziemlich alles, was uns Hersteller seit Jahrzenten auszureden versuchen – doch der Kunde agiert, anstatt gelenkten Einkaufs. Polaroid z.B. gibt’s nimmer, war Drecksmaterial und super-teuer, doch kennen tuts jede®. Und es war uncool und heute cool. Doch wer will das – wer ärgert sich nicht über seine ZU LANGSAME Kompakte (DigiCam mit 12 Megapixxxels) und darf die quality Pics des Freundes bestaunen, alles geschossen mit 2,8er Linse (nur 850€) auf einer DSLR (egal welche, weil alles superschnell), nur 2KG Gewicht Schleppmass und 20cm x 40cm Tasche zum Umhängen. So! Klar! DAS sind Photos! Der Rest Kindergeburtstag – auf dem ich seit dieser Woche cirka hundert Kerzen abbrenne, mit nem Dauersmiling! Strahlemann, denn das wichtigste beim Fotografieren ist immer noch: Licht!

Tipp: lomography.com - just shoot it!

Montag, 16. Februar 2009

Kleptomanie

Nicht ganz unbekannt sind die vielen Download - Möglichkeiten, für so cirka alles was sich elektronisch verwursten lässt. Musik und Hörbücher - Filme, Serien und Dokus, Handbücher sowie eBooks liegen auf irgendwelchen Hostern bereit, abgeholt zu werden – die richtige Adresse machts und ab geht’s. Man lädt (oder streamt) sich einfach mal viele Dinge (natürlich: no Pr0n!), kann sich aber anhand der Lebenszeit ausrechnen, dass man davon nicht einmal ein Zehntel sehen/hören wird. Egal, man hat es ja – gejagt und erlegt.

Ich hab so was noch nie gemacht. Ich gehe nicht nur davon aus, sondern weiß es zu 101 Pro-zent, dass auf den Festplatten meiner Bekannten, genauso wenig illegaler Content zu finden ist, wie auf meiner eigenen – wozu auch? Denn das alles ist urargböse, weil illegal. Und keiner der Beteiligten: Künstler/Industrie/Handel (außer dem Fileshare und –user) hat was davon. Madonna, Metallica und viele andere Megasuperstars sahen ihre Felle davonschwimmen, die Produzenten rechnen milchmädchenmäßig aufgrund der Downloads hoch, auf wie viele sichere Verkäufe/Kinogeher/Abonennten sie verzichten müssen und der Branchenliebling Apple führt ein begrenztes Hören der Musikstücke einfach mal so mit dem Schieberegler ein – alles für die Ehrlichkeit, gegen den Terror (der Raubkopierer) und dem Frieden auf der Welt.

Es geht auch anders: NineInchNails stellen ihre Songs im Netz bereit, damit junge Fuxxxsis sie weiterverarbeiten und wieder einer breiten Öffentlichkeit präsentieren können, Radiohead ein ganzes Album und den kompletten Code eines Videos, ebenfalls zum rumSpielen. Und die Kleptones machen ihre Discography zum Download zugänglich, schon immer – wie viele andere, noch keine Superstars! Und das gehört erhört – geladen und ab dafür. So kann es auch gehen. Mehr noch: Da ich vieles vorab Probehören durfte, wurde ich aufmerksam und danach zum Fan. Das Album (CD, LP oder auch DVD) hab ich mir dann geholt – materieller Besitz ist eben durch nichts zu ersetzen.

P.s.: Jedem Menschen steht das Recht auf geistiges Eigentum zu – und wir Menschen können entscheiden, wen wir mit unserer Kaufkraft unterstützen. Die Industrie der Medien wird sich halt was überlegen müssen – DRM und drastische Strafen können nicht alles sein! Gern würde ich unkompliziert und preislich vernünftig Content erwerben – über das Internet: Willkommen im 21. Jahrhundert!

P.p.s: http://www.kleptones.com/blog/index.php - geniale Mix-Tapes (sagt man das so noch) von all(t)ZUbekanntem. Top-Tipp!

Freitag, 13. Februar 2009

@web:02/09

Surftipps: Q1 02/2009 – Schwerpunkt ART/ACTVISM/AGITATION

http://strangemaps.wordpress.com/
Wie der Name schon sagt: Karten, aber strange halt! Was wäre, wenn die Deutschen wirklich gewonnen hätten und daneben eine Weltreisekarte eines jüdischen Kindes aus dem Jahr 1938 – Karten des Internets, des WEB 2.0, die neueste Friseurübersicht Deutschlands - Grafen und Statistiken erwarten euch auf dieser umfangreichen Page – verrry interrresting!

http://www.rebelart.net/diary/
Nicht immer nur darüber reden, was alles geändert gehört und was man nicht alles schon beigetragen hätte – hier präsentiert: Aktive nützen die Kunst, um aufzuzeigen/protestieren/anzuprangern, whatever – Sie tun es, im Gegensatz zum Reden. Und das ganze hat ganz großen Stil, connected art and activism!

http://www.nerdcore.de/wp/
Alles ganz aussagekräftige Webseiten: Das ist eine von den Seiten, wo sich Kleine/Standard/PCAction – Redakteure ihre Inspiration und Stoffe holen und dann Monate später, als ein Hype um jenes oder solches Dingens entsteht ihr Geschreibsel herausholen und cool daherbrabbeln: Kenn ich schon, ist im „Internet“ bereits ein alter Hut!

and very good are:

http://www.argh.de/ - da hol ich Inspiration ;)
http://couchpotato.es/blog/ - „Nutz die Medien, verschmutz die Medien“
http://www.spreeblick.com/ - news from the Berlinfront und linkmeisterei


Disclaimer: Für den Inhalt der verlinkten Seiten bin ich leider/unglücklichst nicht verantwortlich!

