Samstag, 30. Januar 2010

lingua des volkes

Stark aufflammend, so vermeine ich zu beobachten, ist derzeit die geistige Auseinandersetzung quer durch die Bänke von Stammtisch bis fixem Sendeplatz im Hauptabend, rund um die Geschehnisse in der Zeit zwischen 1930 und nach 1945 hinaus (um nicht zu sagen, mittlerweile über 65 Jahre her, weil manches noch gar nicht abgeschlossen ist, oder wieder in Erinnerung gerufen wird, angesichts aktueller Tendenzen, wieder und wieder und wieder...) - so sehr wir uns auch kritisch auseinandersetzen, Geschichten erzählen, Daten und Fakten vorlegen sowie historischen Rahmen mitbedenken; es bleibt der Merksatz des: Nie wieder! So stark ins Hirn gehörts eingebrannt, das Zweifel im heissen Dampf erstickt werden und doch, dem Schweinezyklus folgend, gibt es Zeiten des Vergessens und der Erinnerung, mit negativen und positiven Vorzeichen.

Nicht hilfreich sind dabei: N-TV Reportagen über jenes Kriegsgerät, strategische Entscheidungen oder Personen jener Zeit, deren undifferenzierte Sichtweise einen Menschenaffen die Schamesröte ins Gesicht treiben muss (und man nicht, sich selbst mit Geifer vor dem Fernseher erblickt, wie toll und fortschrittlich das Ganze denn nicht schon war! auch an den Pranger gehört anche Spiegelreportage auf dem zweifelhaften VOX), das Sprache und Begriffe keiner Kritik unterzogen werden und Aufnahme in das tägliche Vokabular finden (unterstützt durch Politiker jeglicher Coleur, die sich der Wirkung dieser Worte bewusst sind und sie punktgenau einsetzen) - den letzten Höhepunkt, und einer einmaligen Erwähnung wert befinde ich: Braun Oral-B Professional Care 500 Elektrische Zahnbürste "Volkszahnbürste" (limitierte Edition) - und zwar aus den zwei folgenden Punkten: Oral-B (Braun) ist mir ein im Laden zuteifst Zuwiederes(?) Produkt; ausser den Zahnbürsten der Fa. Philips scheint es, aus Mangels an Konkurrenz, dass es nur jene o.g. Firma für elektrische Zahnpflege gibt, die überall präsent ist, sogar beim Mini-Greisler in Oberkärnten finde ich eine Ersatzbürste (Nebenbei erwähnt: Meine Zahnpflegestation, Marke Philips von vor 7 Jahren war schweineteuer, die Ersatzbürsten darf ich mir umständlichst aus Deutschland schicken lassen, Danke an dieser Stelle) - also eine Marktstellung der Sonderklasse (da ist mir eine NoName-Bürste vom Hofer noch lieber, die werfe ich aus Mangels an Alternativen nach dem Verbrauch einfach weg!) und JA, ich bin sensibel, wenns um Volk, Vaterland und der Sprache des Dritten Reiches (siehe: Viktor Klemperer!!!) geht, also finde ich das nicht nur einfach nicht okay, sonder ich bin gedemütigt von einer Volkszahnbürste, die, siehe Prospekt: volksgünstig ist! Man möge mich kleinlich schimpfen, aber das kann ich nicht gutheissen - da muss einem einfach durch Erziehung, Bildung und gesundem Menschenverstand etwas hochkommen, das sich mit der besten Bürste nicht so leicht wegputzen lässt.

Sonntag, 24. Januar 2010

Schuhbidu

Über Marktsituationen im Allgemeinen und im Speziellen, das „unkaufbare Angebot“, wurden an dieser Stelle schon etliche Krokodilstränen vergossen (vielleicht gibt’s mal von geeigneter Stelle, betriebswirtschaftliche Nachhilfe) – ein aktuelles Beispiel drängt doch sehr stark zur Darstellung: Schuhkauf für Männer ist der eigenartigen Meinung unterlegen, dass das Ganze mit Frauen und einer sehr belastenden Situation gemein hat, in der irrigen Annahme, der eigene Erwerb passiere in etwa wie das Service eines Burgers bei Mc: Bestellen, Bekommen – und paaast. Ist aber nicht so. Es hat eher etwas mit dem Suchen und finden ganz seltener Edelmetalle zu tun, die sich so lange versteckt halten, bis man verzweifelt den Kalk von den Wänden nagt bzw. bereits das erste mal nach Regenguss bemerkt, wie undicht Schuhe wirklich werden können. Verdammt sehr nämlich. Dann sucht man den nächstbesten Dealer auf, Kette hin oder her und bemerkt, dass sie alle unter einer Decke stecken, mit dem großen bösen Vertriebswolf. Dieser heult zweimal im Jahr zum Schuhwechsel, dann kommen alle Schuhkettenschäfchen angewölkt, wählen aus und danach gehts ans muntere Reibachmachen.

