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Dienstag, 25. September 2012

Ich muss mich nicht mehr kämmen

Ich muss mich nicht mehr kämmen. Nicht nur, weil sich meine Haarpracht der eigentümlichen Bezeichnung "Altherrenkranz" mit Mäuseschritten nähert (es ist bis jetzt noch einfach eine längere Stirn, basta!) - ich lebe in Zukunft einfach die Setz´sche Bezeichnung von "Sozialkorrektur durch Mitmenschen". Clemens Setz, der Schriftsteller, kämmt sich auch nicht mehr, zieht lt. Interview dazu irgendwelche Sachen an und lässt die Mitmenschen um sich, nicht nur in sprachlicher Weise urteilen, wie man wohl aussähe; viel mehr erlaubt er direkte Eingriffe durch Haare-aus-dem-Gesicht-Streicher, Kragen-runter-Steller oder Ulkig-Aussehen-Lacher usw. (vielleicht auch Mitesser-Aufpiekser und Anschliessend-drauf-Rumdrücker, ganz weiß ich das nicht, wir haben noch nicht persönlich verkehrt und es gibt auch Grenzen der Offenbarung in öffentlichen Medien)
Meine Umwelt wird sich sicher besonders intensiv in mich hineininterpretieren und so einen Menschen nach ihren Vorstellungen schaffen. Gottgleich pappen Sie ihre Spucke an die Stellen über die Ohren, die von meinen Friseurinnen vergessen wurden, ich sehe mit Bodytraining meinen Tonus sklavisch formen und Vögele-Sakkos schwingend auf mich einprügeln. Was werde ich in Zukunft für absonderliche Blicke auf mich ziehen, abstruse Ausrutscher einer Schneiderei durch die Gegend spazierend, unter schiefen Blicken die Haupteinkaufsstrassen absolvieren, in dem Bewusstsein, äusserlich durch liebe Hände einzementiert zu sein.
Die Spitze der aktuellen und zukünftigen Grausamkeit wird der Einlauf auf die Zeltfeste in der weiten Umgebung sein, den ich unter sicher feistem Gejohle immer wieder Sonntags zu absolvieren habe, in Tierhaut und Karo-Tischtuch gewickelt, mit Filzhut, Bierglas und einer Wurscht bewaffnet. Es wird viele geben, die so wie ich, durch Geisterhand bestimmt, durch den Stroh- und Holzschnippselbedeckten Matsch waten, ständig grinsen, denn sie wissen wie ich: es ist gut und richtig. Abends noch im leichten Biernebel, die Welt verhangen, darf ich den Aufzug gegen Schlafgewand tauschen, dass bei mir aus dem Nichts besteht, welches bleibt, wenn keine sozialen Korrekturen mehr passieren.
Freudig blicke ich dem Zeitpunkt entgegen, wieder die modische Oberhand zu gewinnen, auf Einfluss von aussen manchmal zumindest  scharf und bissig zu reagieren, nicht frei von Würde die langweiligsten und lächerlichsten Stoffe auf den Jahrmarkt der Eitelkeiten bringen und auch noch zu grinsen, wenn meine dünnen Haare vorne herab in den Augen stupfen und die Sicht auf meine KorrekteurInnen teils verwehren. In Zukunft werde ich mich wahrscheinlich wirklich nicht mehr kämmen müssen. Mit sozialer Korrektur wird das aber wenig zu tun haben.

Fauser in echt

Klar, die Umstände sind mysteriös. Nachts auf einer Autobahn wird ein Fußgänger! von einem LKW erfasst und kommt zu Tode - ein Mensch, der normalerweise mit einem Taxi durch die City reist, über die Gefahren des Querens einer Autobahn in angeheitertem Zustand aufgrund langer Erfahrung im Umgang mit hochprozentigem weiß und das Ganze liegt jetzt bereits 15 Jahre zurück und trotzdem bleibt der Tod ein Rätsel...

Die Rede ist von Jörg Fauser, dessen Erstling ich wieder mal in zwei Tagen durchgerockt habe. Mit Blum auf Reisen im "Schneemann" ist eine Achterbahnfahrt durch das Deutschland der Achtziger, Agentenstory, Krimi und eben Milieu - jenes, welches Fauser in der Todesnacht aufgesucht hat, zur Recherche. Dass einigen Gesellen das missfallen hat, versteht sich von selbst. Eine Verbindung zu den mysteriösen Umständen herzustellen: unseriös. Was bleibt sind die Werksausgabe in Neun Bänden, die, sollte man nicht die wichtigsten Werke eh schon im Regal stehen haben, sicher mal in Erwägung ziehen kann. Hab ich eh schon mal hier erwähnt - gehört halt wiederholt, gekauft, gelesen und gut ist.

P.s. Fauser war verheiratet - die einzige Bande, die er einging - lt. seiner "Selbstauskunft" - keine Clubs, Verbände oder ähnliches. Keine Stipendien, keine Preise, keine Gremien, keine Akademien, keine Jury - ansonsten: unabhängig!

Mittwoch, 12. September 2012

Ballester

Natürlich schaue ich gerne Fußball - vornehmlich im Fernsehen, seltener in der Realität, die Unterhaus - Erste Klasse - Fetzer haben mich nie dazu bewogen nach meinem Gespiele zu bleiben. Ich lebe meinen Fußball mind. einmal die Woche aus, daher gebe ich meinen Fußballkonsum nicht offen zu, sondern verbläue dem anderen das mit dem Spruch, dass ich eher nicht gerne zusehe, sondern selbst spiele (fast so, als wenn ein Musiker, keine andere Musik mehr anschaut, sondern immer den Impuls verspürt, selbst die Bühne zu erklimmen, immer und überall, was mitunter zu sehr heiteren Momenten führen kann).
Also, Österreich vs. Deutschland stand gestern auf der Speisekarte und das 2-gängige Menü war eines der leckersten der letzten Jahre. Trotz Niederlage bin ich, ob des Einsatzes, der spielerischen Komponente und der Spieler selbst beruhigt, so, in eine ernstzunehmende WM-Quali gehen zu können. 
Und wieder: Natürlich war das gestern Deutschland, gegen die man besonders motiviert ist, die gestern eine wirklich grätige Vorstellung gegen groß aufspielende Österreicher abgeliefert haben und natürlich hätte man einen Punkt verdient. Aber so ist manchmal Fußball und es gibt noch 10+ Spiele, die beweisen sollen, dass man auch gegen Kasachstan oder Schweden so hervorragend kickt - dann wird's auch den unvermeidlichen Sieg geben und am Ende eine WM mit Beteiligung geben.
Zu einem wirklich runden Abend wurde es, als mir meine Frau lexikales Wissen über die Begegnung der ungleichen Brüder (Ö3? bereitets mundgerecht auf) ins Ohr nuschelte und am Ende so mitfieberte, dass die Spannung im Raum spürbar wurde. Manchmal muss man Frauen einfach für ihre Mitbegeisterung lieben. Bald ist wieder Turnier, da darf Sie ihre Begeisterung groß ausleben - wenn ich auf der kleinen Fußball - Bühne stehe.