Dienstag, 10. Februar 2009

Als ich Josef Winkler an der Kasse stehen sah,...

...habe ich mich an sein, für mich, letztes Buch erinnert. Beim Vorbeigehen, ganz kurz nur, haben wir uns in die Augen geschaut. Ich habe gegrüßt, aber nicht mehr gesehen, ob´s erwidert wurde - glaube aber eher nicht. Und ordentlich und gsund hat er ausgschaut - gfreut hats mi.

Btw: Will die bereits einmal veröffentlichte Rezension nützen, um auf das ganz gute Gesamtwerk dieses aussergewöhnlichen (Kärnten!) Autors hinzuweisen - besonders im Hinblick auf Büchner- sowie Staatspreis-Träger 2008! Exklusiv im Suhrkamp - Verlag...

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Winklers « Roppongi » - eine Kyrie des Todes

Ein „Requiem für einen Vater“, so der Untertitel, schrieb sich der Kärntner Autor Joseph Winkler von der Seele, der uns oft zuvor schon auf wilde Reisen durch die Untiefen derselben mitnahm. Selten zuvor war er jedoch so lesbar.

Winklers Reisen nach Indien sind mittlerweile literarische Grundlage seiner Werke geworden. Er erzählt von den Millionen Geiern, die das Bild Indiens maßgeblich mitprägten und plötzlich verschwanden. Von der falschen Tier-Medikation und das (Aus-)Sterben als Folge, von den Einäscherungzeremonien der Bewohner am Ganges und der Bedeutung roter indischer Tagebücher, die seine Gedanken aufzufangen imstande sind. Unterbrochen werden die Beobachtungen, Beschreibungen und zum Ausdruck gebrachten, tiefen Empfindungen von Geschichten, die das „Kärnten“ Josef Winklers zeigen: Jene Zeit, als er Ministrant in Kamering war, die Füße unter den elterlichen Tisch verbarg und den Allegorien des Vaters lauschte. Eben jenes Vaters, der als Ackermann Eingang in die literarische Welt fand und Josef Winkler auf entscheidende Weise mitprägte. Abwechselnd reiht sich eine Kurzgeschichte an die nächste, stets umgeben von der Bewusstheit um Tod und Vergehen.

Der „Ackermann von Kärnten“ ist Tot

Vom Tod des Vaters erfährt Winkler in einem japanischen Stadtteil, in Roppongi, durch den er auf der Suche nach Kerzen irrt; auch auf der Suche nach den Resten von Kindheit, Erziehung und Liebe. Winkler kann sich nicht mehr erinnern, dass ihn sein Vater nur einmal am Schoß „gelockt“ habe – sehr gut in Erinnerung bleiben aber die Stricke für die Kälber, mit denen sich damals die zwei Jungen an einem Balken erhängt haben.

Knappe 100 Jahre hat sein Vater, Jakob Winkler gelebt, knappe 100 Jahre gearbeitet und die gleich lange Zeit auch das Leben um ihn herum bestimmt. Man erfährt von der Kargheit, der Sparsamkeit und vom einfachen Bauernleben. Alles schon mal gelesen und gefühlt – doch Winkler schafft eine neue Verbindung, zwischen dem bekannten Kärnten und einer neuen Welt, die nach ganz eigenen Regeln funktioniert und in der das Sterben zum Leben gehört.

„Roppongi“ ist keine Abrechnung und kein Verschließen offener Wunden – Winkler bleibt sich treu, erfindet aber eine Sprache, die nicht mehr nur in Gut oder Böse teilt. Es ist ein lesbarer Abgesang an eine Vergangenheit, die Grundlage für sein Schreiben war. Es ist aber auch ein Bekenntnis an die Entdeckung einer neuen Welt, die Wege bereithält, mit dem Tod und vor allem auch dem Leben umzugehen. Wir dürfen Josef Winkler dabei ein Stück begleiten.

Freitag, 6. Februar 2009

Alles schon mal da gewesen

Meisterschaften aus/in/von Österreich, Europa und der Welt

Noch einmal will ich den Knüppel aus dem Sack zaubern und wild um mich herum auf Tagesaktuelles einhacken: Sportliche Großereignisse und Österreich sind wie Nokia und CRM*, das funktioniert einfach nicht. Vielleicht werde ich auf das spezielle Verhältnis zwischen Nokia´s Firmenpolitik und meiner einzig noch verbliebenen Waffe gegen Schindluder und Frechheiten im Handel, der Kaufkraft, mehr Platz einräumen, hier nicht. Schon wieder muss die Fußball-EM als Satzanfang herhalten, denn die taugt als Vergleichsmaßstab immer – aber brauchen tu ich’s nicht.