Dabei auf der Strecke bleibt das seltenste aller glänzenden Metalle: die Auswahl. Geh ich zum Stie…., oder Hu… oder… ich erblicke die gleichen Marken, zu gleichen Preisen in der selben Auswahl. Individualität? Fehlanzeige (jaja, erstens braucht man das nicht, und kaum ist es ausgesprochen, so wird sich ein Schuh meiner Träume einstellen, also hex-hex), wer jetzt Ge-OCHS oder Yello schreit wird mit 1-minütiger Lesepause bestraft.

Schuh - Kontaktanzeige (und Wunsch ans Universum): Ich sehe mich als potentieller Schuhkäufer unterversorgt! Bin nicht bereit mehr als €150 auszugeben (ausser Zweiradstiefeln, die jedoch schon reichlichst vorhanden sind, siehe Laufschuhe!) Ich zahle gut, bin leider sehr wählerisch – lasse mich aber leicht begeistern und wäre aufgeschlossen genug, Experimente zu wagen. Immer zu haben bin ich für Modelle, die den Begriffen „klassisch“, „elegant“, „praktisch“ und „wertvoll“ sehr nahe kommen. Gefallen würde mir ein edler Fly, der Linie aus frühen 0-er Jahren (London) - natürlich günstig (wenn überhaupt greifbar).

Was mir leider auch immer seltener passiert, ist, das ich an anderen Füßen Schuhwerk finde, dass mich begeistert und ich dem Besitzer entgeistert Informationen zu denselben zu entlocken versuche. Der nicht selten miesepetrig den Grund der Frage nicht versteht. Wenn man dem dann von irgendwelcher Suche nach Metallen kommt, kann es leicht passieren, das bewunderte Objekt in tieferliegenden Körperregionen wiederzufinden. Nur nicht an den Füßen. Mann hat´s nicht leicht...

Donnerstag, 21. Januar 2010

steel-city anthology, (2)

„Schod!“ krächzt es neben mir und ich blicke aus meiner Vermummung auf, hin zu dem alten Mann, der kopfschüttelnd laut vor sich her raunte. Viele Menschen habens nicht gehört, zu früh für den Ansturm am Bahnsteig, jene, die an unserer Stelle die Plätze später auf den Schienenfahrzeugen füllen werden. Frühpendler sind schlechte Schauspieler. Sie „spielen“ nicht.

Ich ziehe mich wieder hinter Schal- und Schallbastion mit hochgestelltem Kragen zurück, Blick am Boden verhaftend. Schiene soweit das Auge reicht, nur wenige Kulissen zu sehen. Der Hauptakteur fehlt noch. Die Unruhe des Mannes versucht auf die restlichen Wartenden überzuschwappen – doch von mir gibt’s ein: NoGo! Bis hierhin lies ich mich einlullen von der Einzigartigkeit der Situation. Sowas passiert doch jeden Tag. Ich seh´ das Spitzensignal des herannahenden Zugs, kurzes Quietschen, Tür auf. Zu, Abfahrt. Ankommen. Morgen beginnt das Stück sicher pünktlich, dann ist es erst „Schade“.

Mittwoch, 20. Januar 2010

tudu

Wie ich den Begriff ToDo (auch gesehen unter: 2-do, todo, tu DU – Listen) belächle, weil…
…er nie nach lustigem Abarbeiten klingt, sondern nach Abhaken von irgendwelchen Mühseligkeiten
…diese -Listen den Hauch Büroromantik versprühen, die im Privaten oft unangebracht daherpfälzen
…es sich um einen Begriff aus den Neunzigern handelt, dieser aber nach wie vor heute an meine leidgeprüften Ohren dringt und daher nicht aus der (Mode-)Welt zu schaffen ist
Kurzsprech für -Listen im neuen Jahrzehnt
aa – Arbeitsaufgaben (sprich: ae-ae, arg verwandt mit o.bemängeltem)
want – WAsNochzuTun (schnellenglisch: w:nt, auch als Befindensanfrage zu stellen: u:nd?)
blip – beschäftigungsprioritäten im leben (gemessen in numerischen Einheiten: z.B. vier-blips)
- weiterführende Ideen gibt’s!

