Donnerstag, 15. April 2010

Reinziehen, Ausziehen, Durchziehen: Hörbar im April

Spoon - Transference
Die wackeren Herren haben eine Produktionslust, von der ich mir gerne eine Scheibe abschneiden würde - kann keine wirklichen Schwächen ausmachen, der Sound ist gut wieder zu erkennen, Voice nervt nie, eher lässig-langsames Album - stellenweise wird ein kruder Soundteppich (endlich auch das im Blog erwähnt, ist aber geklaut!) ausgebreitet. Allgemein: Pro Album mind. 3 Nummern, die ich immer wieder hören kann, 21 Singles, 6 EPs und 7 komplette Alben (+3 Wiederveröffentlichungen) in 10 Jahren. Portfolio rocks. (Anspieltipp: Nobody gets me but you)

Eels - End Times
Ich hätte Stein und Bein behauptet, es heisst the eels (the the the), aber no - was für die Spoon - Scheibe gilt, hat auch hier seine Existenzberechtigung. Daher siehe oben...kluge Jungs obendrein, mit Texten, die eh wieder kein Schwein interessieren. Gibts genau ein Jahr länger als Spoon (1995) und haben 15 Alben gemacht. Unbelievable, und ich werde alt. (I need a mother)

Anouk - For bitter or worth
Ich hör jetzt meine Metal-Heads aufschrein und mich aus ihrer Telefonliste streichen - was soll denn das sein? Ich sag einfach nur, das jede Generation so etwas wie Tina Turner braucht. Für meine ist das die Frau Teuuwe. Tattoos inklusive. Neues Album, alte Power - nicht der gleiche Effekt wie beim ersten Mal. Aber bei wem ist das denn so. (lovedrunk)

Smokeblow - The Record
Du willst was Feines für den Frühling? Listen to Anouk, denn Smokeblow sind alles andere, aber eben ganz gut für eine Jahreszeit, die dem Winter dem Garaus zu machen hat. Reinziehen, Ausziehen, Durchziehen. Nicht ganz so schneller Punkrock (der diese Bezeichnung verdient), mit Abwechslung im Vocal, reicht für die Faust im Nacken. (proll?egal!)

Magnetic Fields - Realism
Der Titel ist eigentlich ganz schön bezeichnend - und dazu habe ich mir auch schon ein paar Rezensionen meines Top - Künstlers (lt. Last-Fm) durchgelesen. Was kann man nach 69 Love Songs noch machen, eben...ja...(Pause)...lass einfach laufen und schau was passiert. Trotzdem Gut. Punto. Ich mag den Kerl einfach. Und oft musste ich schon wieder und wieder beim hören schmunzeln, weil er es drauf hat. (Seduced and Abandoned)

Mayer Hawthorne - A strange Arrangement
Auf leisen Sohlen hat sich da jemand eingeschlichen, nach dem an gemeinsamen Abenden gefragt wird, wer denn das so sei, der einen als Gast so entspannt werden lässt (Jack Johnson ausgenommen). Yepp, ist zwar schwer gehypt, aber passt in jede halbwegs orientierte Plattensammlung, wie ein geliebter Turnschuh im besten Alter - klingt nach viel erlebt, aber aufgepasst, sonst kippts. (Make her mine; singt da ganz zufällig von „drivin a new mercedes“ :D)

Vampire Weekend - Contra
I love it, i love it - auch wenn ich den Rest der Welt damit nerve, ich könnts immer immer immer hören. Wurde an dieser Stelle eh schon viel darüber geschrieben - ich find das sind funny Jungs, und die Mucke regt mich einfach zum tanzen tanzen tanzen an (Run Run Run Run Run)

Enjoy!

mehr Weg als Ziel

Die Möglichkeit, mit Stil und Etikette zu reisen ist zumeist von finanziellen Aufwänden begleitet. Eine Flugreise kostet heute unter normalen Zuständen auch noch mehr Geld, als die Strecke mit dem Auto abzuspulen. Die abnormalen Zustände lauten dann Billigfliegertourismus a la den üblichen Verdächtigten. In den Fokus geraten sind in letzter Zeit Hotelreisezüge, die auf eine Klientel setzt, die sich dem Fliegen und dem Fahren zwar bedient, aber das System Schiene zu schätzen weiß. Auf mittleren Strecken in Geschwindigkeitskonkurrenz zum fliegenden Produkt, ermöglicht es eine Art stilvollen Reisens, die durch grenzüberschreitende Anbieter eine interessante Belebung erfährt. Da wird auf einmal die zu bewältigende Strecke nicht zum Hindernis, sondern ein Erlebnis. Die Preise liegen in einem für den gebotenen Service (erstklassiges Abendessen und Frühstück inkl.) vertretbaren Rahmen, die Kabine und der Zug strahlen Ambiente aus – wäre da nicht ein kleiner Haken: Es gibt diese Angebote nirgends von Österreich aus. Elipsos fahren von der Schweiz oder Italien in die südliche Welt, Frankreich hat eigens Service pour Paris und SpanierInnen können durch den El Transcantabrico gemütlichst rumschippern. Will ich z.B. nach Barcelona muß ich zuerst nach Mailand oder Zürich, d.h. ich muß wie in einem Touribomba eng und muffig Nachtzüglerisch aus dem Bahnhof rollen, komme gerädert an und darf dann erst Service genießen. Früher gabs da Attraktives, die D-A-CH – Vereinigung sorgte für Wohlbefinden und gutes Schlemmen an Bord auch in engsten Bögen (die Bahn kennt keine Kurven, nur Bögen!). Das war früher. In Österreich gibt’s jetzt den Railjet, der zwar nichts falsch macht, aber auch nichts richtig. Angenehme Reiseatmosphäre schaut anders aus. Schlimmer: Für Reisewillige verströmen Nachtzüge kein einladendes Aroma mehr. Die nächsten Flüge sind schon gebucht. In 2h reiner Reisezeit zum Ziel. Da halte ich auch engste Sitze locker aus. Ich wäre einfach mal gern mal stilvoll gereist.