Die Jammerei der Medien (und die meinige) über die Ski-WM (ja, es ist WM-Zeit, liebe(r) LeserIN) nimmt ihren Lauf – da werden mitunter bunte Statistiken bemüht: Morioka, Saalbach, Val d´isere damals – lauter Erfolge im Skizauberland weltmeisterlicher Natur, nur heuer geht die Rechnung (noch) nicht auf. „Alles dominierend“ kämpfen wir scheinbar nur mit unserem kleinen Bruder Eidgenosse um Medaillen im Weltcup-“Zirkus“ (Nationenwertung, HA!) der laufenden Saison und dann geht’s um das große Ganze der ersten Drei(!) bei einer WM und auf einmal alles Pustekuchen, wie immer. (Noch) Kein warmer Regen (der Medaillen), der auf unser nationales Haupt darniederprasselt, keine kleinen seelischen Erbauungen unerwarterter Triumphe verborgener Talente und JungSPÜNDINNEN und leider auch keine „einmaligen Leistungen für die Ewigkeit“ alter erfahrener (Super-G) Herren in ihrer 14.ten Saison.

Ausnahmen, derer es nie ermangelt, bei all den Regeln, wohin man schaut: Wer ist denn bitte eine Vonn, aus den Vereinigten Staaten? Oder ein Cuche aus der Schweiz? Das sind die Besten (im Moment des Skilaufs zu dieser Zeit) und nicht, wie spasseshalber angenommen, unbekannt, sondern schon längere Zeit auf Siegeskurs, von dem unsere Athleten entgegen allen Anscheins, länger schon größere Umwege in Kauf nehmen. Es geht nicht nur ums wollen, sondern auch müssen. Trainingsweltmeister hin oder her. Was zählt ist der Sieg (WeltmeisterIN!) und dann vielleicht noch der Spiegel der Nationen anhand des gewonnen Edelmetalls(das so genannte Stockerl). Noch ist die Veranstaltung keine drei Tage alt und ich konnte mich schon nicht beherrschen – das nötige Glück den Athleten, auch ein bisschen Spass wünsche ich ihnen (hört sich immer wie Schulskikurslager an, wenn die von Zimmerpartnern reden) und Erfolge werden wir sowieso haben, eben alles schon mal dagewesen.

Nachtrag: Unglaubliche 73 Nationen (so der Veranstalter), die mit insgesamt 504 Athleten antreten, haben sich für diese WM angemeldet, um einen der begehrten Stockerlplätze zu ergattern. Aus Funk und Fernsehen bekannte Ski-Nationen wie z.B. Puerto Rico, der Senegal oder auch Indien sowie Nepal haben ihre Medaillienchancen deponiert. Damit wird mein erster Kritikpunkt (siehe Attacke!) zertrümmert, dass sich nur z.B. Italien, Frankreich, Kanada, die Schweiz oder Österreich (vielleicht auch Norwegen und Schweden) Hoffnungen auf Siege und Platzierungen machen dürfen.

*CRM: Customer Relationship Managment (wie man es nicht macht, siehe: Enttäuschter Kunde, bald im Fachhandel)

Samstag, 31. Januar 2009

Her mit Geschichte!

Ganz so gut kann ich mich nicht mehr erinnern, ob ich mich schon in den ersten beiden Jahren des Volksschulbesuchs mit diesem Thema auseinander zu setzen hatte, die darauf folgenden zwei sicher – unsere junge Vergangenheit, die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts in all seinen Facetten –gemeint ist: das nationalsozialistische Hitlerregime. Und das war, wie wir eben von Kindesbeinen an mit auf den Weg bekamen, keine ruhmreiche (in den seltensten Fällen vielleicht) und daher kritisch(!) und vorsichtig zu besehene Zeit.

Was ich sicher nicht mehr weiß, ist die Anzahl von Büchern, die ich über, um und hervorgerufen durch diese Zeit, notwendig gewordenen Schriftstücke, gelesen habe - bis zur jetzigen fast 25-jährigen, manchmal (un-) gewollten Auseinandersetzung. Die Un-Zeiten waren dem Vergessen gewidmet, um dem Ganzen auch einmal zu entgehen und nicht immer daran erinnert zu werden. Von Erlebnisberichten der Frontsoldaten, Weiss´schen Aufzeichnungen der Nürnberger Prozesse, Kindheitserinnerungen an Theresienstadt (Ruth Klüger) bis hin zu Hitlerreden im Geschichtsunterricht und dem oft angebotenen und belächelten „meinkampf.doc“ in frühen Tauschbörsen, gab es selten Momente des „Nicht-erinnerns“. Hervorheben will ich trotzdem ein Buch besonders, eines der vielleicht wichtigsten Dokumente der Jetztzeit: Viktor Klemperers Tagebücher zwischen 1933 – 1945: Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten.

Vielfältig und unterschiedlich dürfte bei vielen Menschen jener Medien-Mix sein, den man über die ersten fünfzig Jahre des abgelaufenen Jahrhunderts, genauer gesagt, die Zeit des Nazi-Regimes erfahren hat. Oft Pflichtlektüre (die „Tagebücher der Anne Frank“), manchmal Interesse (eben „weiter leben“ v. Ruth Klüger) lassen jene Schriftstücke die bedrückende, erschreckende, gnadenlose und grausame Zeit vor dem inneren Auge entstehen und vermitteln neben dem Geschichtsunterricht á la Filmaufnahmen usw. einen Eindruck, der uns oft mahnt, dass wir daraus lernen müssen – nie wieder! Ein weiteres, großes, manchmal überragendes Steinchen im Mosaik der Erinnerungen legte dabei Viktor Klemperer mit seinen minutiösen Aufzeichnungen eines Juden (mit arischer Frau) und dessen Alltag.