Freitag, 17. August 2012

Games.com

Die Tage eines intensiven Gamer-Lebens scheinen vorbei, als ich stundenlang vor dem Bildschirm sitzend, Gegnermassen meuchelte oder Städte auferstehen ließ. Die letzten Jahre verstaubte mein Standrechner mehr, als dass er vor sich hin werkelte, die Grafikkarte wurde von drei offenen Ordnern und vielleicht iTunes zum Hochfahren bewegt und meine Skill-Hand verrottete statisch an einer Klickorgie im Oldiewahn a la "Oldtimer" aus dem Jahre 1994 und (aufgepasst) MegaLoMania!
Natürlich habe ich versucht, mich zum Spielen zu bringen, die wirklich guten Spiele der letzten Jahre auf meiner FP legen Zeugnis: Fallout, Borderlands und Battlefield (Teil 2 bis 2,5) spiegeln einem vor, dass man eh mitreden kann und Multiplayer(Multiball) kein Flipperhochgenuss der Achtziger Jahre darstellt. Dann waren da noch Higlights a la Torchlight, die mir bewiesen, das ich das alles schon zigmal erlebt habe und leider nur kurzzeitig so etwas wie Befriediegung empfinden darf. Was bleibt, ist die Lücke. Jene, die man sicher durch den nächsten Knaller, das lang ersehnte Sequel zu einem Vorjahrhundertgame füllen kann - und schon wieder ist es August und ich erkenne fern am Horizont bereits die Herbstkracher, die mich wieder (einmal?) vor die Kiste bringen. Boarderlands 2, Torchlight 2, UFO:Enemy Unknown (Remake - Multiplayer und Blitzschach in einem).
Dazu tut sich nach Jahren des (subjektiven) Stillstands auf der Konsolenfront wieder was. Nebst neuen Games (HA!HA! Fifa Teil 23) rollen langsam die neuen Konsolen ans Tageslicht, und ein Kickstarterprojekt sorgt für Unruhe, Ouya (sprich: Oja!) soll was werden, mit Smartphone - Hardware gegen Prozessorpowerflaggschiffe, mehr braucht man nicht, ga.
Es ist noch zu viel Sommer, als das ich mich tagsüber mit dem Thema beschäftige, aber weil die Tage kürzer werden, viel Neues angekündigt, mein Rechner noch mithält und in mir etwas unruhig vibriert, hat es sich noch nicht ausgezockt. 

Spätnachts:Im Bett liegend, grübelnd. So etwas wie Vorfreude.
Wenigen Perlen seis gedankt.

Samstag, 31. März 2012

art pour la ...

a bsuff singt in an kanadischen polizeiauto (im o-video: ohne ton) und a nerdy legt an sound drauf - sends shivers down my spine! i mog des der typ so an super taktgfühl hot - in an artikl der zeit hob i vor kurzem glesen, dos der mensch (vülle davon hollt) a super gehör hot, und des beim noch singan von so ane sochen beweist, sogar mit richtiger tonloge und ollem drum und dr; es ghert eh mehrat gsungan :D

p.s. schaut so aus, als war der dude auch in anderen alive ;)

p.p.s gegen di vurratsdatnspeichelung in mundort

Dienstag, 21. Februar 2012

20 Zen Teachings


1. Do not walk behind me, for I may not lead. Do not walk ahead of me, for I may not follow. Do not walk beside me for the path is narrow. In fact, just leave me the Hell alone.

2. Sex is like air. It’s not that important unless you aren’t getting any.

3. No one is listening until you fart.

4. Always remember you’re unique. Just like everyone else.

5. Never test the depth of the water with both feet.

6. If you think nobody cares whether you’re alive or dead, try missing a couple of payments.

7. Before you criticize someone, you should walk a mile in their shoes. That way, when you criticize them, you’re a mile away and you have their shoes.

8. If at first you don’t succeed, skydiving is not for you.

9. Give a man a fish and he will eat for a day. Teach him how to fish, and he will sit in a boat and drink beer all day.

10. If you lend someone $20 and never see that person again, it was probably well worth it.

11. If you tell the truth, you don’t have to remember anything.

12. Some days you are the dog, some days you are the tree.

13. Don’t worry, it only seems kinky the first time.

14. Good judgment comes from bad experience … and most of that comes from bad judgment.

15. A closed mouth gathers no foot.

16. There are two excellent theories for arguing with women. Neither one works.

17. Generally speaking, you aren’t learning much when your lips are moving.

18. Experience is something you don’t get until just after you need it.

19. We are born naked, wet and hungry, and get slapped on our ass… then things just keep getting worse.

20. Never, under any circumstances, take a sleeping pill and a laxative on the same night.

Quelle:Hier

Mittwoch, 23. November 2011

sparkplug

Es will mir nicht gelingen, kurz und prägnant zu twittern, daher habe ich meinen ohnehin verwaisten Twitteraccount in die elektronischen, ewigen Jagdgründe geschossen, oder besser gesagt, geklickt. Auch will ich mich damit rühmen, meinen Paypal - Account schon länger abgemeldet zu haben und jedesmal wenn ich damit kurz in Berührung komme oder draufstolper es zu brauchen, fällt mir ein: Warum ich mich auch noch gerechtfertigt habe, um ihn abzumelden - Assange wird wohl doch ausgeliefert werden, und eien Kreditkarte benutze ich noch immer, leider jetzt vermehrt. Mein Feedback war so wie beim Protest gegen Origin eines von vielen, genützt hat es mir viel mehr - ein kleines Pünktchen ruhiges Gewissen auf meinem Bildschirm der Gefühle.

Was ich jedoch vermisse ist das funktionieren von Goldtscher Weisheit, gesäusselt, gezwitschert; vorgetragen von the man himself - ich fühl mich wie ein Platzanweiser, der zwar bei der Lesung mit dabei ist, aber die Worte fallen nur selten auf fruchtbaren Boden. Das tut zwar nicht weh, aber ein bisschen Wehmut ist dabei. eben wie man selbst.

Es fehlt mir vielleicht der Austausch mit jemandem der ihn auch vergötterte, dann bewunderte, manachmal so schreiben wollte, dazwischen erwachsen wurde, dann wieder Alti wurde, dann wieder ernst und erfolgreich, dann kurze Götterphase.

Goldt schreibt weiter. Liest und seine "spitze" Feder wird feiner. Man selbst ja auch. Der kommt bei mir wieder zurück. Ganz bestimmt. Mein Twitteraccount und Paypalkonto eher nimmer.

