Posts mit dem Label Fotografie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Fotografie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 27. April 2010

A lot of...

Einmal die Woche verschaffe ich mir auf den üblichen Seiten einen guten Überblick dessen, was man an Bildern im Internet so gesehen haben muss, um mitreden zu können - bzw. um dem kollektiven Gedächtnis eine weitere Leerstelle zu füllen. Es sind zumeist Bilder die Sinn-frei sind, aber dennoch anzusehen, ach ja: eine der beiden Seiten ist doch gut!

A lot of Steampunk Pictures, A lot of crap, A lot of Lego creativity, A lot of nothing

Mittwoch, 7. April 2010

Bildersprache

Noch seltener als Familienfeiern stattfinden, ist es, bei diesen Anlässen die wenigen ordentlichen Fotoalben (in Stunden hergestellt, in denen man WIRKLICH nichts zu tun hatte) und die vielen, vielen verstreuten Bilder die Runde gehen zu lassen. Zumeist entdeckt ein gelangweiltes und stöberndes Mitglied irgendwo beim Kontrollgang in der Wohnung ein Bild, welches für den Besitzer sofort zur Folge hat, seine Ablichteschatztruhen für diese Mitglied zu öffnen und zu hoffen, dass man unbeschadet, ohne in Geschichten zu verfallen, die Mini-Show überlebt. Unerhofft bleibt es bei der intimen Beschau eher nicht– vermutlicher zieht das die Zeitzeugen so massiv in den Bann, sodass sich die gesamte Gesellschaft vom Tisch aufs Sofa bemüht und in heiterer Laune das Besehene bespricht.
In modernen Zeiten, wie den unsrigen (wobei ja jedes Jahr modern ist, man will halt den Minivorsprung gegenüber den früheren Zeiten viel heller erscheinen lassen) gibt es ja ach so vieles am Computer, wie auch die unzähligen Schnappschüsse der letzten fünf Jahre – nur anschauen will die niemand so recht; zu klinisch, zu umständlich(?) - da heißt es in Zeiten, an denen man noch ein bisschen mehr Zeit hat als wirklich nichts zu tun, aussortieren und ausdrucken (entwickeln hieß das früher). Wer seine Lebensmitte bereits überschritten, darf sich einer Fotosammlung rühmen, die aus cirka 50% Bilder der Kategorie „Mist, da muß ich jedes Bild kommentieren, warum es denn sooo schlecht ist“ besteht – weil immer alle Bilder der Filmrolle entwickelt wurden und man nie aussortiert hat.
Der Geistesablauf für viele der teilnehmenden Gucker selbst ist ähnlich, es gilt das folgende Martyrium durchzustehen:
  1. So bescheuert hat man einmal ausgesehen
  2. So jung werde ich nie wieder sein
  3. DAVON gibt es wirklich Bildmaterial?
  4. Zum Glück sind die Menschen vergeßlich
  5. DAS gehört da eigentlich nicht hin
  6. wer wie wo war das denn noch mal
  7. Lustig, schau mal! (um abzulenken)
  8. Zum Glück ist es bald vorbei
Und mit dieser tiefen Schau in die Untiefen menschlichen und vor allem familiären Daseins darf man sich kurz hineindenken und fühlen, was es damals alles so festzuhalten gab. Manches mal sind das Personen non grata – darüber und ein bißchen mehr hüllt sich eine Familie in Schweigen. Es gibt keine Familie, die nicht ihre kleinen Geheimnisse mit sich herumträgt. Oft so sagt man, sind es diese Feinheiten die den Unterschied ausmachen; ob man zum innersten Kreis gehört, oder einfach nur zugerast, nie die Hintergründe verstehend einfach so am Tisch beisitzt. Manchmal Anlass für Schmerz, Trauer aber auch Freude dieses einmaligen Augenblicks. Dass dabei so manche Blüte ihr Unwesen treibt, die erklärt werden will ist auch klar.
Danach fühlt man sich um vieles den Menschen verbundener, die man so unterschiedlich betrachten durfte und manch einer nimmt sich vor, wieder mehr zu knipsen. Für eine ganz private Rückschau an ein Gestern, das festzuhalten oft nur auf Fotos möglich ist.

P.s. Technisches Retrodetail - Wer Fotos sein eigen nennt, die rückwärtig einen Magnetstreifen besitzen, kann anhand eines tauglichen Abspielgeräts manchmal auch die eine oder andere Story über das Bild erfahren. Sehr viel Zeit, Akribie und Information des Bildbesitzers vorausgesetzt. Da knüpfen in meinem Kopf schon die tollsten Geschichtenspinnen ihre Netze…

Dienstag, 25. August 2009

Spy vs. Spy

Zwei von mir heiss geliebte Bereiche nehmen beim Durchforsten des Internets massig Zeit in Anspruch: Neuigkeiten auf den Gebieten rund um Apple und die favorisiert-motorisierten Zweiräder. Und bei Beiden treten online dasselbe Phänomen auf - Photos von „Erlkönigen“, den Ablichtungen von Produkten vor dem Markteintritt. Irgendwo leakt es im großen Geheimnisgetue auf dem Weg der Entwicklung und auf einmal taucht ein Photo auf eine chinesischen Website auf; mal sind es interessierte Urlauber, die mit ihrem Alleskönner von Mobiltelefon einfach mal scharf ran zoomen und die neueste technische Errungenschaft für die motowelt festhalten. Gemeinsam sind den Spypics: Aufmerksamkeit. Und genau diese Aufmerksamkeit zieht einen Rattenschwanz an marktrelevanten Folgeerscheinungen mit sich: verändernde Börsenkurse, Markttendenzen, Kaufabsichten, Werbewerte und nicht zu vergessen, ein Heer von Anwälten, die diesem Online-treiben ein Ende bereiten wollen.