Und so einen Alltag durch die Erzählung mitzuerleben, ist erschreckend. Mit ungekannter Präzision schafft es Klemperer, dem Leser jene Zeit zu veranschaulichen, die man unübertrieben nicht für möglich hält. Heute genauso wenig wie damals. Oft muss man kopfschüttelnd die Bilder vor dem geistigen Auge entstehen lassen, um zu realisieren wie „dünn die Schale der Zivilisation ist (M. Schell) und wie schnell der Mensch sich zur Bestie verwandelt“ – von der Ausschließung vom Arbeitsplatz, be- und gehindert, ohne Bücher zu leben, gedemütigt, bedroht und der ständigen Angst vor Deportation und dem Tod an, gelingt es Klemperer unter Todesangst eines der wichtigsten Zeugnisse abzulegen, derer ein Mensch mit seinen Fähigkeiten zu leisten imstande ist. Als Philologe schreibt er neben dem täglichen Alltag auch an der Geschichte, für jene Menschen, die umkamen in dem Irrsinn zwischen Rassenlehre und dem „wertvolleren“ Menschen. Klemperers Arbeit ist unumwunden eine nicht zu groß schätzende – es ist eines der wichtigsten Dokumente zur Veranschaulichung des geringen Abstands zwischen Wahn und Wirklichkeit, trauriger Realität Millionen von Menschen zu dieser Zeit. Daher ist das Zeugnis nicht nur ein Steinchen in einem viel größeren Mosaik, sondern darf ruhig als ein eigenes Werk betrachtet werden. Eines das uns nicht nur nicht vergessen lässt, sondern auch zu Denken gibt. Kein stummer Zeuge - wider der Dummheit der Jetztzeit.

Buch:

  • Klüger, Ruth: Weiter leben, Dtv
  • Weiss, Erich: Die Ermittlung, Suhrkamp


Dienstag, 27. Januar 2009

Attacke!

Was bleibt einem treuen und fanatischen Österreichsport – Fan (das bin ich ausnahmsweise mal nicht!) als Beruhigung für das doch noch „glorreiche“ (Achtung: Cordoba ist 30 Jahre her!) jedoch im hellen Licht der Aufklärung besehene, peinlich bescheidene Abschneiden der österreichischen Fußballnationalmannschaft 2008 (und das ca. 10 Jahre davor und sicher zukünftig) – es ist das Killerargument Nr.1 und Rechtfertigung für fast eh alles: Im Winter, ja da sind unsere Mädels und Buben wieder ganz oben, da strahlen wir um die Wette in die Kameras der angeschlossenen Fernsehanstalten, da gibt’s zu bejubeln und den „Gladiatoren“ mit zu zufiebern, bis wir alle ganz „krank“ vor Begeisterung darnieder liegen – Österreich ist Skiweltmeister(lich) und Siegesabonnent für die Disziplinen zwischen: Start – Blau – Rot – Blau – Rot – Ziel und Sieg! Ganz Österreich? Naja, fast – bis auf ein ganz kleines Dorf im Süden des Landes.

Wir definieren uns, durch das, was wir tun: als Ausgangspunkt dient die Lebenswelttheorie, die von Alfred Schütz entwickelt wurde. Diese besagt, dass die Lebenswelt, in der Menschen leben, intersubjektiv ist, also nicht nur durch das eigene Handeln bestimmt, sondern auch von Taten, Einschätzungen und Grundeinstellungen anderer beeinflusst wird (1) – Was wäre Österreich ohne Karl Schranz, Toni Sailer oder einem Herrman Maier? Kennt man doch, oder? Allen Unkenrufen sofort zum Trotz: Da(s) sind WIR (wer)! Das gibt uns Kraft. Ganz egal, ob dabei nur eine Handvoll Nationen mitstreiten, das Interesse in vielen Ländern gegen Null tendiert oder in letzter Vergangenheit von „Österreichischen Meisterschaften mit internationaler Beteiligung“ die Rede war – wir kleines Land haben, ob unserer Beheimatung einfach das Talent und die Bedingungen von Geburt an mitgekriegt – das „Skifahren unser“, aufgesogen durch die Muttermilch, Charakter und Rückgrat der ganzen Nation. Und wehe dem, der es wagt an diesem, unseren Nationalheiligtum zu kratzen; des Winterzaubersports aller Sportarten, der den ersten Kanal im heimischen Fernsehen von ca. Anfang Dezember bis Mitte März mit neuem Weißabgleich versorgt. Sicher bin ich nicht der Erste, der zahllose Gedanken an die vielen Stunden verschwendet hat, mit welchen Wiederholungen uns die heimischen Sendeanstalten ansonsten gequält hätten, würden wir nicht den kurzfristigen und manchmal längeren Karrieren erfolgreicher und nicht so toller „Ski-Asse“ verfolgen können. Spontan fällt mir die Sendung „Russisch für Anfänger“ ein, mit der etwas herrisch anmutenden Frau (Привет!), derer ich mich, als eine der frühesten Eindrücke der 80er, kindliches Fernsehtrauma erinnerlich halte. Wieviel an Wissen wäre in mich geflossen, wie viel Unterhaltung musste ich versäumen – andererseits wurde ich doch auch „gut“ unterhalten und womit würde ich mein Stolztriumphgebäude heute denn aufbauen, wenn nicht mit Ziegel der heimischen Skisportsiege aus dem Staatsfernsehen. Früher waren Skirennen ein Familenmuss mit gemeinsamem Absingen der Nationalhymne (Achtung! Übertreibung), heute Dauerberieselung.