Donnerstag, 24. Februar 2011

phon

ich such noch immer ein kleines Megaphon mit Stimmenversteller und Effekten (Sounds!) - als Kind durfte ich auf den diversen Zeltfesten (und, oh meine Freunde glaubt mir, auf denen war ich oft und intensiv, so durfte ich der wundervollen Melodeien lauschen, die da auf mich niederfielen, wie Sternschnuppen in unser Atmosphäre -persidenschwarmartig und noch heute schwirrt mir angesichts der Traurigkeit und Monotonie der Unterhaltung eine besseres Welt vor Augen - heimlich schunkel ich auf einem Regionalsender bei einer bekannten Melodie einfach mit, das dürften Überbleibsel dieser Litaneien sein) mir mit dem erhaltenen Geld (oder besser gesagt musste ich, die Sucht des Kindes nach Mehr/Spielzeug) ein Ding an den „Standln“ kaufen, oft war es Schrott, meist noch Zuckerzeugs dazu, das spätestens nach einer Stunde intensivem Gebrauch der Mülltonne einen immerwährenden Besuch abstattete. Meine Vorstellung von Megaphon von früher ist gelb, batteriebetrieben, schwarzes Billigplastikkabel und Zeugs zur Montage am Fahrrad (wo es nie hinkam, weil man es (das Zeugs oder das Ding, Megaphon) zuerst verlor, verlegte, usw - was mich zu etwas vollkommen anderem bringt, an sich selten so ein Abschweif an diesem Ort: Ich glaub nicht, das man allgemein Kindern die Fähigkeit „Besitz zu abstrahieren“ unterstellen kann, aber ich glaube ohne Umschweif, sie sind dreiste Diebe - so lieb sie auch sind; das andere Kind hat etwas, dass einem auch gut gefällt, mehr noch, das dem anderen so ganz und garnicht passt, er und manchmal auch SIe es nicht verdient usw. - man selbst aber schon lange durch Werbung und andere Kinder auf genau dieses Produkt getrimmt wurde; nicht nur einmal „verlor“ ich etwas in meinem(!) Kinderzimmer, von geringem Wert nur, oder jemand borgte sich, nur ganz kurz etwas (schaun) und vergaß es zurückzubringen - mein Kindermegaphon dürfte auch diesen Weg beschritten haben - weil ich mich eben zurückerinnere, mehr als einmal so etwas erworben zu haben, aber es nicht immer das gleiche war). Auch nach intensiver Googlerei bin ich nur wenig schlauer, wo ich entweder (ja ich gebe mich auch mit weniger zufrieden, manchmal) das alte Gelbe, aber really Cheape oder ein etwas besseres mit mehr Effekten krieg. Meine Ohren erkennen den Unterschied eh nicht*

* Meine erste Stereoanlage (die diesen Namen verdient, zuvor waren es Plastik-Jukeboxen, Neusprech: Getthoblaster - mit echt Plastiklautsprechern! dieser irre Sound) hatte Pressholzboxen aber sahen schon ziemlich geil aus - der Sound war ziemlich dreckig, was zur Grungephase meines Lebens perfekt harmonierte.Ich malträtierte mich und diese Boxen durch wildes Geklopfe, schrie Sie an, versuchte mitzuheulen, und war über diese Langlebigkeit auch lange danach noch erstaunt. Schon damals befand ich gute und weniger gute Musik durch diese Anlage verblendet - gefallen hat mir der Sound aber sehr.

Samstag, 19. Februar 2011

Eine Ära geht zu Ende

Ich habe ihm tief in die Augen gesehen, kurz gewartet und zugleich die Hand geschüttelt. Mit dem Wort: Abgemacht! war es besiegelt. Ich habe meine Quackente „DucDucDuc“ per Handschlag verkauft. Besiegelt durch eine mündliche Abmache. Ein lachendes und ein weinendes Auge seh ich im Spiegel - daher meide ich diese Echoten, wo ich nur kann. Wahrscheinlich lege ich meinen Rufnamen nun ab und werde zum Einsiedler. Ganz ohne Abgas und Böllern, nur eine schwache Erinnerung für kurze Zeit, die ich durch Meditation mehr und mehr verblasse. Es gibt kein danach.
Die längste Begleiterin, die treueste meiner Spielgefährten (ohne Innen!), ergeben und fleissig, immer bemüht und ausgestattet mit jener Portion Erquickung, die ich durch das heftige Drehen meiner Hand abrufen konnte. Unzählige Auftritte in den nahen und weiter entfernt liegenden Dörfern, sehr viele Fragen vor Eissalons, staunende Blicke, verächtliches Weggesehe, Stunden in der Nacht, gefüllt durch Erfahrung und Erfahrenes. Ich war so gut aufgehoben, das gefangen in einer Miniwelt der Beschränkung lebte. In etwa wie häuslbauende grad Eltern gewordenen Zweifler. Die Sehnsucht bleibt.
Aber und das ist das Wichtigste: Es ist der bewusste Schritt des Aufhörens, das gewollte Ende und die wundervolle Aussicht auf Neues, wenn man etwas weggibt, um die Hänge frei zu haben. Die Motorradwelt hat mich wieder. Freiheit hab ich wieder. Moto lebt man.