Donnerstag, 8. April 2010

Automobiles

Meine Fahrzeuge werden älter – und sind es zunehmend auch schon. Was sich in jungen Jahren als ein leicht zu realisierendes Unterfangen anstellte, oft in Verbindung mit notorischem Geldmangel anzutreffen, wird mit zunehmenden Jahresringen ums Ränzlein ein schwierigeres Tun auf der Liste der Lebenslust. Vor allem dann, wenn die Kisten, mit denen wir die Straße hinter uns bringen nicht beim Einsteigen zerfallen sollen. Alte Karren knarren. Jung und neu ist das Diktat unserer Gesellschaft, dazu noch höher weiter schneller (teurer cooler besser) dem Jugendwahn gehorchend; kann das noch die meine sein? (siehe dazu: In welcher Gesellschaft leben wir eigentlich?, Armin Pongs, 1998)
Es soll sogar Narren geben, die sich bewußt ein richtig altes Auto suchen, daß sie dann wie Ur-Opi um die Ecke werfen können, mit Klopapier und Wackeldackel auf der Hutablage (die auch ihrem Namen gerecht wird). Seit kurzem darf ich mich rühmen, ein Klorollenabdeck-Strickzylinder – Kutschierer in historischem Fahrzeug mit Hut noch am Kopf zu sein. Jenen Zeitgenossen, die ihren fahrbaren Untersatz von den anderen Blechkisten vor und hinter sich nicht unterscheiden wollen oder können, sei verraten, daß Autofahren auch eine lustvolle Seite birgt, besonders in stilechtem Ambiente knapp unter 100 Km/h Reisegeschwindigkeit. Das gehört genauso wie gute Kleidung zum Lebensselbstkonzept einfach dazu. Das muß man sich wert sein.
Auf das indirekt proportionale Verhältnis von Alter, Zustand und Preis sei an dieser Stelle bewußt hingewesen, denn wir werden älter, nicht schöner aber teurer, fast wie Autos eben. Geht’s aber ums Alter bei unseren weiblichen Mitgenossinnen so hat man sich diskret in Schweigen zu hüllen, außer sie sind blechene Diven in mondänem Kleid, daß man tunlichst nur Sonn(en)tags auf ein frisches Limoneneis um den See chauffiert. Man lächle fröhlich vor sich hin, in weiblicher Begleitung die Strecke absolvieren zu dürfen.
Unzertrennlich mit historischen Fahrzeugen ist ihre Historie – zumeist geht’s dabei um bekannte Vorbesitzer (überregional zumindest), eine bewegte Fzg. - Vorgeschichte oder ähnliches. Etwas ungewöhnlich (für Oldie-fans wahrscheinlich: Fad!) gestaltet sich der Ablauf des gesamthaften Übertritts ins Eigentum. Geprägt und getauft ging das edle Stück in meine Hände, skurrile Bezeichnungen geben Auskunft – aber auch mitübergeben wurden Geschichten rund ums Auto, der restlichen Welt und vielem mehr, alles in allem etwa 2h Erzählzeit. Ich weiß jetzt was die Frau des Verkäufers so treibt, kenne seine weitgereiste Lebensgeschichte und so ziemlich jeder meiner Bekannten kennt den Mann durch meine ausschweifenden Erzählungen. Das gehört genau so dazu, wie auch die Erfahrung, daß man eben älter werden muß, um das Alter zu schätzen. Ach ja, in der Postmoderne kann ich mir meine Gesellschaft aussuchen. Mein neues altes Auto ist ein Er.