Schon oft durfte ich einem Benjamin Raich, besser bekannt unter dem Decknamen „Benni“ lauschen, der mich, wie viele seiner Zunft, ob seiner aussagekräftigen Sprache und wieder wechselnden Themen seiner Interviews verblüfft lauschend unterhielt. Groß war meine Begeisterung und eigentliche Herausforderung: jedes Interview nach den Rennen „Bullshit – Bingo“ spielen (ein paar wahllose Begriffe: Bedingungen der Piste, Klima, Ski; Anspruch der Kurssetzung, des Bergs / Trainers / Vati, schwierige Schlüsselstellen, ansteigende Formkurve, leichte Verkühlung und mit götem Dank an Betreuer / Servicemann / Zuseher / Fans / Helfer / Mama / dem lieben Gott).

Und wie so oft, erkenne ich blitzschnell den eigenen Anspruch, nicht anderen Menschen bei ihren Tätigkeiten zuzusehen, sondern die Brettl´n zu packen und auf die Piste zu stürmen (wahlweise Snowboard, Slopestyler o.ä.). Ein Kurz-schluss verführt mich zu der wahrscheinlich nicht-haltbaren These, dass diese theoretische Auseinandersetzung ganz klar auch unsere Lebensumwelt, unser Sein beeinflusst; das Ausgestrahlte, doch wahrscheinlich wieder nur dem höchsten Ziel unserer Gesellschaft dient - Basis der gesamten Ski-Industrie zu sein. Ganz klar, für viele wird auch ein ganz lässiges „Schaut her, so super samma wir!“ – Gefühl vermittelt, und Österreich (46% aller Ösis - bis zu 3,5 Millionen Schluchtenscheisser sahen die Rennen am Kitz-WE, siehe dazu: orf.at/Zahlen) hält bei einem Sturz auf der Streif den Atem an – der Benni darf reden, weil auf seiner Stirn dick und fett ein Etikett klebt, das besagt, wohin es sich am meisten lohnt skifahrerisch zu pilgern – ich sagte ja, ein Kurzschluss. Draussen schneit es (yippih!), ich werde die nächsten Tage sicher wieder eine Liftkarte lösen, stolz beseelt und mit Freuden zu Tal schwingen – ganz ohne TV-Konsum. Здорово!

(1) Lebenswelttheorie von Alfred Schütz: siehe Flaschenboden!

Freitag, 23. Januar 2009

new adventures in real-life

Irgendwie geht mir diese „Abenteuerschiene“ nicht aus dem Kopf – nicht die virtuellen Abenteuer seines Alter Egos in Adventurien, online; Nein, ...klar, auch im „normalen“ Leben begeht man Abenteuer, angesichts radioaktiv verseuchter Kohlköpfe Bulgariens, melaminertränkter Milch aus der Volksrepublik und dem nervenden Versuch, einen Einkaufsspaziergang in der Fußgängerzone ohne Grippeviren und anschließender Bettlägerigkeit zu überstehen, danke – alles klar, oder? Diese Art Abenteuer meine ich auch nicht, vielleicht nicht die ganz großen, letzten, ersten, übermächtigen Abenteuer, siehe: Mt. Everest, Ultra-Triathlon, die „Dakar“ z.B.; grad zu Ende gegangen, jene welche - nicht mehr von Paris bis Dakar (schon lange nimmer, aber immerhin Afrika führte) sondern diesesmal erstmals in Südamerika rumkreuzte, mit richtig viel Geballer, Geboller, Race, eindrucksvollen Landschaften, toller Berichterstattung und leider auch Unfällen (mit Todesfolge – Rennsport pur? In Afrika wg. Bürgerkriegs nimmer, dafür dort mit ständig Geballer, mhhh).

Naja, ein ganz kleines bisschen „Dakar“ schon: Das ist jene Schiene, die ich befahren will, nur darf´s halt nicht gleich ein Brecher wie die D. sein – bin ich Rennfahrer mit Geld ohne Ende, freier Zeit und einem Serviceteam, dass mich durch die Dünen schleift, derweil mein Körper ruht? Nein, und so ganz will ich das auch nicht sein – mich rufen eher zwei Tage Offroad durch ne klitzekleine Wüste mit Ankommen, sich freuen und ans nächste „Abenteuer“ denken. Oder einer kleinen Entdeckungsreise in die Alpen, statt Cluburlaub oder Thermenaufenthalt – bähhh? für das ist man eh nie jung genug, aber es hat für mich den Hauch von alt und gesetzt, kein Funke von abenteuerlust(ig) und Erlebnis. (und da solll mir jetzt niemand mit Spaßgesellschaft und Eventkultur kommen!) Also echt!