Mittwoch, 9. Februar 2011

1001 und eine Nacht

Ich wär jetzt schon richtig reich. Nein, echt jetzt - würden die lieben Leute, die ich in meinem Leben schon getroffen hab, ihre Versprechen wahr machen (und jetzt heissts wieder nur: was der für Leute trifft!). Größtes Versprechen: Ein Kollege, mit dem ich mich zwei Tage gemeinsam am Ausheben von Erdlöchern und dem Verlegen von Drainagematten erfreuen durfte, schwafelte von Beginn unserer Schlammtortur an von seinem Vater, mit dem er leider, leider wenig Kontakt habe, aber der ihm immer wieder von seinem Reichtum erzählte. Der Vater konnte aber nicht nur vom vielem Geld träumen und seinem Sohn vorphantasieren, der Schaufelschwinger konnte sich bei den wenigen Treffen davon überzeugen, wie begütert der Alte denn nicht sei und irgendwann wird Papi seine angerafften Schätze dem Sohn übergeben. Nur wann eben wurde nicht erwähnt. Aber bald. Nebenbei sei erwähnt, dass der Vater dem Milieu des Import / Exports sowie der Lusterfüllung von vornehmlich Männern mittleren und reiferen Alters durch weibliche DienstleisterInnen zuzuordnen und spezialisiert sei. Und da ich gezwungen war, trotz zahlreicher Ablenkungsversuche, dem Ali Baba zu lauschen, fand ich Freude an dem Erflunkerten und versuchte, die Ungereimtheiten oder offenen Fragen nachzuforschen und diese mit einem kleinen Messer Scharte um Scharte auszuwetzen. Die Stunden vergingen trotzdem nicht wie im Flug, eher wie ein sich ziehendes Gummiband, unterlegt mit dem Dollarsound of Moneybuisness. Der zweite Tag begann, wie der erste endete: dunkel. Der Baggerfahrer baggerte, ich schaufelte und erfuhr von familiären Situationen, klischeebedingt geschieden, neue Frau, kein Kontakt zu bereits erwachsenen Kindern – hab ich erwähnt, dass der junge Mann ein bauernschlauer Teifl (Einleger) ist, der es sich zu richten versteht. Na dann jetzt eben. Auf Kosten anderer, vornehmlich des Baggerfahrers wurde geraucht, meine Nerven hielt er für Drahtseile die durch aufreibende Geschichten keinen Schaden nahmen, die Hausherrin verpflegte. Gewohnt auf Gemeindekosten, vier Kinder von zwei Frauen (jeder kriegt eine), Pfändung, Klamotten auf Pump, tagelanges Ziehen durch Lokale, Zechen und Deckel offen – mein Vorurteile, Annahmen, Verurteilungen wuchsen wie die Erddecke über die Drainagen. Lage um Lage verwob sich der schleimige Untergrund zu einem Geflecht aus Lügen. Die Sammelbüchse der Pandorra war geöffnet worden. Aber ich war ein prima Kumpel für ihn. Der erste sei, der Auserwählte, mit dem er gedenke, seinen zukünftigen Hof samt Gefolge zu teilen, weil ich eben so ein schlaues Bürschchen sei und die richtigen Fragen stelle. Ich lieh ihm mein Gehör, meine Geduld, erhielt Anekdote um Anekdote, fragte mich allerhand philosofische Fragen rund um Demut und war baff erstaunt über so viel Frechheit und Möglichkeiten, wenn man nur bereit war – man muss nur die richtige Perspektive wählen. Gemeldet hat er sich bis heute noch nicht – meine Perspektive hab ich aber auch noch nicht geändert.

Donnerstag, 20. Januar 2011

Pflatsch

Was so klingt, wie das Geräusch zu einer Unfallszene auf einem beliebten Videoportal (Nein! es ist nicht youpro*n, aber so ähnlich), läßt auch bei der Suche mit „Brille“ keine Zweifel über dessen Herkunft aufkommen. Was sicher die wenigsten wissen, jedoch jeder kennt, ist ein besonderer „Pflatsch“. Bahnfahrer (und so ca. 99% der Österreicher) haben den, ich meine, berühmtesten Pffflaaatsch noch gut vor dem geistigen Auge – der neue Schriftzug* der Bundesbahnen ist so alt noch nicht, davor war es ein S aus zwei Teilen, und ja, … klickts: das Zeichen heißt „Pflatsch“ (und das ist jetzt nicht gefährliches Halbwissen, eher von der Sorte: Freitagabend – Millionenshow – und der Familie wird die 500.000 Euro – Frage auf einem Silbertablett serviert. Fernseher aus, Spots an.) Davor, liebe Ferroaltertümlingsbewunderer war es ein geflügeltes Zeichen, aber dies kennen wahrscheinlich nur noch sehr betagte Museumsführer und ikonographische Lexika des 20. Jahrhunderts (und Eisenbahnportale)

„Im Internet gibt es alles“ stand als Stehsatz bei meinem Sitznachbarn in der Deutsch – Schularbeit, der daraufhin von einem Schmunzeln begleitet, sich durch den regional berühmten „El Crocodilo“- Kolumnenschreiber und Germanisten, Meister Schmiedt, sagen lassen mußte: „Nein, mein Lieber – so stimmt das sicher nicht, denn die geheimen Konferenzen irgendwelcher Staaten werden nicht im Internet veröffentlicht“. Oft, gar sehr oft, dachte ich an diese Bemerkung, die sicher jeder meiner Kommilitionen wieder vergessen hat – bei mir hat sich das einzementiert und war bis vor kurzem unverrückbar. Wikileaks öffnete dem Internet die Türe und spielte Mikrofon und Stenotypist bei so geheimen Konferenzen (vlg. Depeschen). An der Gültigkeit der Bemerkung hat sich so gut wie nichts verändert – abgesehen eben von genau jener Ausnahme, die abrufbar ist. Aber sehr, sehr viel – wie z.B. Bahnfotocommunitys, findet man schon im Internet - die z.BEISPIEL! allerlei Tipps zur Fotografie von Zügen geben – da sieht man eine nette Ansammlung von eben jenen „Pflatschen“(MZ?) und wenig Schrift(züge, hihi) – da wurde eben noch mehr Bahn gefahren. Und das Internet gibt’s immer noch.

*Viele Firmen haben Ende der Neunziger Jahre, Anfangs der Nuller Jahre ihre Markenschriftzüge vereinfacht (=Simpleassimplecan), umgestellt, neu aufgestellt, auch noch immer werden neue icons gebraucht** u.a. die ÖBB, ÖMV, usw…weniger Barock, mehr New - Economy, damits gleich mal globaler wird… - less sexy! Auch hier: mehr Schwulst, bitte!

**Viel Geld für ein Logo und als Gegensatz dazu, eine freie Community zeigt, wie man es hätte haben können! Daumen hoch!

Samstag, 15. Januar 2011

Tekk-no

Aufgepasst, heisst es für mich, wenn ich ein soeben erschienenes Produkt ablehne und daran rummäkel – ich könnte es mir in Kürze kaufen. So ist es mir bis jetzt dreimal beim Laptopkauf ergangen und ich leite davon eine Regel ab: Je schlechter mir, vorzugsweise ein Apple, bei der Vorstellung gefällt, umso heftiger kann ich bereits mit dem Sparen beginnen. Spätestens nach einer Kopfschüttelphase, erkenne ich meinen zukünftigen Nutzen an dem Ding und der Haben-will Faktor geht gegen Unendlich. Darauf folgt eine zweite Regel (leider selten in Kombination mit der ersten anzutreffen), die nicht immer zutrifft, aber einen vor vielem Schaden bewahrt (so die Hoffnung): At the end of cycle, you can buy – dann wenn das Produkt schon fast vom Markt ist, erreicht es seine Reife, Zuverlässigkeit, höchsten Grad an Ausnützung, größtmögliches Angebot usw. UND eben auch schon ziemlich abgehangen und durchgelutscht, unaufgeregt vielleicht – mein eigenes Weihnachtsgeschenk hieß ein Nintendo DSi XL 25th Super Mario Edition (Namensähnlichkeit nur zufällig!). For Kids eben. Eine neue mobile Konsole dieser Japaner ist in Sicht, aber eben noch nicht da, mein Spieltrieb bleibt am PC unbefriedigend und ich brauche eben, was Mobiles. Eine Psp ist keine Alternative (Sony, Angebot, Alter usw) – ich bin eben doch mehr Nintendo als ich zugeben will.