(Fast) ganz abgesehen von der Firmenpolitik, die bei einer ganz bestimmten Computerfirma schon komisch (hier: lächeln, ohne bashen) anmutet, ist dem Unternehmen und auch dem potentiellen Käufer Vorabinformation zu seinen zukünftigen WillHaben-Produkten eigentlich recht. Dabei bezieht sich das Füllwort eigentlich nur auf jene minimale Käuferschar, die fast delirisch der offiziellen Präsentation entgegenfiebern und unhinterfragt das Börserl zückt. Der Rest freut sich auf Neuheiten, erwägt den Produkttausch schon früher oder erquickt sich am eigenen Besitz, da nichts Nennenswertes nachzukommen scheint. Bis zur Messe, der PK oder einem Stichtag ist das Ganze nur lautes Geraschel im Blogwald, dass mit den Emotionen der Kunden und dem verworrenen Finanzsystem unserer Tage spielt.

Schade dabei ist, dass Photomontagen heute nur all zu leicht als schlechtgemachte Fakes identifiziert werden und manchmal noch schaderer, dass die Erlkönige wirklich genau so erscheinen, wie sie Monate oder Jahre davor abgelichtet wurden. So als wäre dazwischen keine Entwicklung von statten gegangen. So hofft man, dass bei der nächsten Aktualisierung dann jenes Produkt dabei ist, von dem man auch ohne Erlkönige zu träumen gewagt hat.

Samstag, 28. Februar 2009

Einfach genial

Die Zentrale der „Lomographic Society International“ liegt in Wien - in irgendeinem Bezirk, Navi sei dank. Gar nicht so einfach, das Gebäude von den anderen im Umkreis zu unterscheiden, keine Plakate, keine Leuchtreklame aussen und wahrscheinlich (was weiss ich denn von Wiener Wahnsinns-Firmen) sehen sich die Häuser innen auch noch ähnlich aus. Nein, okay, erwischt, das glaube ich wieder nicht, denn so locker, so unkompliziert stellt man sich vielleicht Arbeitsplatzaussehen bei Google vor, dann noch in ein paar Alternative - Unternehmen und vielleicht die Zentrale der Grünen und der KPÖ, neee – die KPÖ nicht, die sind immer zu wenige und haben keine Schreibtische, sondern nur Einstellungen. Ich sitz also auf einer Couch, vor einem Schreibtisch und das Mäderl, dass mir unterschiedliche Kameras anpreist, könnte auch Rockabilly – Scheiben vertreiben. Tut sie aber nicht. Wir lächeln kurz, sie erinnert sich. Sie nahm vor gut zwei Wochen meinen Anruf entgegen, bei dem ich ihr mein Anliegen beschrieb, und auch versprach die Kamera direkt abzuholen (ach ja ganz schöne Geschichte, wenn man dann alles so von „innen“ beschreiben kann und im Blog steht: „Sie staunte über den Umstand, dass man „EXTRA“ wegen der Kamera nach Wien fuhr – tut man nicht wirklich, aber Fiktion ist Satisfaktion – daher: weiter)

Denn: Ganz verstehe ich meine Einstellung zum Fotografieren (an dieser Stelle irgendwas, z.B. Technik einsetzen) selbst nicht: Da arbeite ich jahrelang für einen Top-Cam-Hersteller, werde nicht zu selten mit Super-Material ausgestattet, hab das neueste vom Neuen in den Händen und schieße mich selbst ins vorige Jahrhundert – nach meinem Abenteuer in Portugal, erwarb ich eine LOMO-Kamera! Spacy, Freaky, Retro, Frenzy, Fucky, so what. Plastiklinse, ANALOGFILM, eine Einstellung – kein Zoom, nur noch Langzeit- und die Möglichkeit des Doppelbelichtens und Spaß! Hallo! Ja, Spass – wieder mal einfach gedankenlos abdrücken, knips, knips, es entstehen cirka 200 schrottige Pics, alles Wegwerfmaterial, aber: who cares! Lomo ist so ziemlich alles, was uns Hersteller seit Jahrzenten auszureden versuchen – doch der Kunde agiert, anstatt gelenkten Einkaufs. Polaroid z.B. gibt’s nimmer, war Drecksmaterial und super-teuer, doch kennen tuts jede®. Und es war uncool und heute cool. Doch wer will das – wer ärgert sich nicht über seine ZU LANGSAME Kompakte (DigiCam mit 12 Megapixxxels) und darf die quality Pics des Freundes bestaunen, alles geschossen mit 2,8er Linse (nur 850€) auf einer DSLR (egal welche, weil alles superschnell), nur 2KG Gewicht Schleppmass und 20cm x 40cm Tasche zum Umhängen. So! Klar! DAS sind Photos! Der Rest Kindergeburtstag – auf dem ich seit dieser Woche cirka hundert Kerzen abbrenne, mit nem Dauersmiling! Strahlemann, denn das wichtigste beim Fotografieren ist immer noch: Licht!

Tipp: lomography.com - just shoot it!