Über meine wieder erstarkte Leidenschaft zum kleinen Abenteuerausflug ohne Knochenbruch, dafür Satisfaction – Factor, stolperte ich über die Macher der Site, die ich in den Links empfehle, obwohl die schon seit Sept. 08 nix mehr veröffentlichen (neben den 100 Ideen, die noch unausgereift in meiner Schublade liegen, Rennfahrertraum inklusive) – einer der Jungs von antigames (Au ja, Spielesite!) ist begeisterter Teilnehmer von: mongolrally 08 – soweit ich verstanden habe: mit schrottreifen Karren durch Kazachstan (!) brettern, ohne dem „sicheren“ GPS – Quatsch, zu zweit mit Verlusten auf der Materialseite. Eine Billig-Dakar auf vier Rädern für „Arme“. Und hier bitte keine Vergleiche, weil die Dakar eben das nicht ist, mehr ne große, die größte, geilste bla-bla usw. Veranstaltung für vier und vor allem Zweiräder – ganz großes gefährliches Kino Abenteuer für Kinder Männer. Und auch noch dafür wäre ich zu begeistern!

Kleine und große Abenteuerideen, Vorschläge mit anschl. Teambuilding willkommen!


Inhaltslinks:

Mongolrally: http://mongolrally.theadventurists.com/index.php

Dakarmaterial und –bericht: http://www.dakar.com/2009/DAK/LIVE/de/1500/index.html

Donnerstag, 22. Januar 2009

musikrückschau 08

Ein paar Bedenken habe ich schon, muss ich zugeben: Jedes Mal wenn ich Listen schreibe, taugt mir das so gut, dass ich mir denke, man kann die ganze Welt in diese Einstufungen pressen, geht nicht eh klar, aber alleine die Idee – die Kehrseite ist natürlich, dass man eine Reihung vornehmen muss (und damit in des Teufelsküche gerät, das neben dem Einordnen jeglichen freien Umgang damit versperrt). Natürlich denk ich da noch weiter – Was ist, wenn ich was vergesse, was wirklich wichtiges auslasse oder was nehme ich als Maßstab? – diesesmal geht’s um Musik. Die mich Tage- und na klar, nächteweise begleitet hat. Ziemlich erfolgreich erlag ich der Verführung, noch einen iPod (jawohl, ich stehe echt drauf) anzuschaffen; klein, leicht (auch zum Laufen) und was ganz anderes als mein massenspeicherfestplatten-irgendwann-echt-groß-jetzt-naja-langsam-in-die-jahre-kommenden-4G-iPod. Ich schreib da mal auf, wer und ein bisschen warum, keine Alben, vielleicht nicht einzelne Songs für ein Best-of Album, also, Maß-stab, bitte! Man nehme: lastfm – Listen, plus iTunes – Bewertungen, mal Begeisterungsfaktor inklusive einzelner Lieder welche mit emotionalen oder geistig - aussergewöhnlichen Erlebnissen verknüpft sind und nach einem Mathe-Studium mit hohem philosofischem Faktor darf das erste Mal beruhigt in die Tasten gehämmert werden – Vorhang auf:


Ganz oben vom Gipfel leuchtet (and the winner is ) *trommelwirbel*

1. Magnetic Fields – die Entdeckung 2008. Danke, Danke, Danke Stephen Merritt – so viel am Text habe ich selten gehangen, so übereinstimmend genickt und ja, noch mal seis gesagt, gedankt, dass es so etwas gibt. Ein aussergewöhnlicher Songschreiber mit manchmal banalen, manchesmal glänzenden Songs, die bei mir funktionieren, Jau!

Anspieltipps: A Chicken With Its Head Cut Off, Reno Dakota, I shatter. All my little words, und ABSOLUTELY COCKOO!

2. The Mountain Goats: Was habe ich 2008 für Gefühlsstürme erlebt, was war das tw. für ein Sch***! Muss so gesagt werden – aber auch feste Sonnenschein! Und immer, immer war Mountain Goats zur Stelle, immer! Hammer! Mehr geht (ging) nicht. Gäbe es zwei erste Plätze, dann aber...

Only a few of very good ones: So Desperate, Going to Utrecht, Heretic Pride.

3. Crystal Castles – klingt doch wie ein Level bei Super Mario Bros, oder? Ja? Die verwenden zufällig auch Samples des Retrogames und mixen, und bass-en und blinken und tit-telit – ich als alter Freak ausgefallener Elektromixxe hebe ab, groove, shake, bewege mich im Takt und oft einfach Roboto dance (muss niemand im RL sehen ;) – Partymucke, ole.

Brzzz: Love and Caring, Air War, Dolls und Bloc Party´s Hunting for Witches – Remix, omg!!!

4. Aereogramme – also, wer eh schon melancholisch veranlagt ist und dazu echt guten Gitarrenrock haben will, muss A. hören, solche Perlen, leider! Gibt’s die nimmer, aber zig-Petitionen laufen für eine Wiedervereinigung, oh yeah!

Tipps: eh alles...haben 5 CD´s, mehr werdens nimmer *schnief*

5. Anouk: Irgendwie hab ich die Heulsuse gebraucht, lese ich da an Spielhäufigkeit – und ja, für mich kanns die Frau! Nit alles – aber hey, das was kann, kann.