Das kleine Ding hat schon so seinen Reiz. Doppelbildschirm, feine Haptik, manchmal unangenehm zu halten (Gewicht und große Pratzen), C64-Auflösung (wenn mich meine Erinnerung nicht betrügt) und auch C64 Spiele Angebot, heißt: Riesiges Spielevolumen mit feinen Perlen, die nur allzu beknnt sind. Sogleich kommt echtes „Gameboy“ – Feeling auf, menno – wie hab ich das geliebt. Hab? Ich brauch einen neuen Kick dazu! Und den krieg ich auch, weil ja ein(e?) DS ja eben kein Gameboy ist (auch wenn ich gestehe: es muß nicht der Grafikhammer sein, die Story machts – analog dazu: mein geschmacklicher (gustatorisch) Horizont erweitert sich mit dem Alter, ich esse mehr und besser, probiere und studiere) – ich stehe erst am Anfang der Entdeckungsreise durch das mehr als 5000 Spiele umfassende Reich, von dem ich so an die 10 – 25 Games anknabber. Und für den Rest meiner Freizeit tuts ein zuvor gehasstes Produkt. Am Anfang eines product-cycles. touché

Montag, 29. November 2010

Grrr...

Ich mag Amazon. Nein jetzt wirklich. Superpraktisch, günstig alles ins Haus geliefert - irgendwo gibt's immer was zu sparen, denke ich mir, und die pressen halt auch ordentlich ran, machen Druck, senken die Preise usw…irgendwo bleibt immer jemand auf der Strecke, klaro…Lieferanten, Menge usw…alles ändert sich und wir gehen da mit. Wir wollen nimmer Geiz, wir wollen günstig, und bald auch mit Bio und vokalem (ich wollte totalem schreiben) Fairtrade. Ruhiges Gewissen kostet ein bisschen. Aber noch nix bei Amazon. Ich ärger mich grad - und schreibe da die schlechtesten Texte. (das kostet Nerven)

Amazon startete seinen zweiten Versuch.
30 Artikel aus über 100 zu wahnsinnigen Tiefpreisen darf der geneigte seinen Interessenten respektive Käufer in einem Minifenster erwerben. Heute war es soweit: It´s trendy english - CYBER MONDAY (wtf?) Nach über dreissig Tagen Ankündigung, Abstimmungsprozdere und attraktiven nahendem Erkaufbarem - war klar dass es ohne nicht geht: dem schimpfen, dass mich wieder zurück auf die Siegerstrasse der Niedertracht bringt. Klar auch, dass es ohne Beschiss eben auch nicht geht (was hab ich mir nur gedacht? vergessen!).Dass ich schimpf, um mir Gerechtigkeit zu verschaffen, und Amazon damit verballer, egal, ES sorgt mit einer Superaktion-Aktion für Frust am Montag. Gespannt wie Pfitschipfeil, geblendet ob des nahenden Schnäppchens lug ich mich brav auf die Lauer, knappste von meinen wenigen freien Minuten wichtige Essenszeit ab, um alle 2h an einer der tollen CyberMonday (hat a crap!) - Angebote zu erhaschen, die Amazaon in begrenzter Stückzahl dem Volke zuwarf. Schimpf und Schande mir, dem Gläubigen, dass es am Markt noch zu ergattern gäbe, leicht trunken ob des nahenden Erfolgs - mit Erfahrung, einer Lehre und jenem Antrieb kehrte ich verdrossen dem Marktplatz meinen Rücken, der mich gar unheiter wieder ausspie. Die Ankündigung war ein selten dämlicher Werbeschachzug, dem willfährige Medien nur zu gerne folgten: Gratis gibt's nicht mal den Tod, wobei wir wieder die Weisheitskeule schwingen. Noch dämlicher war es darauf reinzufallen und nicht um im Loch der Schande ganz zu verschwinden, genug der Selbstqual. Ich war in gutem Glauben, ist ja bald Weihnachten. Brav kreuzte ich meine Lieblingsartikel an, wohl wissend, dass dies nur einem einzigen Zweck diente: Interessenabklopfe, und nicht die 30 Hot Produkts auszuwählen. Mitbestimmung ole. Das ist fast so wie Clubsale, die gute Angebote haben, nur nicht in meiner Größe oder und hier analog zu Amazone: Wenn du nicht um Punkt 12:00:00 kaufst sind eben nach 5 Sekunden keine Angebote mehr da, Pech bei einer Auflage von 5, 50, 500 Stück - who knows. Sicher nur Zufall. Um Kurz vor 14 Uhr, geht auf einmal die Seite nimmer, Laden, Laden, Laden, dann auf Produkt, Aktualisieren. Aber da wird nix anders, immer nur derselbe Price. Das Angebot war leider nicht erreichbar. Offer Counts: Super Amazon, ein einziger happy-pepy Käufer irgendwo, wenn überhaupt - 99,9% leere und angefressene Gsichter, wieder mal reingefallen, what Shells? Ich sag euch, Danke, Nein! Kein Kauf ist keine Lösung, und Geld verbrennen ist verboten. Ich vergrabs der Nachwelt, sodass sich diese nach Währungsumstellung grün und blau ärgert. Was für eine Verarsche. Hauptsach, ich kann nicht. Grmmmm.

Dienstag, 28. September 2010

Fly to the moon

Fliegen ist noch immer die sicherste Art zu reisen; abgesehen von der sehr ausufernden Art der Gedankenreise vom Hindukusch bis in die bewundernswerten Beschreibungen eines Walter Moers in seinen Romanen von Welt; wers nicht glaubt, kann sich ja Munition holen: The Aviation Herald weiss mit seiner nüchternen Art der Darstellung zu überzeugen - auch dabei können wir auf eine Reise gehen, ein Tipp dazu: Empfehlenswert ist oft die Reise zu sich selbst, Abstürze sind dabei leider nicht ganz ausgeschlossen.

Freitag, 27. August 2010

Geh her do!