Donnerstag, 14. Januar 2010

nikerunner

die nikerunning page hat eine überarbeitung erfahren, die betaphase hab ich noch im oktober selbst erprobt, im geringen Umfang, aber gefällig - die einführung hab ich nicht mitbekommen, dürfte so zwischen november und neujahr gewesen sein, irgendwann als ich nicht lief. sie ist noch immer so kompliziert wie eh und je, schaut fein aus, aber usability tztztztztzzzzz...und ja, ich habe ideen, wie man so etwas gestalten kann, jedes computergame hat eine bessere leistungsübersicht, ganz zu schweigen vom klassenprimus bzw. alltimefavorit battlefield 2 (da war die datenwulst ein wahnsinn, aber hatte echt alles! und jede plattform konnte darauf zugreifen - manchmal farge ich mich ob designer und entwickler wirklich in der gleichen welt wie ich leben) - jetzt versuchte man halt das ganze auf web 1.9. zu hieven so mit freunden - händchenhalten, tags sowieso, übersichten und was das wichtigste ist, der möglichkeit sofort einzukaufen, also wenn das mal kein killerfeature ist...
...wichtiger als die übersicht (die als datenschreiber schon berechtigung hat -> siehe motivation durch leistungsübersicht, oder auch: motivationale auswirkungen von Ranglisten^^) ist die frage, mit welchem faktor man höhenkilometer mit der flachbahnstrecke multiplizieren kann, um sich selbst zu überzeugen, das man annähernd gleiche anstrengungen bei untersch. distanzen bewältigt; ich wohne jetzt am fuß eines berges, irgendwo am vorderen ballen, wenn man so will, und laufe dann am aussenrist entlang, manchmal quer und übersteige damit den steg wieder richtung vorderzehe, dabei darf ich zweimal den berg hochlaufen, krieg aber sicher weniger km zusammen...mein durschnitsstempo reisst das nach unten, mein speed ist below, und ich zeitlupe an manchen fußgehern vorbei, so dass sich die sicher denken: der arme, dass man mit so einer behinderung auch noch laufen muss, ist schon hart. Wahrscheinlich ist, dass es einen einzigen Faktor zu beeinflussen gilt, egal worüber man läuft, :den Formfaktor, aber der ist mir in der Steigung ganz herzlich egal. vielleicht brauch ich doch neue laufschuhe, mit der bergstützfunktion, dann geht alles leichter.

Mittwoch, 13. Januar 2010

steelcity-anthology, (1)

Der Blick aus den vom Schlaf verquollenen Augen schweifte über die Dächer der Stadt. Zu sehen gab es wenig. Dichter Nebel verhinderte erste Eindrücke. Zu hoffen, das wenigstens das stadtbestimmende Ungetüm an seinen Nüstern zu erkennen, aussichtslos. Die Stadt sah man nicht. Mit der S-Bahn Richtung Zentrum. Im Kopf schwirren pausenlos die Reklame-Echos:“ VerÄndert, ...beginnts, VerÄndert, beginnts...ginnts...ts...sssssss“. Gleich nach dem Aufstehen, Terror im Ohr.

Meine Mitmenschen meinen es gut mit mir - Al-Kaidaesk durch ständige Wiederholung werden die einzig bekannten Verknüpfungen rezitiert. Jene Zeitgenossen, die zudem einen während dieser Sprüche angrinsen, sei deutlich verklickert, dass ich nie auch nur die Miene verzogen habe - nur kurz habe ich mir Meines gedacht, aber gut. Mein Gesamtbild trübte trotz Nebel nicht. Jaja, antwortete zuletz; ich schon roboterhaft, witz ist; jaja alles neu im Dezember. Aber neben dem Echo habe ich noch den Mann im Ohr - wenigstens der Sound ist Metal.

Erkennbar ist die teuerste DKT-Strasse jeder Ö-Stadt. Einmal zum Wasser hin, links rechts schaut und zurück. Bank, Spielcasino, Laden, Laden, McDonalds und der Rest wird entdeckt, wie gute Lokale: durch Mundpropaganda. Aber reden will ich noch nichts. Weil ich zuhöre - und ganz gut verstehe, dass wenn mir der November hier gefällt, der Mai so schlecht nicht sein wird. Wenn sich nichts ändert.