Mittwoch, 7. April 2010

Bildersprache

Noch seltener als Familienfeiern stattfinden, ist es, bei diesen Anlässen die wenigen ordentlichen Fotoalben (in Stunden hergestellt, in denen man WIRKLICH nichts zu tun hatte) und die vielen, vielen verstreuten Bilder die Runde gehen zu lassen. Zumeist entdeckt ein gelangweiltes und stöberndes Mitglied irgendwo beim Kontrollgang in der Wohnung ein Bild, welches für den Besitzer sofort zur Folge hat, seine Ablichteschatztruhen für diese Mitglied zu öffnen und zu hoffen, dass man unbeschadet, ohne in Geschichten zu verfallen, die Mini-Show überlebt. Unerhofft bleibt es bei der intimen Beschau eher nicht– vermutlicher zieht das die Zeitzeugen so massiv in den Bann, sodass sich die gesamte Gesellschaft vom Tisch aufs Sofa bemüht und in heiterer Laune das Besehene bespricht.
In modernen Zeiten, wie den unsrigen (wobei ja jedes Jahr modern ist, man will halt den Minivorsprung gegenüber den früheren Zeiten viel heller erscheinen lassen) gibt es ja ach so vieles am Computer, wie auch die unzähligen Schnappschüsse der letzten fünf Jahre – nur anschauen will die niemand so recht; zu klinisch, zu umständlich(?) - da heißt es in Zeiten, an denen man noch ein bisschen mehr Zeit hat als wirklich nichts zu tun, aussortieren und ausdrucken (entwickeln hieß das früher). Wer seine Lebensmitte bereits überschritten, darf sich einer Fotosammlung rühmen, die aus cirka 50% Bilder der Kategorie „Mist, da muß ich jedes Bild kommentieren, warum es denn sooo schlecht ist“ besteht – weil immer alle Bilder der Filmrolle entwickelt wurden und man nie aussortiert hat.
Der Geistesablauf für viele der teilnehmenden Gucker selbst ist ähnlich, es gilt das folgende Martyrium durchzustehen:
  1. So bescheuert hat man einmal ausgesehen
  2. So jung werde ich nie wieder sein
  3. DAVON gibt es wirklich Bildmaterial?
  4. Zum Glück sind die Menschen vergeßlich
  5. DAS gehört da eigentlich nicht hin
  6. wer wie wo war das denn noch mal
  7. Lustig, schau mal! (um abzulenken)
  8. Zum Glück ist es bald vorbei
Und mit dieser tiefen Schau in die Untiefen menschlichen und vor allem familiären Daseins darf man sich kurz hineindenken und fühlen, was es damals alles so festzuhalten gab. Manches mal sind das Personen non grata – darüber und ein bißchen mehr hüllt sich eine Familie in Schweigen. Es gibt keine Familie, die nicht ihre kleinen Geheimnisse mit sich herumträgt. Oft so sagt man, sind es diese Feinheiten die den Unterschied ausmachen; ob man zum innersten Kreis gehört, oder einfach nur zugerast, nie die Hintergründe verstehend einfach so am Tisch beisitzt. Manchmal Anlass für Schmerz, Trauer aber auch Freude dieses einmaligen Augenblicks. Dass dabei so manche Blüte ihr Unwesen treibt, die erklärt werden will ist auch klar.
Danach fühlt man sich um vieles den Menschen verbundener, die man so unterschiedlich betrachten durfte und manch einer nimmt sich vor, wieder mehr zu knipsen. Für eine ganz private Rückschau an ein Gestern, das festzuhalten oft nur auf Fotos möglich ist.

P.s. Technisches Retrodetail - Wer Fotos sein eigen nennt, die rückwärtig einen Magnetstreifen besitzen, kann anhand eines tauglichen Abspielgeräts manchmal auch die eine oder andere Story über das Bild erfahren. Sehr viel Zeit, Akribie und Information des Bildbesitzers vorausgesetzt. Da knüpfen in meinem Kopf schon die tollsten Geschichtenspinnen ihre Netze…

Dienstag, 6. April 2010

Kill your idols

Ich stehe leichtfüßig und schwanke ob des Vortrags, den ich, um ihn und das Pult zu halten, als mein ständig Brot aus dem ff. beherrsche. Blicke nach einem Gutteil der vorgetragenen Theorie in die Runde und merke die aufsteigende Hitze: „Hab ich schon erwähnt wie zufrieden ich mit den Plastikprodukten der Firma mit dem Apfel bin, Nein!? NEEEEEEEIIIIIIIN???“ (ich sehe eine ganze Schulklasse JAAA brüllen, mit Jungen, die am Boden hocken und aus voller Kehle schreien und dabei lachen und glucksen, Mädels sich scheu wegdrehen und trotzdem mitbrüllend) – ´Wirkliiich nicht?´ (wieder lachen alle und schrein, wie bei Kasperl: Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!! Die anwesenden Eltern lachen, grinsen sich einen…) und ich, ganz beglückt, euphorisiert, die Stimme anschwellend, die Faust geballt: Wollt ihr den totalen Krieg?

Stille breitet sich aus, eine hochgradig sensibilisierte Schar an sehr, sehr jungen Menschen verstummt und bewirft mich vorwurfsvollen Blicken und einer großen Portion Abscheu. Ich bin zu weit gegangen und sie wissen es, sie verachten mich für meinen Ausritt.
Ich darf meine Augen aufschlagen. Aus der Schreckenstraum aus Fantasie und gewollter Wirklichkeit.

Ich habe Jobs Biografie gelesen, bete trotzdem keine Techno-Religion an, liebe mein Book und iPod, weiß keinen Nutzen fürs iPad (der mich weglotsen würde) und merke Regungen inneren Widerstands gegen ein immer In-sich-geschlosseneres-System. Macs und ihr OS bilden eine nicht mehr wegzudenkende Symbiose und ich osmosiere da gerne mit. Meine Prothesen gebe ich nicht her, auch wenn iTunes eine dzt. noch uneinnehmbare Festung ist, die die anstürmenden kritischen Heerschaaren wie Schuppen von den Schultern schüttelt. Ich habe noch dazu „Pirates of the Silicon Valley“ gesehen, der eine durchwachsene Empfehlung folgen läßt und iWoz Biografie liegt bereits im Kanal. Tja, damals, alles Geschäftemacher, dann junge Menschen mit Visionen, viel Geld, große Spannen -> die neuen Götter und Halbgötter sägen an den Stühlen und den Rest sollte man sich einfach anschauen. Auch: um mitreden zu können. Microsoft gehört heute ein großer Teil von Apple. Also eh alles eins. Fast wie Coca Cola und Pepsi, nur glanzvoller, technoider und wenn gewollt: Fanatischer. Dort steifes PC-Gehopse, drüben agiles New-computing. Lernen sollte man von beiden.