Die Rechnung, bitte - auf Standard (den ich sehr erfolglos zweimal im Probeabo hatte, und sich niemals nicht ein Gefühl eines echten Zeitunglesens einzustellen vermochte, da ist dem A... die Kronen Zeitung doch näher - und jetzt nochmal vom Gedankenstrich weg, der einmal kurz zum innehalten motiviern soll; das echte Lesen funktioniert aber seltsamerweise nur mit dem Standard nicht, weder auf dem Stübchen noch am Morgenfrühstückstisch, die Zeit ist sehr sehr gut, aber schlichtweg zeitlich unpackbar, der Falter zu weit vom Land weg, hab ich was vergessen? Wochenhefte sind auszulassen, wehe einer kommt und will da was von wegen Meinungsmache, da pack ich meine lang gehütete prächtig schmeckende Ohrfeige aus) -> die Kurzrezensio des programmierten Bestsellers gelesen? Nein? Egal, der Autor, ein seit fünf Jahren bloggender Kellner aus N.Y. schrieb seine besten Klamotten endlich in Good-Old-Bookstyle und erzählt darin über sein Sein und Haben. Ob ichs gelesen habe? Nein! Ich bin ja selbst aus dem Fach und erlebe das Live. Die Geschichten können sich so arg nicht unterscheiden, natürlich hat er es mit den wirklich aussergewöhnlichen schrägen Typen zu tun, fasst das alles in jovialen Bestsellersprech. Mit allem drum und dran - LifeNEIDexperience for free, und i-wie gfällt mir das auch. I-wie eben; es gehört einfach mehr gekellnert.

Donnerstag, 12. August 2010

addict

(Tipp: Beim Lesen - Backgroundvideo ablaufen lassen, Begriff: Pure Sound Gruppe B)

Soweit sich Tom zurückerinnert, hat er noch nie von wilden Achterbahnfahrten, schnellen Verfolgungsjagden oder ähnlich adrenalin-besetztem Gedöns geträumt. Das deckt sich ganz gut mit der Überzeugung im täglichen Geheul, keine Ersatzhandlungen zu unternehmen („sollen sich doch andere ein Spiel anschauen“), seine Maxime lautet , wie so oft „ich will es sein, der spielt“ Verblüffend pflügt er damit durch die wohlgeordneten Lebenswelten seiner Kumpels. Und wenn er genauer in seine Denkstube hineinhorcht, so fehlt es in den Träumen an Sound. Im bewussten Sein dreht sich so mir soviel um Sound, dass er manchmal aufwacht und das Gefühl von einem vermissen, einem fehlenden Etwas nicht zu kompensieren ist; in Dolby zu träumen. Wer jetzt behauptet, das man es übertreiben kann, der hat recht.

Worin ich ganz gut bin, ist Motorensound (nein? echt jetzt?) - ja, ich erkenne nicht nur Autos am Sound, ich vernehme weit entfernte Geräusche, ein Blubbern...da ein knacken, ich selektiere mit meinen Lauschern die Umwelt und registriere mit feinstem Radar, wenn sich irgendwo ein Alu zum Starten erhebt, oder einem noch ungestümen Jungblock die Tourensporen gegeben werden. Ausserdem: Nein, ich möchte nicht auf allen Gebieten meiner Sinne solche Feinheiten vernehmen. Aber ich brenne auf Drehendes, befeuert durch Kraft-Stoff, aus dem die, wie banal, Träume sind. Wie ich manchmal von meinen ersten Erinnerungen an diese feuerspuckende, krachende, für einige stinkende Welt zehre, als wäre es die langersehnte Mahlzeit nach dem Marsch durch die Wüste des öffentlichen Sauber-Verkehrs, mit Unterflur-Elektro-Bus.

Man möge mich einen Narren schimpfen, aber ich bin süchtig nach Benzin, nach dem Lärm der durch ihn verursacht wird, dem verbrannten Vollsynthetischen aus den Auspüffen verschiedenster Vehikel. Dieses gefährliche Gebräu jüngster Wissenschaft die über kurz oder lang uns alle ein Ende bereiten wird. Und hier spreche ich nicht von den letalen Auswirkungen durch dumpfes Zusammenstoßen. Eine Gänsehaut, die meinen Körper lustvoll erschaudern lässt, befällt mich länger, brennender und auch schmerzender, länger als durch alles andere es ist der Auslöser, und vermittelt mir meine Droge auf eindruckvolle Weise. Die Luft soll brennen. Aber aufgepasst: Ich spreche von vielleicht gerade mal 2% (or less?) aller Verkehrsteilnehmer (Motorräder miteingenommen), die gezwungen sind ihre Rösser über die geteerten Bänder dieser Erde zu ziehen. Ein jeder kann sich dabei ganz leicht selbst überprüfen: Wie ist das Gefühl, beim Umdrehen des Zundschlüssels, beim Anlassen des Motors ihrer bewegten Käfige, Customs oder Oldies. Und wer es bis hier noch nicht verstanden hat, fährt einfach von A nach B und kann den Motoblog aus seinem Gedächtnis streichen. Unzweideutig sind Kolben, Vergaser, Ketten, Ritzel, Fett, Öl und das damit verbundene Sein. Blech, Stahl, Bügel, Schellen seien hier bedacht, Feuer aus den Rohren. Kraft durch Saft.

Das unzählige im Netz hängende Videomaterial unvergessener Momente der Killerbienen des Motorsports auf dem bekannten Kanal, das ist mein Porno. Und bin sofort aus dieser in eine andere Welt entsprungen. Es sind dies die Helden meiner leisen Träume, die Heroen bester Tage, apokalyptische Reiter des verschwendeten Untergangs und der feurigen Auferstehung. Und ich bereite diesen Teufeln den Boden, über den Sie hinwegpflügen mit ihren Rössern aus Stahl, mit heulenden Klingen und stechenden Nadeln. Es gab sie und gibt sie noch: Motoren, deren Schalt- und Knackgeräusche bei mir höchste Verzückung auslösen, wenn sich deren Krachen überschlägt. Ich spüre die Gewalt, den Tremolo und Bass, der mich mitmassiert. Ich grinse so bescheuert, wie Kinder die kein Unrechtsbewusstsein besitzen und etwas sehr Schlimmes anstellten.
Sie stehen am Strassenrand und lachen in nicht ganz unschuldiger Manier der Gesellschaft, ans Hosenbein, derer sie bemächtigen wollen und das auch ein bisschen weiter treiben. Ich höre zwar die Ohrfeigen, die den junegn ungezüchten Leibern aber nichts anhaben können; denn dieses Grinsen bedeutete mehr als das kurze Vergnügen des Schmerzes. Väter, die sich ratlos durch Adern ihrer Kinder prügeln. In meinen Augen sammelt sich Flüssigkeit, der güldene Nektar, um die mich die Liebenden dieser Welt beneiden würden. Ich versuche in diesen Momenten die Welt anzuhalten, sie mit allen Sinnen in mich fließen zu lassen und erkenne zumeist meine Bestimmung. Ich werde eingesaugt, verpufft und wieder ausgespuckt - wiedergeboren, um eine dieser Maschinenleiber zu bändigen, sie an mich zu reissen und eine Urgewalt, als Geist aus der Maschine, zu entfachen, die mich diesen Turnus viele Male durchlaufen lässt. Es ist diese unbändige Röhren, das unablässige Brüllen vieler Kehlen aus den flammenden Rohren die nach hinten weisen, wie um zu sagen, dass sich vorne die Hölle aufgetan. Und dahinter ist das nichts. Wie ein perfektes Orchester vieler vieler Stimmen schwingt die Luft im Takt zu diesen Bewegungen. Es grenzt an ein Wunder, dass diese Vehikel nicht über dem Boden schweben einfach um einmal abzuheben, vielleicht bei kleinsten Erhebungen, die zu Sprungschanzen werden. Sie rümpfen ihre Nasen, atmen ein und berauben den vor ihnen liegenden Raum jeglichen brennbaren Sauerstoffs.
Es ist dieses unablässiges Fordern, das Kreischen der Masse, zu wieviel man bereit zu geben ist, was einem die Geschwindigkeit noch zum Leben lässt. Es schnürt die Kehle vom bloßen Zusehen. Unglaublich staune ich noch heute wie sich diese Stänglein Metall um das riesengroße Herz winden, wie Antrieb mit diesem Ungetüm an Schlagkraft fertig wird. Manchmal, so beim ruhigen Hinsehen, glaube ich, dass diese Fahrzeuge wissen was in ihnen steckt. Ich entdecke ein leichtes Beben, fast unmerklich, ein bisschen Zittern, eine große Unruhe. Ich begegne ihnen mit jener Ehrfurcht, zu der ich großen Charakteren gegenüber fähig bin. Wunderschön, wenn sich diese fahrigen, zittrigen gewaltvollen Geschöpfe wie auf Schienen durch die Kurven streichen, wenn sich der Sound so wundervoll ins Gehör hämmert, dass man diesen Moment für immer festhalten will. Am Limit gibts den Sound des Lebens, sonst nirgends, und auch: respekt!