Dienstag, 12. Januar 2010

Dimensionskino

AD3D - So wie in echt soll das sein, also nicht ganz, weil man ja nicht dabei sein kann, aber immerhin. Und nach erlebtem Kinocanossa, wo es technisch möglich ist, wars schon ganz schön anzuschauen. Effekt um Effekt zogen an einem bei tollen Ausfahrten vorbei, drüber und hindurch den Farn auf Pandora, dem Schauplatz des neuen Spektakels der hollywoodschen Kinoindustrie. Die Story ist nebensächlich (und wird auch bei näherer Betrachtung keinen Deut interessanter), unterhält einen aber kurzweilige 2 Stunden – Thema ist ballern, ballern, ballern…Liebe. Wer das in- und auswändig kennt, erkennt sich leicht; ich war lange abstinent, mein Pegel ist aber wieder gut gefüllt.

Erste Versuche mit einer ähnlichen Technik startete man in den späten 40ern, Anfang der 50er, klar im Mutterland. Die Sache verschwand aber wieder, in den 70ern mit Schwappwelle nach Europa, Ergebnis dasselbe. Die Neunziger ausgelassen, gehen wir in die 10er(?) mit einer neuen, alten Technik. Matrix, Herr der Ringe, Star Wars und weitere sollen mit dem neuen Format wiederaufgelegt werden. Ein, zwei neue Filme pro Jahr sind sicher ganz gut – es ist halt oft der Inhalt, der den Unterschied ausmacht. Ansonsten heissts: Alter Wein in neuen Schläuchen, jede Generation gehört mit der Innovation des Jahrzents „3D“ ins Kino gelockt, ähnlich wie: BlueRay soll die Privaten verpflichten, 3D die Kinobetreiber…Es wird mir zukünftig ein leichtes sein, das selbstauferlegte Kinozölibat einzuhalten.

Montag, 11. Januar 2010

mehr realität nennt man leben

Dilbert for the Office - Erlebnisse aus dem wahren Leben!

Das Buch, für Freaks und jene die unter Freaks zu leiden haben...

Anhand von eigenen Erlebnissen, Berichten von Lesern und Leuten, denen es ähnlich ergangen ist und den sicher bekannten Comics, schildert der Autor die besten Strategien für Schreibtischtäter, Möchtegernführungskräfte und machtbesessenen Schweinerockern im Nadelstreif. Wenn man nicht wenigstens einmal in einem vergleichbaren, oft von dem Autor beschriebenen Arbeitsplatz gearbeitet hat, wird man zwar manches nicht ganz verstehen und ungläubig den Kopf schütteln, amüsiert zwar, aber doch mit einem "das gibts doch nicht wirklich" im Hinterkopf. Als "Glücklicher", der das Vergnügen schon genießen durfte, sitzt man grinsend vor dem Buch, hebt die Schultern, sagt sich "ja, genau und nicht anders", zuckt kurz und weiß, dass wenn man den einzelnen Fall jemandem erklärt, einem eh nicht geglaubt wird, also was solls - einmal schulternzucken...eine Empfehlung für Genießer und die anderen, Unglücklichen. Dilbert hat einfach recht. Muss ich gleich nochmal lesen

Freitag, 8. Januar 2010

Ting

Würde ich mir wieder kaufen , hätte ich es nicht schon - glücklich die jenen, deren leben begleitet von dem durch Weichspüler angenehm umwölkten Spruch um einiges leichter zu tragen ist. Durch unsere, die Zeit abhängige Gesellschaftskonstante, namens Konsum und zeitgleich samstägliche Vormittagsgestaltung, sind wir umgeben vom Schnick-Schnack, den wir haben wollen oder müssen; und jetzt trifft das Nützliche auf das Angenehme: Bestimmt hat jeder ein paar schmucke Dinger, Zeugs, dass auch, wenn man viel mehr auszugeben bereit wäre, nicht noch besser zu kaufen ist. Mal gibt es einfach nichts Wertigeres, weils das Angebot (siehe dazu: der Markz hat nicht alles zu jeder Zeit) auch nicht gibt, mal besitzt oder benützt man einfach das Ideal - diese Waren haben den umgekehrten Effekt täglicher Seife: Es erfreut, wenn auch nur für einen kurzen Moment beim (brain)washen, jeden Tag aufs neue das Herz and whatever, es wird nichts weniger und zurück bleibt eine Lotion, vergleichbar mit lang anhaltendem Geschmack, die das Patschpfötchen verwöhnt.