Microsoft ist mittlerweile, und da ist es egal wie die daherkommen, ein Moloch, der sich auf seinen Lorbeeren ca. noch 500 Internetjahre (in Realtime: 10; vielleicht auch 7,2) ausruhen kann, bevor sie ein „Jetzt alles Neu – Windows“ mit neuem Hintergrundbild auf den Markt werfen müssen. Beisse nie die Hand die dich füttert! Beisse nie…auch nicht, wenns lange vergangen ist? Nein, weil deine aktuelle Pfote das sieht und sich ihren Teil denkt. Außerdem: Kritisiere keine Produkte, deren Nutzen für dich ein ganz Großer ist. Stell nie Regeln auf, was die nie machen darfst. Irgendwie ist zuviel von allem auch nicht immer das Gelbe vom Ei, das sollte man sich hinter die Ohren und werde ich an Apple schreiben. Die schreiben uns im Gegenzug vor was Alles ist. Das Ei besteht ja auch nicht nur aus Gelb…siehe Ostern. Da ist mir Alles dann doch zu wenig.

Mittwoch, 31. März 2010

Ich kann Goldtsche Bücher nur lesen

Ich bin einer der späten aber sehr treuen Fans Max Goldts - was ich selten geschafft habe, war seine Kolumne, auch wenn ich die Möglichkeit dazu gehabt hätte. Die späten Leser kennen die Bücher, keine Kolumne nicht, da sie ja sonst nicht zu den "späten" und doch noch, also rechtzeitigen Lesern gehören würden. Die Titanic kaufte ich mir ganz selten und ein paar von denen reicht schon wieder für ein Buch. QQ habe ich mir als Hörbuch gekauft, die CD staubt trotz CD-Wechslers in der Karre noch immer im Regal meiner alten Wohnung. Ich habe mich so an den Anblick gewöhnt, dass ich ihr den Umzug nicht auch noch zumuten wollte. Armes Ding, wird irgendwann ganz ausgebleicht von der Sonne den Weg allen Irdischen gehen: verkauft auf Amazon Marketplace. Ach ja, Zimbo ist solides und damit sehr gutes Fachwerk des begabten Wortakrobaten. Hoffen wir, dass er das hier nicht liest. Denn Akrobaten schön wollen noch in keine fremden Kolumnen. Gehört gelesen.

Dienstag, 30. März 2010

Die Stille nach dem Schuss

Sehr selten kommen zwei Umstände zueinander: Jene Entspanntheit, die es braucht, zuhause in einen nicht allzu anspruchsvollen Film eintauchen zu können und den richtigen Fernsehsender (hier abgesehen von den hunderten vor der Kiste verbrachten Stunden, Videospieler oder DVD-Player bedienend). Richtig kann es ein Sender machen, einem Spielfilm jenen Platz zuzuerkennen, den er verdient. Ich erwarte mir als Seher (und ja jetzt gibt’s ORF-Bashing!) eine ordentliche Ankündigung, mit Beschreibung und einigen Szenen, etwa eine Woche davor einmal, und als letztes Mal kurz vor dem Beginn, damit ich, falls notwendig oder einfach so mal dispioneren kann, dann unterbrechungsfreie Wiedergabe des Inhalts.

Einer der schönsten Momente eines Films ist der kurze Moment wenn nach der letzten Szene die Effekte, Musik, usw. verklingt, das Bild schwarz wird, der Schlußsong eingespielt wird und es beginnen die Namen der Schauspieler und allerlei Info über den Schirm abzulaufen (zumeist auch mit was coloriert wurde!) – eine Wohltat ist das - nicht sofort aus dem Film gerissen zu werden, etwas sinnieren zu dürfen. Es ist nicht nur die Verlängerung des Films, es gehört zum Film, ein wichtiger Bestandteil. Erst als Genussseher wird einem bewußt, wie zerstückelt Filme auf den Privaten werden, wie unzusammenhängend sie sich für ein aufgeregtes, freilich zappendes Publikum darbieten, der Werbekeule gebeugt. Aber was hier beschnitten wird, ist der eigentliche Film - ich werde als Seher des Platzes beraubt; seinen Gefühlen wieder Herr zu werden, mich zurückkommen zu lassen o.ä.

What a pitty, daß der Staatsfunk jene Unart übernommen hat, nach jedem Schaustück sofort mit ihrem Teaser darüber zublenden, die Werbung sehr laut abzufahren oder mit schriller Stimme auf das nächste Highlight hinzuweisen. Oft werde ich von der Versuchung verfolgt, zu glauben, daß die staatliche Fernsehanstalt wirklich einen Auftrag von irgendwem für diese Programm erhält – eher, so vermute ich schlechtdenkend, ist es eine Art Würfelspiel, wobei der Sender und auch der Zuseher ständig verlieren. Somit entspricht der ORF eh dem oben postulierten Maß der gezeigten Filme und erfährt eine rasante Talfahrt ohne gleichen. Die wenige Fernsehzeit, die es lohnt, läßt man dann auch fahren – Danke für nichts.