Dahinter kann man was schreiben, muss man aber nicht.

Mittwoch, 12. Mai 2010

Eyjaf--löll..aer.-jalla--joehh/cool...ah geh!

Ich habe gelächelt, als ich die wahren Ausmaße des größten europäischen Vulkanausbruchs des noch jungen Jahrhunderts erfasst habe - was da nicht so alles passiert und der natürliche Ernst hat auf jeden Einfluss. Geliked hab ich den Unaussprechbaren im FB nicht, schon gar nicht wurde ich Fan. Im Guten wie auch im Schlechten - nichts.
Die einen hängen am Hangar und möchten gerne abheben, die anderen heben ab, weil irgendwo im Norden Asche den Himmel verdunkelt. Schön ausgewogene Welt. Dass ich damals aber auch gar nicht und nur unter den Geringsten die wahren Außmasse erfassen konnte, auf das wäre ich nicht gekommen. Simulation hin oder her, geschätzte 100000 Artikelwörter später, von einer faszinierenden Bildergalerie zur nächsten geklickt, hat sich mein Lächeln nicht gewandelt, nur -
...
ich checke in gut einem Monat ein, verwarte dann meine Zeit im Zwischenbereich und werde hoffen, das ich per Billigstbomba gen Süden gehopst werde - so wie es derzeit ausschaut kreisen Millionen feinste Partikel über dem europäischen Festland und verdichten sich zu einem undurchfliegbaren gesichtslosem Monster, wenn - ja, wenn was? -> Schiefwetterlage. Jetzt ist fast eine Ewigkeit in aktuellem Zeitgefühltem seit dem Huster vergangen und über Teilen Europas wurde wieder Flugverbot erteilt. Es jubeln die vor Technikangst-ihr-Essen-über-Kerzenwachs-erwärmen, es kreischen nur selten Turbinen, verflucht sei der Unaussprechliche auf vielen Flughäfen des vereinten Abendlands.
Ich lächle noch immer, weil ich erkannt habe, dass es so oder so passieren wird. Fliegen oder Rumsitzen, Verdichten oder Auflösen. Ich werde so oder so in das Land reisen, wo Milch und Honig fließt. FB ist der Unaussprechliche für die virtuelle Welt. Und die Asche die derzeit dieser rasant wachsende Moloch ausspuckt, wird sich so schnell nicht auflösen. Bitte lächeln.

Dienstag, 4. Mai 2010

Il postiglione

Ich kommuniziere mit meiner(m) BriefträgerIn. Nicht wie man meinen könnte verbal und als Krönung von Angesicht zu Angesicht – es ist mehr ein Geben und ein Nehmen beiderseits. Ich nehme die abgelehnten und mehrmals als ungewollt deklarierten Postwurfsendungen aus dem Briefkasten und lege sie auf den Postkasten, die BriefträgerInnen (vielleicht sind sie ja zu zwein?) haben seit kurzem heraussen, wer ihnen da Papiergeschenke angedeihen läßt und legen sie sehr unsäuberlich wieder in mein Fach. Müßig zu erwähnen, daß die normale Post zerknittert wird. Aber egal. Hauptsache Kommunikation, oder?

Auf der Tür zu meinem Postfach steht unübersehbar, dass ich unbestellte, unadressierte Werbung ablehne, ein roter Aufkleber weißt zusätzlich daraufhin – dass diese Zeichen eindeutiger Ablehnung mißachtet werden schmerzt gleich viel, als daß diese in ihrer Funktion somit als lächerlich herabgewürdigt werden. Das ich ein Spiel spiele, bei dem ich zwangsläufig verliere ist mir aber genauso bewußt, wie in gleichem Maße die Vertreter der Post auf meine Ruhe vor der Anzeigenflut verzichten und damit zuküftigem Augenkrebs ob der vielen Werbung hinarbeiten. Was muß ich tun, damit ich keine Schrottinformation an meiner Haustüre und/oder meinem Postfach erhalte – darüber hinaus, für wie blöd halten uns die Unternehmen, um uns fast jeden Tag mit den letzten, aber wirklich allerletzten Angeboten zu terrorisieren – Octave aus 39,90 hat sich die Mühe gemacht, auszurechnen wie oft wir von Geburt an, bis zum 18. Lebensjahr an Werbesujets aufnehmen - die Zahl war erschreckend hoch, der Film erschreckend ernüchternd. Vielleicht werde ich mal dem Postverteiler mal eine schöne Nachricht auf weißem Papier zukommen lassen, Buchstaben fein säuberlich aus den unzähligen Angeboten ausgeschnitten – Sie werden dann wissen, wer es war und was ich will. Vielleicht wird es sich dann aufhören. Schöne Kommunikation ist das.