Und all das hat seine Zeit. Bei meinen Top-Five-Produkten gab es sicher mehr als einmal den Moment, an dem ich mir gedacht habe: Kauf dir ein zweites, genau gleiches - nur jetzt - was besseres kann dir nicht passieren. Und sehr oft (natürlich nicht immer!) winke ich genau aus drei Gründen ab:

1) Genieße den Moment (i have it now),
2) Zeiten ändern sich (es gefällt mir jetzt -> siehe Punkt 1) und damit im Zusammenhang
3) Platz für Neues (da Zukunftsforschung derzeit noch schwacher Magie ähnelt, wissen nur die Illuminaten was kommen wird, und von denen auch nur die Heiligen DreiSieben^^), neue Produkte kommen und da heisst es die Hände frei zu haben, daher auch eine Konjunktivspielerei ganz am Anfang.

Mit glücklichem Blick auf mein Zeugs.
Konsum kann schon auch glücklich machen.

Donnerstag, 7. Januar 2010

The Duke

The following things have been accomplished between Duke Nukem Forever's announcement on April 28th, 1997 and its death on May 6th, 2009...eine Seite, die auf eindrucksvolle Weise wiederspiegelt, was während der Lebensjahre eines bestimmten Computerspiels alles passierte - mit einem fetten Batzen Nostalgie und grüße an den DUKE (ein Running-Gag beisst für immer ins Gras!)

Mittwoch, 6. Januar 2010

It´s Dakartime

Das große, große Abenteuer passiert grad irgendwo zwischen Argentinien und den Hochplateuas Chiles (Rally ruft mich seit Jahren vehement, und ich versuche einfach nicht hinzuhören - was ich nicht alles machen will) - nachdem die Dakar wg. Bürgerkriegs inzwischen in Lateinamerika abläuft ist sie gleich interessant wie eh und je - spannende Sonderprüfungen, erschöpfende Langstrecken und materialverschleißende Ansprüche an Material und vor allem Fahrer. Wer nicht topfit ist, langjährige Er-Fahrung mitbringt und das bisschen Wahnsinn von Geburt an hat, kann gleich zuhause bleiben (ist ja eh warm vor dem Fernseher, Eurosport täglichst die Zusammenfassung gucken - die Sehnsucht reisst mich halt so ca. alle 5 Sekunden aus der Trance) - ich bin Fan von WRC und Wüstenrallys, MotoGP, dann Pause, dann SBK, vielleicht noch Oldtimerdingerchens und thats it - Formel 1, DTM und FIA haben schon auch mit Rennsport zu tun, nur mit mir nicht - for gods sake. Und den braucht man eh immer, wenn man das Pedal durchdrückt oder am Gummi reisst, ist halt nicht Sofasurfen.

Eine Tote gibts bereits zu beklagen - Zuseherin stand am falschen, nicht genehmigten Platz. So. Ist. Das. Denken wird mir nach diesen Meldungen schwer, weil ich da nicht fähig bin, Grautöne zuzulassen. Es gibt da: wo gehobelt wird, fallen...und...alles verbieten, weils nie 100% Sicherheit geben kann. Hach...weil irgendwo ist man dann bei homogen-uninteressant Rennkurs mit Sicherheitsknautschzone und Luftgummipolster für Alles, ich erkenn keinen Unterschied zwischen F1 auf der Playstation und das im echten Fernsehen. Kreisfahren, Cockpitansicht, Unfall - Selectbutton rücksetzen - Fahrer läuft in die Box, neues Auto, neues Glück. Nur gibts diesen Button halt im Leben nicht. Es heulen die Motoren für die reichen, werxbestückten Rallyasse, die zum Spass Runden schrauben, wie auch für die Amateure - und beide können unglücklich in Zuschauermengen rasen. Tote sind einfach nicht in Kauf zu nehmen, hmmm. Und Unfälle passieren. Nicht nur wenn man heizt wie ein Irrer, die Wahrscheinlichkeit im Grenzbereich ist halt um einiges wahrscheinlicher...ich seh schon, bin noch im Denken.

Die Bilder sind ein Wahnsinn. Für beide Seiten der Medaille.