Montag, 29. März 2010

err-eff-iii-dee

Brieftaschen sind mir von klein auf ein Greuel. Sie erfüllten in meinem Leben einen einzigen Zweck: Sie gingen verloren. Ich besaß als Kind keine richtige Brieftasche, sondern bekam bei Schulausflügen etwas ähnliches zugesteckt. Zumeist befanden sich darin ein Zettel, wer der stolze Besitzer des Kleinods war und zudem ein Zwanzig-Schilling- Schein für eine Limo und Wurstsemmel. Der Finder meldete sich nie oder zu spät und so konnte ich mir am Buffet nie was spendieren – zwanzig Schilling waren vielleicht nicht so viel Geld, in meinen jungen Jahren war der Verlust ein Weltzusammenbruch. Als unzuverlässig gebrandmarkt, durchlebte ich die Höhen und die Tiefen meiner Kindheit ohne an einer köstlichen und selbsterstandenen Limonade strohhalmseitig ziehen zu können.

Meine wichtigsten Karten sind heute in einem edlen Lederetui untergebracht, mein Geld seit Jahren lose im Sack. Manchmal verstreue ich den Inhalt, zumeist Münzen, auf irgendwelchen Sitzen, klaube aber alles wieder auf – verloren habe ich über die Jahre nur wenig. Nespresso hat jetzt ein drahtloses Kundenerkennungssystem, sehr edel als Schlüsselanhänger in Leder gehüllt, ermöglicht es einen anonymen und schnellen Einkauf im Laden. Es fühlt sich gut an, einem Schlüssel einen Quasi-Zettel umzuhängen, daß wenn er verloren geht, ein Erkennungsmerkmal abzulesen ist. Schlaue und aufmerksame Zeitgenossen mögen den verlorenen Key dann einfach zu Nespresso tragen, die Funktion zweckentfremden und dem Kunden bravst entanonymisiert melden, dass vielleicht etwas vorliegt, was man in naher Zukunft vermissen wird.

Umständlich ist das Ganze, geben tuts einen Schlüsseldienst seit Jahrhunderten, wobei Nespresso ja auch keiner ist und dem RFID – Zeugs darf man aber gar keine Chance geben. Der Anhänger paßt zu gut zu meinem Etui für die Karten, wenn ich als modisches Accessoire schon keine Brieftasche mit mir herum tragen will. Den Chip werd ich mir schon noch vergällen.

Donnerstag, 25. März 2010

Alles hat seinen Preis

Wer das Vergnügen hat, morgens auf dem Weg zum Arbeitsamt, in die Arbeit oder auch zur Schule (Studenten sind frühmorgens eine rare Spezies, und wenn, dann eher in die andere Richtung unterwegs) an Bahnhöfen öffentliche Verkehrsmittel in Anspruch zu nehmen (ja, auch U-Bahnbahnhöfe!) sieht sie an fast jeder Ecke rumlungern, zumeist häßlich bunt und Signalfarbenfroh schreien sie einen an: Die Zeitungsboxen diverser Gratisblätter mit ihren „Nimm mich“ – Appelativen.

Und wie ich meine Mitmenschen gehorsamst zugreifen sehe – niemals lächelnd oder verachtend – einfach nur froh, diesen Blättern nicht erlegen zu sein.

Infotainment und Boulevard in hässlicher Verknüpfung, Häppchenweise zugespamt von kleiner, leichter Information, die zerlegt und aufbereitet, vorgekaut die Zeit verkürzt. Ich entferne mich schon von Information, die mir die Tageszeitungen liefern, habe mein Abo runtergeschraubt, weil ich den Glauben an Qualitätsjournalismus (Danke an dieser Stelle an Antonia Gössinger) irgendwann abgegeben habe. Zeitschriften füllen das kleine Loch bestens, und Onlinenachrichten hab ich aktuell und mit den unterhaltsamen Kommentaren auf Abruf. Mit Player in den Ohren starre ich meistens in die Luft, als Heute oder Österreich zu lesen. Gratis sind diese Zeitungen nicht. Es kostet, sie nicht zu lesen.

Mittwoch, 24. März 2010

Komm_Uni

Die Kommunikationswissenschaft auf der Suche nach sich selbst; Nachdenkliches zum erst entstehenden Grundsatzpapier (der Universitäten Wien, Salzburg und Klagenfurt) - einer Studienrichtung, die nach vierzig Jahren Grund zu Grundsatzüberlegungen hat – man muß mir schon mit starker Manneskraft die Feder aus der Hand schlagen, um zu vermeiden, daß ich als Betroffener und auch manchmal Verständnisloser bei diesem Thema die Hände in den Schoß lege. Was wäre ich für ein Vertreter einer Studienrichtung, die es sich fast bis zur Selbstaufgabe auf die Fahnen geheftet hat, ihren Studenten ein gut Rüstzeug für Rechtfertigungen mit auf den Weg zu geben; und zu verteidigen, sozusagen ihre Lehre nach außen zu tragen.