6. Japanther: Zufall in Wien – been there, gehe ein Konzert ins Chealsea und da spielen grad J. – was für Schweinerocker! Und ein Jahr danach erinnerte mich an ein sehr cuuules Konzi – paaast!

Zwischenresumee: Das Jahr war aber auch echt lang – mir fast unheimlich lang. Ich guck da Listen durch, und sehe Stücke, die mich echt verwundern, tja hatte halt alles seine Zeit, aber heute nimmer so ein Gewicht, fast Schade dass dieses Resumee nicht aus Erinnerungen zehren kann, mhhh.

7. Auch aussergewöhnlich gut waren: dj BC, Suzzy und Maggie Roche, Roper, Banner! (HC roxx!), Portman. Bon Iver, Portishead!, Late of the pier, Amy Winehouse! Otis Redding, The National, The Cardigans again and again, Spoon, Young Marble Giants, Theoretical Girl, Hadouken! Und Ostkreutz! Rest habe ich vergessen, unterschlagen oder einfach genossen, ohne zu markieren - und der letzte Rest: siehe last.fm, weil es an zahlen, Daten, Fakten im Web 2.0 nit zu übertreffen ist – abgesehen von der Mucke im Auto! Die CD lebt (leider noch immer) – ich wünsch euch angesichts dieser Fülle ein musikalisches Jahr 09!

x. Stay Tuned

Freitag, 9. Januar 2009

Achilles läuft vor

Gute 25 Jahre (in Worten: Fünfundzwanzig) habe ich mich gegen das Laufen gewehrt, habe mich darüber amüsiert und die LäuferInnen sowieso. Bis auf ein kurzes Intermezzo zum Konditionsaufbau in sehr aktiven Zeiten (eben seit Kindesbeinen an) beschränkten sich meine Einsätze auf Zwischensprints beim Fußball, Schnell-Abhauen nach übermäßigem Gemaule in/aus der Stadt, Ski-laufen im Winter und zum Trafikanten „laufen“, Drogen holen. Jetzt bin ich selbst einer derjenigen, die frühmorgens, bei einer Wie-nur-was-Scheisskälte im Wald verschwinden und nach gut einer Stunde keuchend, verschwitzt, aber glücklich dem Wald, noch immer laufend, wieder Scheisskaltwald sein lässt.

Jetzt ist alles anders. moto in motion eben. Vergleiche mit anderen Läufern werden da gezogen: „Ach, einen unter 5er – Schnitt“, tja, die neue Polar...“Was der läuft auch?“ usw. Nicht dass ich da falsch verstanden werde – nicht Joggen ist das, richtig laufen, gegen die Uhr, andere und meistens sich selbst. Der Lauf zum Dealer an der Ecke erübrigte sich aus (wirklich!) unerfindlichen Gründen seit 600 Tagen und mehr, ich benütze seitdem Taxis und Fußball spiele ich immer noch...mit anderen; beim Laufen ist ja man meistens allein. Und damits nicht ganz so verlassen ist, gibt’s neben den Spekulationen über die nettesten, neuesten Anschaffungen ( = WARME Laufsachen) auch Literatur, die einen im Kopf begleitet. Brrr.

Achim Achilles schreibt Kolumnen im Spiegel. Täglich, Wöchentlich – was weiss ich. „Lese“ den Spiegel einmal im Jahr, das nennt man dann durchblättern – und lege ihn schnell wieder weg. Haben wir in Österreich auch, Profil usw... Wochenblätter, die berichten. Lebe noch ein bisschen im „Lese dann noch lieber den linken Falter und fühle mich wohl dabei“ – Universum.

Achilles Verse – die Kolumnen des Achilles in Buchform sind jene Labsal auf die geschunden Füße von Laufanfängern, die man abends nötig hat. Ich bin einer jener Vertreter, die sich ohne Plan in das Getümmel stürzten und dann erst gucken was passiert. Ohne Trainingsplan, mit einem Wissen, das über orale Kommunikation nicht hinausreichte. Tipps von ehemaligen Läufern, Aktuelles von befreundeten Triathleten, hmmm – das ist ja alles nix, hehe...Achim schreibt Tagebuch, von seinen (Wieder)-Anfängen weg, ein(er) Figur mit der man sich im wortwörtlichsten Sinne identifizieren kann. Gibt Tipps, zeigt auf, wird von seiner Frau kritisiert, fällt auf die üblichen Verkäufertricks rein, kämpft mit Schmerzen, laboriert. Also genau mit all jenen Vorkommnissen mit denen man selbst konfrontiert wird. Also noch mal: Unwille, Faulheit, Ehrgeiz, Wettkampf, Rückfall, Zielen usw...Ich sag da nur: Endlich! Trainingsplan inklusive, wenn auch in jener Form, die so jemand wie ich nötig hat – es gibt jemanden, dem geht es genauso, wenn auch manchmal schlimmer und man darf sich darüber amüsieren, lacht manchmal (wieder einmal!) laut auf und schämt sich auch schon einmal fremd (auch für einen selbst, why not!). Unbedingt Lesen – jene die Laufen und jene, die mit einem Läufer im Leben zu kämpfen haben werden verstehen. Also so jemandem wie mich. Und ich geh jetzt erstmal Laufsachen kaufen, warme natürlich.