Historisches: Als Kind konnte ich meinen Nachbarn beim Erzeugen von Papierbriketts zuschauen – tagelanges Einweichen von Zeitungspapier in Bottichen, dann Pressung von zylindrischen Stücken und anschließender Stapelung und Aus bzw. Durchtrockung. Geraucht haben die Dinger im Winter ganz schön, gewärmt haben sie auf jeden Fall – vielleicht sollte ich ja die Postwurf - Werbung einem höheren Verwendungszweck zuführen. Sehr Schönes zum Schluss: Der Film „il postiglione“ ist ein wunderbares Stück und auch traurig – sollte man gesehen haben.

Donnerstag, 15. April 2010

mehr Weg als Ziel

Die Möglichkeit, mit Stil und Etikette zu reisen ist zumeist von finanziellen Aufwänden begleitet. Eine Flugreise kostet heute unter normalen Zuständen auch noch mehr Geld, als die Strecke mit dem Auto abzuspulen. Die abnormalen Zustände lauten dann Billigfliegertourismus a la den üblichen Verdächtigten. In den Fokus geraten sind in letzter Zeit Hotelreisezüge, die auf eine Klientel setzt, die sich dem Fliegen und dem Fahren zwar bedient, aber das System Schiene zu schätzen weiß. Auf mittleren Strecken in Geschwindigkeitskonkurrenz zum fliegenden Produkt, ermöglicht es eine Art stilvollen Reisens, die durch grenzüberschreitende Anbieter eine interessante Belebung erfährt. Da wird auf einmal die zu bewältigende Strecke nicht zum Hindernis, sondern ein Erlebnis. Die Preise liegen in einem für den gebotenen Service (erstklassiges Abendessen und Frühstück inkl.) vertretbaren Rahmen, die Kabine und der Zug strahlen Ambiente aus – wäre da nicht ein kleiner Haken: Es gibt diese Angebote nirgends von Österreich aus. Elipsos fahren von der Schweiz oder Italien in die südliche Welt, Frankreich hat eigens Service pour Paris und SpanierInnen können durch den El Transcantabrico gemütlichst rumschippern. Will ich z.B. nach Barcelona muß ich zuerst nach Mailand oder Zürich, d.h. ich muß wie in einem Touribomba eng und muffig Nachtzüglerisch aus dem Bahnhof rollen, komme gerädert an und darf dann erst Service genießen. Früher gabs da Attraktives, die D-A-CH – Vereinigung sorgte für Wohlbefinden und gutes Schlemmen an Bord auch in engsten Bögen (die Bahn kennt keine Kurven, nur Bögen!). Das war früher. In Österreich gibt’s jetzt den Railjet, der zwar nichts falsch macht, aber auch nichts richtig. Angenehme Reiseatmosphäre schaut anders aus. Schlimmer: Für Reisewillige verströmen Nachtzüge kein einladendes Aroma mehr. Die nächsten Flüge sind schon gebucht. In 2h reiner Reisezeit zum Ziel. Da halte ich auch engste Sitze locker aus. Ich wäre einfach mal gern mal stilvoll gereist.

Mittwoch, 7. April 2010

Bildersprache

Noch seltener als Familienfeiern stattfinden, ist es, bei diesen Anlässen die wenigen ordentlichen Fotoalben (in Stunden hergestellt, in denen man WIRKLICH nichts zu tun hatte) und die vielen, vielen verstreuten Bilder die Runde gehen zu lassen. Zumeist entdeckt ein gelangweiltes und stöberndes Mitglied irgendwo beim Kontrollgang in der Wohnung ein Bild, welches für den Besitzer sofort zur Folge hat, seine Ablichteschatztruhen für diese Mitglied zu öffnen und zu hoffen, dass man unbeschadet, ohne in Geschichten zu verfallen, die Mini-Show überlebt. Unerhofft bleibt es bei der intimen Beschau eher nicht– vermutlicher zieht das die Zeitzeugen so massiv in den Bann, sodass sich die gesamte Gesellschaft vom Tisch aufs Sofa bemüht und in heiterer Laune das Besehene bespricht.
In modernen Zeiten, wie den unsrigen (wobei ja jedes Jahr modern ist, man will halt den Minivorsprung gegenüber den früheren Zeiten viel heller erscheinen lassen) gibt es ja ach so vieles am Computer, wie auch die unzähligen Schnappschüsse der letzten fünf Jahre – nur anschauen will die niemand so recht; zu klinisch, zu umständlich(?) - da heißt es in Zeiten, an denen man noch ein bisschen mehr Zeit hat als wirklich nichts zu tun, aussortieren und ausdrucken (entwickeln hieß das früher). Wer seine Lebensmitte bereits überschritten, darf sich einer Fotosammlung rühmen, die aus cirka 50% Bilder der Kategorie „Mist, da muß ich jedes Bild kommentieren, warum es denn sooo schlecht ist“ besteht – weil immer alle Bilder der Filmrolle entwickelt wurden und man nie aussortiert hat.
Der Geistesablauf für viele der teilnehmenden Gucker selbst ist ähnlich, es gilt das folgende Martyrium durchzustehen:
  1. So bescheuert hat man einmal ausgesehen
  2. So jung werde ich nie wieder sein
  3. DAVON gibt es wirklich Bildmaterial?
  4. Zum Glück sind die Menschen vergeßlich
  5. DAS gehört da eigentlich nicht hin
  6. wer wie wo war das denn noch mal
  7. Lustig, schau mal! (um abzulenken)
  8. Zum Glück ist es bald vorbei
Und mit dieser tiefen Schau in die Untiefen menschlichen und vor allem familiären Daseins darf man sich kurz hineindenken und fühlen, was es damals alles so festzuhalten gab. Manches mal sind das Personen non grata – darüber und ein bißchen mehr hüllt sich eine Familie in Schweigen. Es gibt keine Familie, die nicht ihre kleinen Geheimnisse mit sich herumträgt. Oft so sagt man, sind es diese Feinheiten die den Unterschied ausmachen; ob man zum innersten Kreis gehört, oder einfach nur zugerast, nie die Hintergründe verstehend einfach so am Tisch beisitzt. Manchmal Anlass für Schmerz, Trauer aber auch Freude dieses einmaligen Augenblicks. Dass dabei so manche Blüte ihr Unwesen treibt, die erklärt werden will ist auch klar.
Danach fühlt man sich um vieles den Menschen verbundener, die man so unterschiedlich betrachten durfte und manch einer nimmt sich vor, wieder mehr zu knipsen. Für eine ganz private Rückschau an ein Gestern, das festzuhalten oft nur auf Fotos möglich ist.

P.s. Technisches Retrodetail - Wer Fotos sein eigen nennt, die rückwärtig einen Magnetstreifen besitzen, kann anhand eines tauglichen Abspielgeräts manchmal auch die eine oder andere Story über das Bild erfahren. Sehr viel Zeit, Akribie und Information des Bildbesitzers vorausgesetzt. Da knüpfen in meinem Kopf schon die tollsten Geschichtenspinnen ihre Netze…