Wie stelle ich mich vor?
Ich bin Kommunikationswissenschaftler (aha, der Herr muß erst lernen, was andere können); oder eher Medienwissenschaftler, dazwischen die bekannten Abstufungen und was wir alles nicht sind, aber als dessen bezeichnet werden: Publizist, arg verwandt mit dem Pozilisten, dank schneller Sprechweise, also: Immer Führerschein mithaben, Journalist (das aber erst nach bestandener Fachhochschule), nix zu tun mit Mediavisten (aber Campusörtlich nah, kann man gelten lassen), am ehesten noch Orchideenfächerstudenten, Nixwisser und –tuer, Planlose (wer so was studiert, weiß nicht was Sie/Er will), zu blöde für a richtiges Studium. Deutschland unterscheidet klarer: Einerseits die Komm-unisten (Wissenschaftler des Sozialen), und Meder (Kulturwissenschaftler) – auf daß ich die beiden Begriffe grad aus meinem Hirn gezogen hab – manchmal sage ich fürs Leben gelernt zu haben.

Ein Selbstverständnispapier soll entstehen – das Ministerium verlangts! Mit jenem Pfiff Bürokratie, jenem Kataster, in dem sich jeder planlose Student wiederfindet: Was ist Pflicht (des Pudels Kern! Was soll beigebracht werden) und was ist Kür (jene wundervolle Orchideenpracht zu züchten, benötigt ein besonderes Händchen, mein Herr – wie wärs mit violettem Web 2.0 heute, grünen E-Books von Morgen und einer bunten Reihe von Ansätzen, die alle nebeneinander bestand haben und sich maximal überscheniden, aber nie widersprechen, dem Bacc, dann Mag und ein Doktorle wird’s nimmernie), aber ich verschussel schon meine Energien, ich sitze in keinem Gremium, kann so gut wie nicht beitragen, ich hoffe ich krieg das Papaier in die Hand – das wird mir jenen Rückenwind verschaffen, um endgültug abzuheben. Klappe zu, sonst ziehts.

Einzelsongs_für_die_Welt

So schnell die Notiz (Einzelsongs, quo vadis?) zu Papier gebracht und damit ganz einfach ausgesehen, mußte ich doch einen langen Gedankenmarsch auf mich nehmen und bin nach wie vor unzufrieden. Pink Floyd (nicht als Ganzes, was ja nicht mehr geht, siehe: Richard Wright r.i.p. or Syd) will nicht, das ihre Stücke als Einzelsongs vermarktet werden; nun ja – ist halt so, und der Einwurf sei berechtigt, daß ich es mir ganz leicht machen könnte, die Alben als Gesamtkunstwerk ansehe und punto.

Klar, audiophile Geister sehen sich bestätigt gegen den Moloch iTunes/Apple/Satanas der im Einzelsongverfahren Trillionen verdient und wer einmal entehrt und Untreu ist, dem glaubt man nicht; Selten die standhaften Bewahrer des Guten, Schönen und Reinen. Amazon und mp3buy sind willfährige Mitsegler am Styx und haben die Klappe zu halten – und eine Maxi ist eine maxi ist eine maxi, that ist the thing. Der kleinste Nenner nur ist, das ja ein Song auch als Kunstwerk gelten muß; natürlich ist dann die Gesamtsumme mehr als die einzelnen Teile, aber warum ist es bei Pink Floyd ein Sakrileg solches zu unterlassen und was hat es sich so mit den Einzelsongverweigerung auf sich.

Der schnelle Blick auf die o.g. genannte Nachricht führte in die falsche Richtung – auf der Keule die einen als Erstes beutelt, steht in großen fetten Lettern: Greatest Hits. Ich unterstelle jetzt mal jedem Künstler mit mehr als zwei Alben (nach denen bekanntlich sich noch immer ein ´Best of´ dazwischen klemmen läßt, wenigstens einmal ein LIVE) ein „Kennenlern“- Album für Unbedarfte rauszuhauen (besser bekannt unter Auffettung des Klingelbeutels bzw. Neukauf einer Villa), auch und das sei der erste Hieb, haben sich die o.g. hohen Herren zuletzt 1995 dazu durchgerungen, mit ECHOES auch eine veritable Sammlung und damit Kreuz und Querzusammenstellung ihrer Minutenorgien auf die potentiellen Hörer abzuwerfen. Mit Erfolg. Wer kein echtes Album der Herren besitzt, aber mehr als nur mitreden, vielleicht mitsingen will, dem sei diese Abhandlung über 2CD´s zu empfehlen. Und das ist nicht die erste Sammlung – auch heranzuziehen sind die vielen Livemitschnitte, deren Songauswahl sicher durchdacht, jedoch als Gesamtes einfacher zu zerlegen ist als ein iPhone für den berühmten Akkutausch - Einzelsongfähig.

Es muß eine andere Ursache geben, dass Pink Floyd´s Erbe nicht auf diesem Sonnenscheinkanal vermarktet werden will – wie wärs mit Rechtstreitigkeiten zum Frühstück? So viele Songschreiber, so viele Einflüsse und leider genauso viele Meinungen gibt es über die Einflüsse der einzelnen Herren auf das Gesamtkunstwerk Pink Floyd – was haben die nicht für wundervolle Stücke aus dem Stein gehauen – und damit haben wir den Schlamassel (siehe auch: Beatles –> 10 Gründe für deren Trennung), die ausgezeichneten Köche wollen von den vielen Gourmets maximal was abhaben, und da es einen Dschungel zu durchqueren gilt, der dichter nicht sein könnte, erklärt man diesen als undurchquerbar und niemand verdient daran. Vielleicht monetäre Gründe: Pink Floyd ist so erfolgreich, eine Goldeselchen – da kann man nur mehr haben wollen, und CD´s werfen einen tieferen Schatten.