Buch:
Achilles, Achim: Achilles Verse, Heyne, München, 2006.

Tipp:
iPod und Nike+ Laufkit (Motivation und Daten én masse)

Dienstag, 6. Januar 2009

In die Bucht raus auf See

Was habe ich mich schon geärgert, mich gefragt warum immer (!) andere den großen Fisch an Land ziehen, während man selbst kleine Köder aus dem Netz holt und darüber trotzdem noch erfreut ist; Ärger über einen selbst, wenn eine A(u)ktion mal wieder total daneben geht und man zähneknirschend einen Artikel verpackt, der gut das fünffache von dem wert war, was am Ende beim „Glückwunsch, Sie haben...“, ach einfach grrr *knirsch* – und selbst dann „fahre“ ich nach längerer Abstinenz wieder zur See hinaus: die elektronischen Bucht eBay kann es eben noch immer. Die Zeiten ändern sich und mit ihnen die Einstellung des Seemanns zum Bieterwahnsinnsflohmarkt des Internets.

Die Mannschaft zusammentrommeln, mit „Bilder machen“, Angebot erstellen (lange Zeit ohne Editor, omg), den Stapellauf miterleben und jeden Tag bis zum Ablauf des Artikels cirka 127-mal auf den ´Aktualisieren-Button´ drücken – eBay kann richtig in Arbeit ausarten. Von Antworten auf Fragen geben, die man ausdrücklich in der Beschreibung ausführte bis zum Ende hin der Abrechnung entgegenfiebern - all das hat sich in den vielen Jahren auf eBay nicht verändert, der „Marktplatz“ aber sehr wohl. eBay erlebte mehrere Boom-Phasen, denen die entgegen gesetzten Ernüchterungen ebenso regelmäßig folgten, wie die Seefahrer den Passatwinden auf der Reise nach ihnen unbekannte Gebiete. Der Anfang (und diese Floskel verwende ich hier so gerne!) war geprägt durch eine tolle und vieles überwältigende „Goldgräberstimmung“ – alles, ja wirklich alles konnte man verkaufen und auch kaufen, Alles! Und das mit schier unglaublichen Spannen; ´eBayen´ wurde Volkssport und damit wohl bekannter als die Mayflower der ersten Pilgrims, nur für einen selbst blieben die Unglaublichkeiten aus – grundlegend war und ist der Umstand eines Online-Marktplatzes mit all seinen Angeboten und Möglichkeiten der für eine wohltuenden Erweiterung einer regional beschränkten Handelsmöglichkeit mit geringeren Erfolgschancen sorgt. Schiff Ahoi!

Nach den letzten Änderungen des Bewertungssystems 2008, den vielen kleinen und großen Skandalen, den Skurrilitäten (Unglaubliche Beträge für den Papst-Golf! – U-Boote und Kampfjets aus den GUS - Staaten) von denen man hörte oder leider manchmal auch selbst miterlebte („so wie neu!-Artikel), den Enttäuschungen mit Profianbietern, der Abkehr aus Angebotsarmut und gleichzeitigem Verteufelns, der Suche nach Ersatz und der Rückkehr, kämpft eBay wie auch jede andere Plattform mit seinem größten Kapital: den (An-)Bietern. iPhones aus Hongkong, Crocs aus Thailand, gebrauchte Dieseljeans aus den 80-ern, Holzbeine, Glasaugen und falsche Papageien – dahinter stehen Variablen (= unberechenbare Menschen, die manchmal lügen!, Kleinigkeiten verheimlichen, nicht sofort zahlen wollen usw), die wie man selbst, Geld verdienen wollen – als Käufer will man im besten Fall nur das Mindestgebot berappen und beim Versand noch feilschen. Die Variablen sind aber, wie so oft, wenn sich Menschen dahinter verbergen nicht austauschbar – und eBay hat gelernt, entweder regulativ oder durch Sanktion der Variablen. Ach ja, irgendwo trifft man sich immer. Des einen Freude, des anderen Auktion.

Und mit den vielen kleinen und großen Änderungen des Auktionssystems hat man sich selbst auch verändert – im guten Glauben, Gold in den Händen zu wiegen, setzte man die Segel, ohne Angst vor Seeungeheuern, Meutereien oder Skorbut. Was habe ich mich danach geärgert – ich schwor mir: Nie wieder eBay – dann werf ich die Sachen lieber weg! Ich brach zu neuen Ufern auf, Amazon, Play usw... – sie waren meine Rettung – es gab noch andere Passagen zu befahren.

Sie waren und sind eben anders. eBay hat mich wieder! Jetzt habe ich es gern, wenn ich an einem Artikel mitfiebere, beim Verkaufen und beim Kaufen mein Puls steigt, ob noch jemand bietet, ob ich den Artikel kriege – und oft freut mich ein netter Kontakt, ein paar Euros und das es jemanden gibt, den jene Dinge glücklich machen, die ich nicht mehr verwende. Gadgets, Kleidung, Nippes, CD-Player, Dinge, die weiter in Benutzung stehen oder einfach nicht mehr bei mir verstauben. Oft nicht einmal das Benzin zur Post verdient, manchmal monetär entschädigt und sich wundernd, wer für solchen „Müll“ sehr, sehr viel bezahlt.

Dafür wird eBay wohl immer eine (Schiffs-)Reise wert sein.