Dienstag, 5. Januar 2010

Nachschlag

Plattformübergreifend hagelts Kommentare zum Bono´schen Gequake, dass sich die Balken biegen (lmao). Eine Frechheit aber auch, dass die Poster so gar keinen Respekt vor dem o.g. Heuchler Megastar haben, sie erklären auf geradezu einfache Weise warum das Internet 1.) ihnen zu einem breiteren Musikgeschmack verhalf 2.) Interpreten und Songs kennenlernten, die sie sonst niemals erreichten und 3.) dazu animierte, viel mehr Musik nachträglich oder auf gefallen hin zu kaufen. (Auch entschuldigen sie sich ganz offen bei Bono, so schlechte Menschen zu sein und fragten offen nach Überweisungsmöglichkeiten; für die Herren, die ihren Stammsitz aus Steuergründen von Dublin in die Niederlande verlegten) – auch wenn Bono ein sehr dummer (aber immens reicher) August ist (was alleine sein opportunes Auftreten beweist), der Konsument ist es, trotz gegenteiliger Meinung nicht.

Ich habe die Freiheit (jaja, Radioeinheitsbrei beeinflusst, Stimmen aus dem Jenseits zwingen mich, blabla…) zu wählen, was gefällt – und in modernen Zeiten (hach, wie das klingt) ist die Industrie gefordert, auf den Konsumenten zuzugehen. Einmal heißt Industrie iTunes-store (Milliardenmarkt, angeblich - auch wenns nicht wirklich gut gelöst ist, siehe Kosten vs. Aufwand), einmal die pösen Majors / riesigen Branchenelephanten und auch die kleinen (nicht immer feinen) Labels sind gefordert, mit nicht (!) ständig wechselnden, jedoch herausfordernden Bedingungen Schritt zu halten. Portale wie MySpace, last.fm, Apple-Store, Amazon-mp3, aber auch die vielen Seiten der Künstler und auch die Downloadmöglichkeiten (legal/illegal/sch…egal) sind der Inhalt eines Beckens, das nach etlichen Jahren der Diskussion, Verbote, Gesetze, Zensur, Einschränkung, Planlosigkeit noch immer nicht klar definiert ist.

Den letzten Satz immer wieder lesend, muss man sich vergegenwärtigen, dass bis auf ein paar Rülpser gscheiter Herren auch die Politik nur auf Zuruf der Industrie etwas in den Griff zu bekommen versucht, dass so nicht greifbar ist. Ich gehe davon aus, dass sich der Konsument bei vernünftiger Plattform/Absatzmöglichkeit/Angebot zum Kauf bewegen lässt, zu beiderseitigem Nutzen. Win für den Konsumenten, weil ansprechendes Produkt/Genuss und mehr Nutzen als herkömmlich (breiteste Verknüpfung on-/offline, ausser LP) und win für den Markt, der breiter aufgestellt als je zuvor, die Lücke zwischen Megasell (aus bekannten Gründen) und Indie kleiner werden lässt und damit für viele Kleinere und vielleicht Mittlere Platz schafft (und auch dabei gut verdient). Ich seh da derzeit nix (kann sich ja täglich ändern) was einem Platzhirschen Apple-Store Paroli bieten könnte, auch keine Form ´Ersatz für den CD – Kauf´ zu füllen, die LP bleibt weiterhin Schmuckstück, Sammlerobjekt und audiophile Spielerei - und dann noch eine sich in den Schwanz beissende, weil brennend, Apparatur namens Musikindustriekonzerne, die ihre abnehmenden Gewinne mit einer Milchmädchenrechnung aufgewogen sehen wollen: Ein Album, das illegal geladen wurde, nicht auch gekauft werden würde.

Positive Beispiele a la Radiohead oder Mountain Goats, die vom Nutzer einen Gegenwert selbst eingeschätzt haben wollen, gibt es und sie beweisen, dass Musik durchaus für als wertvoll erachtet wird. Über kurz oder lang werden dass auch die Konzerne mit ihren dümmlichen Aushängeschildern kapieren (müssen! – und den Hammer des Stursinns auf die Seite legen) – das sich das für sie rentieren könnte, hat sich leider noch nicht bis zu ihnen durchgesprochen. Mit gewinngeilen, opportunistischen, hohlen Pappkameraden a la Bono im Ohr ist das leider auch nicht möglich.