Ohne mehr Hintergrundinformationen bleiben die Vermutungen und/oder der einfache Weg, den Umstand als gegeben hinzunehmen. Nach allem, was oben aufgezählt wurde, bleibt in Zeiten wie diesen die Frage offen – ich kenne einige Leute, die mind. drei Alben auswendig kennen und können, aber kenne auch Hörer, die „Wish you where here“ mitsummen können und denen der unbekannte Interpret egal ist (ein Rätsel bleibt); wir schreiben das Jahr 2010 mit einem unglaublichen Angebot an Musik und einem Vertriebsnetzwerk, welches einem ermöglicht, Stücke in vielen Formen parat zu haben – die Nichtvermarktung von Einzelsongs war eine Randnotiz und wird auch eine bleiben.

Dienstag, 23. März 2010

more mucken

Steady 2do auf der Liste der niemals abgearbeiteten Dinge ist: iPod aktualisieren. Manchmal steht da einfach nur iPod oder auch mal Mucke aufspielen, oder wie in letzter Zeit wieder vermehrt zu sehen, Synchronisieren!

Mehr als einen iPod zu besitzen, veranlasst zu höherem Verwaltungsaufwand, was aber nichts ausmacht, weil die Schaltzentrale, das vielgehasste/geliebte ITunes zum Schieben einfach ganz gut ist. Meine Player erfüllen ihren Zweck und ich möchte keinen missen; einen schönen Batzen Arbeit ergibt hingegen das ständige Suchen nach Mucke, hören und bewerten. Früher hatte man seine Sammlung einfach im Kopf, oder wenn auch nicht, die Bestof - Kassette eingeworfen - und die Verständigung zwischen den Höhrern funktionierte ganz gut - über Musik. Geändert hat sich bei der Übertragung wenig, es wurde nur Meer von Alles. Und so surfe ich durch die aufgestauten Wellen meines Archivs, wie in einer Nusschale auf dem Ozean. Immer dem Geschmack nach, so wollt ich wenn ich könnte, aber man ordnet ja seine Platten auch nicht nach dem Alphabet, oder?

Prollige Djs kleb(t)en einst und vielleicht noch immer ihre schönsten Platten mit Zetteln voller krakeliger Schrift zu, nach dem Prinzip, 3 - geht ganz zum zum Anheizen, oder Bass auf 5 bei zwei, ließ ich mir sagen, Feinklingenplattenwechsler haben Köpfchen. iTunes ist more of the same - Plattensammlung, die Bewertung für Schlitzer und Stecher ist an Board, meine überboardenden Bestof - Listen geben genauer Auskunft. Jedem sein System, aber mehr als fünf Sterne werdens auch beim besten Willen nicht. Genius - Listen waren bei mir noch nie länger auf Besuch, trotz last.fm fehlt mir auch heute noch der wichtigste Input, der die kleinen Helferlein obsolet werden lässt: der gute Tipp. Rezept: Man nehme: Freund, dessen Mucken mehr als einmal im nüchternen Zustand gefallen haben, klaue ihm die besten Stücke (natürlich nur psychisch), baue sie in sein eigenes Repertoire ein und verkaufe es als Geschmack.

Die Aufgabe - Synchronisieren - ist nie erledigt; iTunes fehlt der Charme des Austauschs und mehrere iPods sind ganz brauchbar. Meine Bestof - Kassetten habe ich noch immer.

Donnerstag, 11. März 2010

es war eine zeit

Als ich aufwuchs, war der 125er Boom leider schon wieder am abflauen und strenge Gesetze regelten den Zugriff auf die so ziemlich schärfsten Zweiräder für die Ab Sechzehnjährigen. Mit Sehnsucht denke ich an die glory Days, die heute nur noch in den Köpfen der Mittvierzieger vorherrschen. Kreidler vs. Puch Monza vs. Sachs, Gefechte unter 10PS - alles damals lebensentscheidend, wenn nicht gar der, wenn auch kurzfristige Sieg im kleinen Universum. Die schnellsten Renner liefen über 125 Km/h, so erzählt man sich bierschwanger und in Feierlaune. Heute kaufts mit Ducatis schärfsten Teilen 150PS und mehr, aber irgendwie hab ich nicht mal ein ähnlich aufgeregtes Gefühl, es ist eher ein Abholen einer Bestellung als die Erfüllung einer lang gehegten Sehnsucht.

Ich bin eine jener Generationen, die für den Puch-Höhepunkt zu jung, für Derbis Senda aber zu alt war, unbefriedigt zwischen den Mopedstühlen sitzengeblieben - da hab ich sicher ein Leben lang was nachzuholen. Ganz schnell (zu früh?!) wurde der „Kleinmotorrad-Schein“ wieder verboten, ich weiß bis heute nicht, ob es wirtschaftliche Gründe gab oder viele Unfälle; ich seh heute wenige Mittvierzieger am Stock gehen, Schlimmeres nicht ausgeschlossen.