Montag, 4. Januar 2010

Judas

Es hämmert hiermit ein NEIN als Hintergrundbeschallung zu allen weiteren drei Sätzen, die sie jetzt lesen. Ich hacke mit dem Blog nicht immer auf die Gleichen ein, doch U2 verdient das. Wobei, U2 sollte nichts mehr verdienen. U2 sollte man am Besten nicht mehr erwähnen, aber eine Meinung kann sich ja jeder selbst bilden. Ich bin schon wieder mal von denen (im Ganzen, namentlich: Bono) maßlos(!) enttäuscht. Zuerst lese ich, was einfach das ganz wahnsinnig normal ist: U2 ist jene Live-Band, die 2009 am meisten eingespielt hat – okay, mit deren Shows, deren Lieder und viel, viel Arbeit ist das kein kaufmännisches Wunder! Aber trotzdem Respekt, so muss man eine Kuh erstmal melken (auch wenn die Vergleiche mit dem toten, aber dennoch gepeitschten Managerpferd zum Himmel schreien) – 123 Millionen Dollar bei 20 Shows (1,3 Millionen Tickets lt. Standard.at), da wird abzüglich der Kosten doch wohl was bleiben. Aber Nein, die kriegen auch 2010 den Hals nicht voll, weil…anderer Artikel, gleiches Medium, andere Rubrik: Bono nichts besseres einfällt, als zwischen den Shows bei Interviews gegen so ziemlich jede Ungerechtigkeit zu wettern; beliebt sind China (wg. Tibet), der pöse Tiervernichtungsapparat, Irland vs. ? oder wieder einmal File-Sharing (weil U2 zu wenig illegal geladen wird?) – da mussten damals (2003) schon einige das erste Mal-, als Madonna und Metallica massiv gegen Napster auftraten, den Kopf schütteln bzw. selbiges wg. Erblindungsgefahr aufgeben, so holt sich der U2-Frontmann im neuen Jahr wieder einmal Negativ-Publicity-Ohrfeigen. „Es schade vor allem den weniger bekannten Künstlern“ und im gleichen Atemzug „die Provider sind jetzt der Ansatz und natürlich die Regierungen seien gefordert“. Er führt dabei China (wtf?) und die USA als Beispiele auf, bei denen Zensur funktioniert und blablabla…BONO - Halt doch mal...! Sag mal, geht’s noch – der normal Wahnsinnige tritt jetzt als das Gegenteil von dem auf, was er zu vertreten glaubte. Ja, Filesharing ist ein Problem, dass es zu lösen gilt – ein neuer Weg, mit Medien umzugehen beschritten, aber…U2 der Megaseller, sieht seine Felle davonschwimmen, und sorgt sich um die Weniger bekannten, denen die Filesharer das Geld wegnehmen…nicht das die „Kleinen“ von den „Großen“ niedrig gehalten werden, nein sicher nicht (siehe Werbebudgets, Management, Plattenfirmen usw.)…immer die gleichen Bands in der Heavy Rotation der Radiosender laufen, zu wenig Mut der, zu wenig Umsatz und…er als Abkassierer Nr.1 sitzt im DagobertDuckschen Reichtum und weint vor sich hin, das die Welt sich trotzdem oder deswegen weiterdreht und er einfach in den Neunzigern stecken geblieben ist. Dieser Affe kommt sicher noch auf den Trichter, dass Killerspiele Monster züchten, die Sonne verboten, dessen Bräunungseffekt besser versteuert gehört, die Tabakindustrie eigentlich dem Menschen hilft und er den „guten, aufrechten“ Menschen zwingen wird, das Allheilmittel U2 zu konsumieren. Solange es aber nicht soweit ist, kann mich der werte Herr am A… lecken (von wg. diff.!). Nein – eine differenzierte Sicht von fast allem gelingt vielen kontemplativen Menschen, ausser dem Herren Bono aus dem Musik-Urwald nicht: Urteil = NEIN zu U2!

P.s. Nur weil jemand am schnellsten einen Berg rot-blau bezwingt, Sänger einer Popband spielt, die beste Kondition für Extremsport hat, oder aber den besten Trigger-Finger sein eigen nennt - befähigt das nicht dazu, die Klappe aufzumachen und zu allem seine Meinung kundzutun. Die Medienmenschen sind aufgefordert, solchen Eseln einfach weniger Platz einzuräumen. Die Verantwortung liegt in unseren Händen - Bono shut up!