Wer heute einen der unverbauten Mopetten seine Eigen nennen kann, sei stolz und trage dies mit Würde - geschraubt wurde gar oft und das nicht immer mit dem benötigten Hintergrund. Jugend - Werkstätten üben bis heute eine riesige Faszination aus - eine Welt des verbrannten Benzins, den Schmiergerüchen und dem Fett auf den Händen, immer schmutzig, irgendwie auch berauschend; eine Welt, die noch so klein, jedem seinen Platz ermöglichte. Ich wollte so sehr dazu gehören, so fest hab ich geträumt, zu schrauben, feilen, meine eigene Maschin´anzukicken. Dauernde Benzingespräche von längeren Übersetzungen und polierten Ansaugstücken. Sechs Gänge, langgezogener Tank und am besten gleich die JPS - John Player Special Edition von Puch. Heute muss ich schmunzeln, als ich mich so tief eingelesen hab, - damals halt, hab ich ein wichtiges Detail einfach mal so übersehen: der Schriftzug lautet(e) niemals JPS, sondern einfach SDP - aber zum verwechseln ähnlich den damaligen, sehr beliebten JPS Formel 1 Rennern nachempfunden... (SDP: Special Design Puch, ich kanns heute noch immer nicht so recht glauben - dafür hab ich sogar eine Zeitlang, die meiste Zeit sogar, John Player geraucht, heute noch hat diese Marke bei mir was gut, einfach so...)

Vor Wels steht ein der Bahn sehr nahes Lager, mit großen Lettern und einem riesigen Puch - Zeichen, ein damaliges Zentrallager wird damit ausgewiesen. Sogar die Aussenfarbe des Gebäudes wurde im Corporate Design der zu tiefst österreichischen Marke verziert, so glaube ich darin zu lesen. Jedesmal, und das sei mir hier verziehen, ja, jedesmal rauschts bei mir im Kopf beim Vorbeifahren so dermaßen Bilder durch den Kopf über eine längst vergangene aber nicht vergessene Zeit. Und irgendwie freut mich der Gedanke, wenn ich mir einen Mann vorstelle, der hinter dem Tresen meine noch zu verbauenden Teile hervorholt und wissend lächelt. Eine geteilte Begeisterung ist schon faszinierend. Lächelnd nicke ich ab und schau das ich so schnell wie möglich in die Werkstatt komm: zum schrauben...

Mittwoch, 10. März 2010

Ein-Satz-Rezensionen 02/2010

Mängelexemplar von Kuttner – Für einen erfundenen Roman hat die gute Frau sehr, sehr tiefen Einblick in ihre Psyche und den Problemen ihres Geistes und der Seele, da könnte man einen hohen autobiographischen Anteil vermuten inkl. hohem eigenen Wiedererkennungspotential. Fazit: Tiefer Einblick erlaubt große Gefühle – read and laugh.

Zimbo von Max Goldt – Ich habe mir den Vorgänger QQ als Hörbuch gekauft und bis heute nicht gehört, das könnte man als ollen Schlauch durchgehen lassen, wenn nicht ein jedes Goldt-Buch lesenswert ist, vielleicht nur nicht hörbar. Fazit: Reifer und anders – read and think.

Gefühltes Wissen von Horst Evers – Ein jetzt Berliner Autor mit Hannoveranerischen Wurzeln verdingt sich durch das Schreiben bemerkenswerter Anekdoten über das Leben, die Liebe und dem vielen mehr. Fazit: So wie dieser Blog, nur mit Talent und Humor – read and enjoy.

Weltmaschinenroman von Klaus Ferentschik –Bauer erträumt sich eine Maschine und setzt diese in mühevoller Kleinarbeit über dreißig Jahre zusammen und Ferentschik schreibt über dieses Lebenswerk in vollendeter Manier. Fazit: Never stop dreaming – read and then do it.

Montag, 8. März 2010

sicher wie der tod und die ...

Glücklich, wer einen Lohnsteuerausgleich machen kann/darf/soll - wer an die dreißig Lenze zählt und bis heute noch nie mit den sogenannten Steuerausgleichen zu tun hatte, ist ein armer Wicht, soll schleunigst seinen Internetanschluss kündigen und den Computer der Reststoffverwertung zuführen. Zu bezweifeln bleibt, dass wenn Steuerrechtliches unbekannt, analog dazu: Reststoffverwertung bekannt.

Der Lockruf: Geld! mag ja als Antrieb nur kurzzeitig motivieren, jedoch springt auch der unbeleckteste Bauer mit der Aussicht auf Selbiges über seinen Schatten - nur ist das Formular mit Ausfüllhülfe und vielen Einflüsterern ein schier unerschöpfliches Eselchen das Gold spuckt, solange mann weiß, wo ziehen. Und um genau diese Ziehen handelt es sich: Was kann ich denn alles in meiner ach so speziellen Situation ohne teurer Steuerberatung alles so zurückfordern, von den einbezahlten „Nätsch“ soll so viel zurückfließen, dass man glaubt, man bekommts geschenkt.

Irgendwo trifft man sich mit den Ansprüchen und dann sich selbst in der Mitte, probiert Unmögliches und strahlt am Ende über den ausbezahlten Betrag mit so einer Freude, dass es das Gegenüber im Äuglein gar so blitzelt. Der ganzen Welt will man sich mitteilen, wie einen die Finanz begütert und betucht - und das gar, einer Volkswaise nach, die letzten Fünf Jahre zurück. Nur machen muss mans selbst - damit man das bekommt, was einem ja eh zusteht. Und armen Wichten lässt man halt ihren Internetanschluß samt Rechenknecht. Da kann man dann schön das Formular online ausfüllen.